Heidelbeer-Extrakt
(Vaccinia myrtillus)

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heidelbeeren
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Natürliche Augenvitamine

Heidelbeeren oder auch Blaubeeren (Vaccinium) gehören zur Familie der Heidekrautgewächse. Es sind an die 500 Arten der Heidelbeere bekannt, die in Europa verbreitetste Art ist die Vaccinia myrtillus. Sie besitzen bioaktive Eigenschaften, die seit den 16. Jahrhundert in der Volksmedizin geschätzt werden. Ein Tee aus den Blättern des Zwergstrauchs galt als hilfreich bei Diabetes. Gegen Durchfall, Blasenbeschwerden und Entzündungen im Mundraum wurden die schmackhaften Beeren eingesetzt. Vor allem aber sind die positiven Wirkungen auf Sehschärfe, Dunkelsehen und verschiedene Augenerkrankungen bekannt.

Die Heilpflanze und das Extrakt

Die positiven Eigenschaften sind zurückzuführen auf Anthocyane aus dem Farbstoff der Heidelbeere, ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Familie der Flavonoide. Die Wirksamkeit wird durch die hohe antioxidative Kraft erklärt. Augenleiden wie Grauer Star oder Makula-Degeneration werden vielfach auf oxidative Schäden durch freie Radikale zurückgeführt, die von den Anthocyanen unschädlich gemacht werden können.

Für eine Behandlung kann es sinnvoll sein, Anthocyane in hoher und genauer Dosierung zu sich zu nehmen. Für ein Gramm des Wirkstoffs wird ein Pfund Heidelbeeren verarbeitet. Nach rund sechs Stunden lässt die Wirkung der Anthocyane im Blut nach. Am besten wird die Einnahme eines Heidelbeer Extrakts mit einem Arzt oder Therapeuten abgestimmt, um eine optimale Dosierung für die individuelle Anwendung herauszufinden.

Sehvermögen

Insbesondere auf das Sehvermögen wirkt sich die Substanz nachweislich aus. Die Mikrozirkulation von Makula (Netzhaut) und Sehnerv wird verbessert, die Funktionsfähigkeit des Auges geschützt und erhalten. Daher werden Anthocyane therapeutisch und vorbeugend auch bei diabetischer Netzhauterkrankung verwendet. Im Heidelbeer Extrakt enthaltene Anthocyanoside wirken mit an der Biosynthese des Proteins Rhodopsin, das für das nächtliche Sehen wichtig ist. Das Dunkelsehen wird von Heidelbeeren deutlich positiv beeinflusst.

Angeblich haben Piloten der Royal Air Force im Zweiten Weltkrieg vor ihrem Einsatz Sandwiches mit Heidelbeermarmelade gegessen, um die verdunkelten deutschen Städte besser sehen zu können. Möglicherweise eine Legende, die aber auf das jahrhundertealte Vertrauen auf die Wirksamkeit der blauen Beere hindeutet.

Anthocyane – Pflanzenfarbstoffe mit segensreicher Wirkung

Blaue Beeren sind besonders reich an Anthocyanen (von altgriechisch ánthos, die Blume und kyános, dunkelblau). Das sind sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavon-ähnlichen Stoffe, der sogenannten Flavonoide. Dieser wasserlösliche Pflanzenfarbstoff findet sich in Blaubeeren, Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren und vielen anderen Pflanzen, die eine rote, violette oder blaue Färbung aufweisen, so auch in Rotkohl, Auberginen und Usambaraveilchen.

Ihre Bedeutung erhalten die Anthocyane durch ihre hochantioxidative Wirkung, die teilweise die von Vitamin C noch übertreffen soll. In Kombination mit Vitamin C und Eisen kann beispielsweise Myrtillin, das aus Blaubeeren gewonnene Anthocyans, blutbildend wirken und die Elastizität von Blutgefäßen kräftigen, in Venen und Kapillaren ebenso wie im Gehirn und in den Augen.

Wirkung des Pflanzenfarbstoffs

Anthocyane wirken stark antioxidativ und können damit als hochwirksame Radikalfänger reaktive Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle unschädlich machen, indem sie ein Elektron abgeben, ohne selbst zu oxidieren. Hydroxyl, Peroxylradikale sowie Singulett-Sauerstoff und Stickstoffoxide können neutralisiert werden. Die Schädigung durch freie Radikale von gesundheitserhaltenden Proteinen, Lipiden und Zellkern-DNA in den Zellen soll verringert werden. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden auf diese Weise unterstützt und entzündungshemmende Effekte angekurbelt. Gerade im Zusammenspiel mit Vitamin C und Selen haben Studien auf eine antimikrobielle Wirkung hingewiesen.

Anthocyane sollen die Blutgerinnung verzögern und die Thrombozytenaggregation (Verklumpung der Blutplättchen) reduzieren. Das Entgiftungssystem der Leber kann angeregt und Schadstoffe sowie Kanzerogene können ausgeschieden werden. Die Forschung rund um Flavonoide ist noch relativ jung und viele Hinweise sind noch nicht wissenschaftlich bestätigt. Aber die Forschungsaktivitäten erklären, weshalb schon früher die Volksmedizin gerade bei Nachtblindheit und Lichtempfindlichkeit der Augen die wohltuenden Kräfte von Blaubeere, Johannisbeere & Co pries. Anthocyane sind am Aufbau von Kollagen beteiligt. Eine gesunde Kollagenstruktur der Blutgefäße bis hin in die Kapillargefäße ist für die Versorgung aller Zellen wichtig.

Natürliche Vorkommen von Anthocyanen

Açai-Beere, Holunderbeeren, Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren, rote Johannisbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Kirschen, Sauerkirschen, Blutorangen, Trauben, Rotkohl, Auberginen und sogar Rotwein enthalten Anthocyane in unterschiedlichen Mengen. Über 200 Typen von Anthocyanen sind bekannt. Meist stecken die sekundären Pflanzenstoffe in Blüten und Früchten, aber sie kommen auch in Wurzeln und Blättern vor. Aus einem Kilogramm Brombeeren können nur 20g Schale gewonnen werden. Auch wenn kleine Mengen der Flavonoide aufgenommen werden, kann der menschliche Organismus sie gut verwerten. In der Pflanze übernehmen Anthocyane die Funktion von Absorption des kurzwelligen UV-Lichts der Sonne in der äußeren Schale um eine Schädigung der Proteine und Zell-DNA zu verhindern, sie locken durch ihre Farben Tiere an und sorgen so für Verbreitung und nicht zuletzt sollen sie freie Radikale binden, die durch oxidativen Stress entstehen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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