Ingwer (Zingiber officinale)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

ingwer
© kostrez – fotolia.com

Würzige Heilpflanze, scharfes Gewürz

Ingwer (Zingiber officinale) aus der Familie der Ingwergewächse ist uns normalerweise nur über seine Wurzel (Rhizom) bekannt. Der Ingwerwurzelstock wird in der pharmazeutischen Nutzung als Zingiberis rhizoma bezeichnet. Als Heilpflanze und aromatische Zutat vieler Gerichte in der Küche ist der Ingwer nicht wegzudenken. Auch wenn ein wissenschaftlicher Beleg für seine Heilkräfte aussteht, vertraut die Volksmedizin seit Jahrhunderten auf die „Wunderwurzel“.

Tropische und subtropische Pflanze

Das größte Anbaugebiet für Ingwer in der Welt ist Nigeria. Das größte Ingwerexport-Volumen besitzt China. Ingwer gedeiht in tropischen und subtropischen Breiten wie in Indien, Indonesien, China, Japan oder Australien. Im 9. Jahrhundert verbreitete sich importierter Ingwer in Europa.

Bei Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden

Der zähe Balsam aus dem Wurzelstock (Oleoresin) des Ingwer enthält ätherische Öle und Scharfstoffe wie Gingerole und Shogaolen. Sie gelten als entzündungshemmende und antioxidative Substanzen, die die Zellen schützen, die Immunabwehr stärken und gegen Erkältungen und Infekte helfen.

Neben den magensaft- und galleanregenden und verdauungsfördernden Eigenschaften wirkt Ingwer auch antiemetisch (von griech. ant, gegen, und emesis, Erbrechen). Die Kommission E, die selbstständige, wissenschaftliche Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes (BGA) und des heutigen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, befürworten Ingwerwurzel als Mittel gegen Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden. Bei Reiseübelkeit, Seekrankheit, Chemotherapie und vielen anderen Anwendungen vermag Ingwer das Übelkeitsgefühl und den Brechreiz zu lindern. Der Einsatz als Antibrechmittel sollte mit dem Arzt oder Heilpraktiber abgestimmt werden.

In der Schwangerschaft nicht anwenden

Gegen Schwangerschaftserbrechen sollte Ingwer nicht angewendet werden, da es Hinweise darauf gibt, dass seine Inhaltsstoffe möglicherweise wehenauslösend wirken können.

Entzündungen

Der Ingwer-Bestandteil Gingerol kann das Enzym Cyclooxygenase-2 beeinflussen, das bei Entzündungsreaktionen bei Arthrose und Rheuma eine Rolle spielt. Untersuchungen haben eine ähnlich gute Wirkung von Ingwerauszügen wie von Ibuprofen-Schmerzmitteln bei Arthrose-Patienten beobachtet.

Naturheilexperte Urs Buergi wesit darauf hin, dass Gingerole eine ähnliche Struktur aufweisen, wie das Schmerzmittel Acetylsalicylsäure. Das erklärt die schmerzlindernde Wirkung von Ingwer.

Interessanterweise wird Ingwer seit 2002 auch zur Behandlung von Pferden als Fütterungsmittel bei Entzündungen und Arthrose eingesetzt.

Blutgerinnung

Möglicherweise können Inhaltsstoffe aus der Ingwerknolle hemmend auf die Blutgerinnung wirken. Die genaue Wirkungsweise ist noch nicht verstanden, doch einige Einzelbeispiele haben einen Zusammenhang sowohl als verstärkenden Faktor bei Cumarin-Therapie als auch bei Alleingabe aufgezeigt.

Inhaltsstoffe

Ingwer besitzt einen scharfen Geschmack, der ausgesprochen aromatisch und würzig ist. Dafür sind Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Harzsäuren und neutrales Harz sowie das scharf-aromatische Gingerol verantwortlich. Scharfstoffe sind außerdem Shoagol und Zingeron. Vitamin C, Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Natrium und Phosphor sind weitere Bestandteile der Ingwerknolle. Borneol und Cineol haben verdauungsfördernde Eigenschaften.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Schreibe einen Kommentar