Herpes (Herpex simplex)
– was kann helfen?

herpes
© Ekaterina – fotolia.com

Wie äußert sich Herpes?

Herpes simplex äußert sich in schmerzhaften Bläschen auf und rund um die Lippe. Auch Mund- und Nasenschleimhäute oder das Auge können betroffen sein. Deshalb wird die Erkrankung auch Lippenbläschen genannt oder Fieberbläschen, denn wenn der Körper von einer anderen Krankheit geschwächt ist, können die Viren leichter ausbrechen.

80 bis 90 Prozent der Bevölkerung tragen den Virus Herpes simplex (HSV-1) unbemerkt ihr ganzes Leben lang mit sich als latente Infektion. Um sich mit dem Virus zu infizieren genügt ein einziger Kontakt mit einem Virusträger. Verwandt mit diesem Virus sind andere Viren der Herpes-Familie (HSV-2), die beispielsweise Herpes genitalis oder Gürtelrose auslösen können. Bei manchen bricht Herpes nie aus, bei 20 bis 30 Prozent sind die Lippenbläschen ein wiederkehrendes Ärgernis.

Auslöser für Lippenherpes

Sonne oder Stress sind die bekanntesten Auslöser, die begünstigen, dass die Viren sich explosionsartig vermehren und im Körper entlang der Nervenbahnen zu den Lippen und der Haut gelangen. Spannungsgefühl und Jucken sind die ersten Anzeichen, dann erscheinen kleine Bläschen, die mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt sind. Die Bläschen öffnen sich im weiteren Verlauf und unter gelblichen Verkrustung kann die Wundstelle langsam abheilen.

Mechanische Reizungen wie Beispielsweise nach einer Zahnarztoperation, Hygienemängel, Temperaturschwankungen, Reisefieber oder Menstruation können ebenfalls die Symptome auslösen. Jede Art von Immunabwehrschwäche bringt das Risiko einer Wiedererkrankung mit sich, ob es sich um eine einfache Erkältung handelt, eine Operation oder um Medikamente, die die Immunabwehr unterdrücken.

Gefahr

Die Erkrankung an Herpes simplex ist normalerweise lästig aber ungefährlich.

Die Ansteckung kann bei Neugeborenen zum Tod führen. Auf Föten im Mutterleib kann das Virus durch die Mutter übertragen werden, was zu schweren Komplikationen und auch Behinderungen führen kann.

Bei Neurodermitis-Patienten können sich die Bläschen auf Ekzemen ausbreiten und sehr große Körperpartien betreffen mit möglicherweise lebensbedrohlichen Komplikationen. Die Herpes Encephalitis ist eine Entzündung des Gehirns und muss schnell behandelt werden, da sie lebensbedrohlich sein kann. Wenn die Augen von den Symptomen betroffen sind, kann die Hornhaut geschädigt werden die Sehkraft eingeschränkt werden. Durch Kratzen kann es zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion kommen mit eitriger Wundinfektion. Bei immungeschwächten Patienten sollte die Möglichkeit einer Lungenentzündung im Auge behalten werden.

Hygiene ist oberstes Gebot

Unbedingt ist auch bei einem harmlos verlaufenden Ausbruch von Herpes simplex darauf zu achten, die Blasenflüssigkeit nicht zu verschmieren, da sie Viren enthält, die zu einer Ansteckung führen können. Verstärkte Hygiene, Händewaschen und eine besondere Sorgfalt mit allem, was in Kontakt mit der Infektion gekommen ist. Insbesondere Besteck, Servietten, Gläser, Lippenstifte von anderen mitbenutzen zu lassen ist tabu. Natürlich ist auch das Küssen in der Zeit der Krankheit kontraproduktiv. Der Kontakt mit Neugeborenen ist unbedingt zu vermeiden.

Das kann helfen

Die Bläschen heilen schneller ab, wenn sie ausgetrocknet werden. Ein uraltes Hausmittel dafür ist Zahncreme, besser noch Heilerde. Cremes mit Zinksulfat haben eine sehr gute Wirkung auf das Austrocknen und die Stimulierung des Hautheilungsprozesses. Zusätzlich eine antivitale Wirkung besitzen Inhaltsstoffe der Gewürznelke.

Zitronenmelisse

Eine der wenigen Heilpflanzen, zu denen es wissenschaftliche Studien über ihre Heilwirkung gegen Herpes gibt, ist die Zitronenmelisse. 1993 wurden Ergebnisse veröffentlicht, die belegen, dass in einer Studie der Auftrag einer Creme mit Melissenextrakt bereits innerhalb von drei Stunden eine nachweisbare antivirale Wirkung zeigte. Nach zwei Tagen wurde ein erkennbarer Rückgang von Schwellung und Rötung sichtbar.

Medikamente

Medikamente, die die Virenvermehrung eindämmen, können die Krankheitsdauer verkürzen. Ein bekannter virustatischer Wirkstoff ist beispielsweise Aciclovir in Gels und Cremes, Valaciclovir, Famciclovir oder Penciclovir in Tabletten. Sie können die Heilung beschleunigen, wenn frühzeitig genug mit der Behandlung begonnen wird. Am besten diese Produkte mit einem Wattestäbchen auftragen, um den Kontakt mit den Händen zu vermeiden, denn Hände waschen reicht nicht für die Hygiene bei Kontakt mit Herpes. Besser ist es, sie zu desinfizieren.

Herpes kann durch Körperkontakt übertragen werden. Körperbetonte Sportarten wie Ringen, Judo etc. sollten vermieden werden, bis die Symptome vollständig abgeheilt sind.

Immunabwehr stärken

Die beste Vorbeugung gegen den Ausbruch von Herpes simplex ist es, Stress aus dem Weg zu gehen und die Immunabwehr zu stärken. Bewegung und eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitalstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sowie ungesättigten Fettsäuren können effektiv helfen. Insbesondere Vitamin C und Zink sollten in ausreichender Menge aufgenommen werden.

Weitere Heilmittel kommen aus der Heilpflanzenkunde (Phytologie). Kurkuma beisspielsweise enthält den sekundären Pflanzenstoff Curcumin, der eine antivirale Wirkung besitzen soll. Eine virushemmende Wirkung sollen auch Thymian, Myrrhe und Cayenne-Pfeffer (Wirkstoff Capsaicin) besitzen.

Bienen als medizinische Freunde

Propolis von Bienen ist ein antibiotischer Wirkstoff, der den Bienenstock vor Infektionen durch viele Bakterien, Pilze und Viren schützt. Eine Studie mit 90 Teilnehmern, die an der aggressiveren Herpesform HSV-2 mit Genitalherpes litten, konnte gute Erfolge im schnelleren Heilungserfolg bei Propolis-Auftrag feststellen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2016 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

uebersicht
Übersicht

 

Schreibe einen Kommentar