Hörverlust, Hörschaden, Tinnitus
– was kann helfen?

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Plötzlicher nicht mehr hören

Es kann viele Ursachen für einen plötzlichen Hörverlust geben (sensorineuraler Hörverlust). Der Hörsturz ist laut Definition ein Hörverlust von mehr als 30 Dezibel (dB, Maßeinheit für Lautstärke) in drei aufeinanderfolgenden Frequenzen (Tonhöhen), der sich innerhalb von Stunden oder weniger Tage entwickelt. Das kann schon morgens bei Erwachen bemerkt werden oder nach und nach innerhalb von ein paar Tagen.
Etwa 70 Prozent der Menschen, die einen Hörsturz erleiden, haben auch einen Tinnitus. Bei etwa der Hälfte ist der Hörverlust begleitet von Schwindel. Statistisch gesehen steigt das Risiko mit zunehmendem Alter.

Wie entsteht Hörverlust?

Folgende Auslöser gemäß der Sonderausgabe Sudden Sensorineural Hearing Loss von 2003, Hearing Review, können einen Hörverlust bewirken:

  • Eine Kopfverletzung, bei der das Trommelfell oder Knochen beeinträchtigt wurden. Nach Heilung der Verletzung ist es möglich, dass der Hörverlust wieder zurückgeht oder im besten Falle vollständig verschwindet.
  • Auch Trommelfellverletzungen nach Explosionen oder sehr lauten Geräuschen können diesen Effekt haben (Knalltrauma).
  • Medikamente oder Insektizide können zu Hörverlust führen. Insektizide wie beispielsweise Melathion und Methoxychlor können wahrscheinlich zu beidseitigem plötzlichen Hörverlust führen (Binauraler plötzlicher Hörverlust). Medikamentenmissbrauch, insbesondere dauerhafter Missbrauch von Schmerzmitteln, kann zum plötzlichen Verlust der Hörfähigkeit führen.
  • Viruserkrankungen können zu Hörverlust führen wie Masern, Röteln, Mumps, Syphilis, Meningitis, AIDS und andere Krankheiten. Infektionskrankheiten wie Mittelohrentzündung können ebenso zu Hörverlust führen.
  • Ein Tumor am Ohr oder wichtigen Nervenbahnen kann ein weiterer Grund sein.
  • Idiopathische Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Morbus Menière sollten als Ursache geprüft werden.
  • Eine Unterversorgung der Blutgefäße des Ohres, beispielsweise durch eine Gefäßkrankheit.
  • Immunkrankheiten und Entwicklungsstörungen können in Betracht kommen.

Notfall Hörsturz

Ein plötzlicher Hörsturz ist in jedem Falle ein ärztlicher Notfall.

Hörschwellen
  • Der Hörbereich eines gesunden Menschen liegt zwischen rund 20 und 20.000 Hertz (Maßeinheit für die Tonhöhe. Die menschliche Stimme liegt bei 500 bis 6.000 Hertz.) Die Grenzen für Lautstärke, bei denen sich ein Mensch gerade noch wohlfühlt, reicht bis 80 oder 85 Dezibel. Darüber hinaus ist ein Schallschutz erforderlich. Diese beiden Einheiten bestimmen die Hörschwelle.
  • Eine Abweichung von 20 Dezibel von der üblichen Hörschwelle liegt noch innerhalb der Normalhörigkeit.
  • Eine geringgradige Schwerhörigkeit liegt bei einer Abweichung von mehr als 20 Dezibel, etwa wenn das Rauschen der Blätter in den Bäumen nicht mehr wahrgenommen wird oder das Ticken einer Armbanduhr. In diesem Falle wird der Patient Geräusche erst ab einer Intensität von 25 bis 40 Dezibel wahrnehmen.
  • Wenn eine Person Geräusche erst ab einer Schallintensität von 40 bis 60 Dezibel hört, ist bereits eine mittelgradige Schwerhörigkeit gegeben. Man kann sich das so vorstellen, dass die normalen Grundgeräusche in einer Wohngegend praktisch nicht mehr wahrgenommen werden.
  • Ab einem Hörverlust von mindestens 60 Dezibel spricht man von hochgradiger Schwerhörigkeit. Der Patient kann dann einem Gespräch in normaler Sprachlautstärke nicht mehr folgen.
  • An Gehörlosigkeit und Taubheit grenzen Werte von Hörverlusten ab 80 Dezibel. Laute Musik oder Geräusche einer Autobahn sind dann nicht mehr wahrnehmbar. Als taub gilt, wer gar nichts mehr hören kann.
Das kann helfen
  • In vielen Fällen bessert sich der Hörverlust spontan innerhalb von zwei Wochen nach Eintreten des plötzlichen Hörverlustes. Die Beschwerden klingen teilweise oder vollständig ab.
  • Welche Therapie sich nach einem Hörsturz eignet, hängt stark ab von der Ursache des Hörverlustes. Die Ursache wird behandelt um die Quelle des Hörverlustes zu beseitigen.
  • Bei unbekannter Ursache (ideopathischer Hörsturz) steht die Linderung der Beschwerden im Vordergrund. Die Medizin hält von Sauerstofftherapie bis Infusionstherapie oder Antioxidantientherapie zur Inaktivierung freier Sauerstoffradikale verschiedene Möglichkeiten bereit. Im naturheilkundlichen Bereich wird eher auf Vermeidung von Stress und durchblutungsfördernde Massnahmen oder Ölziehkur gesetzt.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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