Karde / Kardenwurzel (Dipsacus fullonum)

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karde
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Heute nur noch wenig bekannt

Die Wilde Karde (Dipsacus fullonum) gehört zur Unterfamilie der Kardengewächse (Dipsacoidae). Ihr Name leitet sich ab von griech. dipsa, Durst, wohl aus dem Grund, weil Wanderer und Vögel ihren Durst mit dem Wasser löschen konnten, das sich in den Trichtern der Stängelblätter nach dem Regen sammelte. Sie sieht distelartig aus, gehört aber nicht zu dieser Gattung.

Die Pflanze stammt aus dem Mittelmeerraum und gelangte vor 1492 nach Europa, wo sie sich schnell ausbreitete. Deshalb gehört sie zu den Archäophyten, im Gegensatz zu neuzeitlichen Pflanzeneinwanderungen, den Neophyten. Schon im Mittelalter war die Karde als Heilpflanze bekannt.

Hilfsmittel zum Kardieren von Wolle

Weber nutzten in alter Zeit die stachligen Blütenköpfe der Wilden Karde zum Kämmen ungesponnener Wolle und zum Bürsten von Wollstoffen. Noch heute wird dieser Vorgang als kardieren bezeichnet, auch wenn für diese technischen Abläufe heute Maschinen eingesetzt werden.

Die Karde lieferte außerdem einen blauen Farbstoff als Indigoersatz aus den getrockneten Pflanzen.

Inhaltsstoffe

Inhaltsstoffe der Wilden Karde sind Saponine, Glucoside, Glykosid (Scabiosid), Terpene, Kaffeesäureverbindungen und organische Säuren.

Heilpflanze seit alter Zeit

Im Mittelalter galt eine Zubereitung aus der Kardenwurzel als Abhilfe bei Schrunden und Warzen. Die Volksmedizin kennt die Kardenwurzel als Hausmittel gegen Gerstenkörner und kleinere Wunden und Schrunden, gegen Fisteln, Hautflechten und Nagelgeschwüre. Auch soll sie angeblich bei Leberbeschwerden, Gelbsucht und Magenerkrankungen helfen.

In der Homöopathie wird die Karde bei Hautkrankheiten angewendet. 2013 wurde die naturheilkundliche Theorie publik gemacht, nach der die Wilde Karde gegen Borreliose wirken könne. (vgl. Jens Behnke in der Mitgliederzeitung der Fördergemeinschaft der Carstens-Stiftung, Nr. 5, Sept./Okt. 2013, S. 18-19)

Der therapeutische Nutzen der Kardenwurzel gilt nicht als wissenschaftlich belegt und wird in der Schulmedizin nicht verwendet.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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