Koriander (Cilantro)

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koriander
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Bezugsquelle: Cilantro

Ein Gewürz, das mehr kann

Koriander, bzw. der Echte Koriander (Coriandrum sativum) ist eine Gewürz- und Heilpflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Er ist in der Literatur auch als arabische Petersilie, asiatische Petersilie, chinesische Petersilie, indische Petersilie, Schwindelkorn oder Wanzenkümmel zu finden. Die Ähnlichkeit seiner gefiederten Blätter mit denen der Petersilie erklärt einige dieser Namen. Die Pflanze stammt aus dem Mittelmeergebiet und dem Vorderen Orient. Als einjährige Kulturpflanze ist sie auch heimischen Gärten beliebt.

Hauptsächlich wird Koriander als Gewürzmittel, Likörzusatz und wichtige Zutat in Currypulver verwendet. Aufgrund seines ätherischen Öls wird Koriander auch in Kosmetika eingesetzt. Seit dem Altertum ist Koriander auch als Heilpflanze bekannt.

Inhaltsstoffe

Die wirksamen Inhaltsstoffe sind in den Früchten enthalten. Korianderöl aus den kugelförmigen Samen enthält als ätherisches Öl reichlich Linalool (60 bis 70 Prozent) sowie Geraniol, Limonen, Geranylacetat, Borneol, Kampfer, Gamma-Terpine und Alpha-Pinen. Weitere Öle sind Petroselinsäure, Palmitinsäure und Ölsäure. Außerdem gehören Cumarine zu den Bestandteilen. Der typische Koriandergeruch wird vor allem von Aldehyden verantwortet.

Seit 7.000 im Gebrauch

Der Gebrauch von Koriander ist uralt, vermutlich seit 7.000 Jahren. Korianderfrüchte wurden bereits im Grab von Tutenchamun gefunden und sie sind auf einer Tontafel des babylonischen Königs Marduk-apla-iddina II verzeichnet. Seither wird Koriander als Gewürz- und Heilpflanze verwendet, seit dem 20. Jahrhundert auch in unseren Breiten. In Europa spielen die Samen in der Küche eine größere Rolle, in der asiatischen und portugiesischen Küche eher die grünen, scharfbitteren Blätter. In Thailand wird die Wurzel wie Petersilie verwendet.

Pflanzenheilkunde

Koriander wirkt durch die ätherischen Öle in den Samen appetitanregend und verdauungsfördernd. Den Inhaltsstoffen wird eine krampflösende Wirkung zugeschrieben (Spasmolytikum). Gegen Blähungen (Karminativum) und bei Magen- und Darmbeschwerden ist daher Koriander ein beliebtes Mittel in der Pflanzenheilkunde.

Im Vergleich zu Kümmel oder Fenchel wirkt Koriander eher schwächer. Für seine Wirkung ist wichtig, dass das Öl aus den Samen gequetscht wird oder die Früchte zerrieben werden, denn sie sind nicht wasserlöslich.

Bereits in der Antike galt Koriander zusätzlich als Antiwurmmittel. Und auch heute kennt die Volkskunde die Pflanzenkörner als Mittel zur Behandlung gegen Würmer. In der Homöopathie wird Koriander ebenfalls eingesetzt.

Manche Menschen reagieren empfindlich

Das typische Korianderaroma wird manchmal mit Wanzen verglichen. Verantwortlich für den Geruch sind Aldehyde, die auch in Seifen vorkommen können. Manche Menschen, die das Aroma nicht gewohnt sind, reagieren mit instinktiver Abneigung. Aufgrund der ätherischen Öle soll das Korianderöl nicht bei Säuglingen oder Kleinkindern eingesetzt werden, denn es kann im Zweifel Atemnot auslösen.

Allergiker können empfindlich auf Koriander reagieren. Sehr empfindliche Menschen können unter Sonneneinwirkung photoallergische Hautreaktionen von Koriander bekommen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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