Lavendel (Lavandula)

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lavendel
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Mehr als nur Zierpflanze

Der echte Lavendel (Lavandula angustifolia oder Lavandula officinalis oder auch Lavandula vera) ist eine Duft- und Heilpflanze aus der Gattung der Lavendel (Lavandula). Vom Theophrastus-Naturheilverein wurde der Echte Lavendel als „Heilpflanze des Jahres 2008“ ausgezeichnet.

Rundum geschätzt

Ursprünglich ist der Lavendel im Mittelmeerraum beheimatet. Nördlich der Alpen führten ihn Benediktinermönche ein. Heute ist er als ausdauernde und winterharte Zierpflanze aus den heimischen Gärten nicht mehr wegzudenken.

Für seine Duftstoffe wird der Lavendel in der Parfüm- und Kosmetikherstellung genutzt, die Imker wissen ihn um des hohen Zuckergehalts im Nektar zu schätzen und als wirksam bei Unruhezuständen kann Lavendel pharmazeutisch eingesetzt werden. Das Europäische Arzneibuch schreibt dabei einen Gehalt von mindestens 13 Ml/Kiogramm ätherische Öl für die Blütendroge vor.

Inhaltsstoffe

Die wirksamen Inhaltsstoffe sind überwiegend Linalylacetat, Linalool, Campher und Cineol sowie Monoterpenole, Monoterpene, Sesquiterpene, Ketone und Oxide.

Darreichungsformen

Lavendelblüten können innerlich und äußerlich angewandt werden. Als wirksam gelten die Lavendelblüten (Lavandulae flos) und das ätherische Öl, das aus den Blüten durch Wasserdestillation gewonnen wird (Lavandulae aetheroleum). Aus ungefähr 120 Kilogramm Blütenrispen lassen sich rund ein Kilogramm des kostbaren Öls gewinnen. Alkoholische Lösungen werden oftmals zur Insektenabwehr eingesetzt. Lavendelsäckchen mit getrockneten Blüten sind beliebt gegen Motten im Schrank. Schlafkissenfüllungen können ebenfalls Lavendelblüten enthalten. Bäder mit Lavendelessenzen oder Blüten sollen positiven Einfluss auf funktionelle Kreislaufstörungen haben und wirken als Beruhigungsbad.

Heilwirkung

In der Aromatherapie wird die beruhigende Wirkung des Öls eingesetzt. Medizinisch können Lavendelblüten bei innerer Unruhe, nervöser Erschöpfung, Einschlafstörungen und eventuell sogar bei Angststörungen hilfreich sein. Nervöse Magen-Darm-Störungen können unter Umständen von Lavendelanwendungen profitieren. Lavendelöl wird zum Einreiben verwendet, wenn rheumatische Beschwerden gelindert werden sollen. Es vermag unter Umständen Hefe- und Fadenpilze abzutöten, die Nagelpilzinfektionen auslösen können. Lavendelöl wird manchmal als antibakterielle Zutat zu Gurgelwässern verwendet.

In der Homöopathie gilt Lavendel als eine Seelenpflanze, die Klärung, Ruhe und Nervenstärke verbreitet und so die Aufnahmebereitschaft für Neues unterstützen soll. Ein Tee aus Lavendelblüten soll gegen Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden hilfreich sein. Während Lavendelöl den Appetit eher hemmen soll, wird dem Tee aus den Blüten eine appetitanregende Wirkung zugesprochen.

Lavandin

Lavandin ist eine Pflanze, die mit dem Echten Lavendel verwandt ist. Sie ist ergiebiger aber duftschwächer und wird vielfach als günstige Basis für preiswertere, lavendelduftende Öle und Essenzen verwendet.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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