Hortensienwurzel (Hydrangea)

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hortensienwurzel
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Zierstrauch

Hortensien (Hydrangea) von lat. hortus, Garten, sind Ziersträucher aus der Familie der Hortensiengewächse (Hydranceae). Unter den bekannten Sorten ist die Gartenhortensien in Mitteleuropa die am meisten verbreitete Art. Die pflegeleichte Pflanze zeigt in vielen Gärten ihre blauen, rosa oder grüngelben Blütendolden.

Umstrittene Heilwirkung

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt die Hortensie seit Jahrhunderten als Heilmittel gegen Malaria. Aus der Indianermedizin ist die Verwendung der Waldhortensie überliefert. Hortensienwurzeln enthalten organisches Geranium, das im Immunsystem unterstützend wirken kann, da es die T-Helferzellen stärkt. In der traditionellen Volksmedizin Europas ist auch die Anwendung von Tee aus Hortensienwurzel gegen Nierenleiden bekannt.

Autoimmunkrankheiten

Autoimmunkrankheiten wie beispielsweise Neurodermitis, Morbus Crohn oder Multiple Sklerose sind nach wie vor schwer zu behandeln. Körpereigenes Gewebe wird dabei fälschlich als Fremdkörper angesehen und mit einer unnötigen Immunantwort vom Körper bekämpft. Es scheint Hinweise darauf zu geben, dass der Wirkstoff Halofuginon aus der Hortensienwurzel bei einer Autoimmunkrankheit die Immunzellen Th17-Zellen hemmen kann, die bei den Überreaktionen des Immunsystems verstärkt auftreten. Bei Tierexperimente wurde beobachtet, dass der Wirkstoff nur auf die Th17-Zellen wirkte und nicht das übrige Immunsystem betroffen war.

Vielversprechende Forschungsansätze

Für Autoimmunkrankheiten wäre das ein wichtiger Faktor, denn wenn das gesamte Immunsystem außer Kraft gesetzt wird, kann damit zwar die übermäßige Immunantwort unterdrückt werden, zugleich fiele aber auch der Schutz durch Immunabwehr komplett weg, so dass eine Infektion eine lebensbedrohliche Situation darstellen könnte. Von vielversprechenden Forschungsansätzen mit dem Wirkstoff aus der Hortensienwurzel berichten Forscher der Medical School Harvard in dem Magazin „Science“. Möglicherweise besteht die Wirkung von Halofuginon darin, die Amino Acid Starvation Response (AAR) zu hemmen, der für die Freigabe von Aminosäuren zur Eiweißbildung eine Rolle spielt. Wissenschaftliche Belege, die einen therapeutischen Einsatz beim Menschen rechtfertigen würden, liegen bisher jedoch nicht vor. Es wird empfohlen, keinerlei Versuche zu unternehmen, Halofuginon aus den Wurzeln der Hortensie im Vorgarten zu extrahieren.

Hochgiftige Blausäure beim Rauchen

In regelmäßigen Abständen findet man die Behauptung, dass Pflanzenteile der Hortensie eine cannabisartige Wirkung haben sollen. Das ist nicht richtig, die Hortensie enthält keinerlei psychoaktive Substanzen und ist nicht als Betäubungsmittel eingestuft. Richtig ist vielmehr, dass beim Rauchen Blausäure entsteht. Blausäure ist hochgiftig und kann in ihren Vergiftungserscheinungen zur Zerstörung des zentralen Nervensystems und sogar zum Tode führen. Wissenschaftler führen die von einigen Rauchern berichtete drogenähnliche Wirkung entweder auf den Placebo-Effekt zurück oder eine Zellvergiftung.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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