Gute Nachricht für Vegetarier

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Darmkrebs-Risiko

Die amerikanische Krebsgesellschaft schätzt das Risiko im Verlauf des Lebens an Krebs zu erkranken 1:20 ein. Wenn man davon ausgeht, dass das bis Ende diesen Jahres ca. 93.000 Menschen (Dickdarmkrebs) und 39.600 (Mastdarmkrebs) betrifft, dann versteht man, dass sich die Forschung dieses Themas annimmt.

Entscheidend für die Gesundheit ist die Ernährung. Obwohl diese Tatsache den meisten Menschen bekannt ist, wird sie nur von wenigen beherzigt. In Kalifornien wurde nun ein Zusammenhang zwischen vegetarischer Ernährung und gesunkenem Darmkrebsrisiko festgestellt. Laut Forscher der Loma Linda University sank im Vergleich zu Fleisch essenden Menschen das Risiko an Dickdarmkrebs zu erkranken um 19%, das Risiko an Mastdarmkrebs zu erkranken sogar um 29%. Dabei ist nicht mal ein extremer Vegetarismus erforderlich, um Dick- und Mastdarm gesund zu halten.

Pesco-Vegetarismus

Eine vegetarische Ernährung, die die Komponenten Fisch und Meeresfrüchte erlaubt, ist der sogenannte „Pesco-Vegetarismus“. Bei Menschen, die sich so ernährten sank das Dickdarmkrebs-Risiko im Vergleich zu Nicht-Vegetariern sogar um 43%.
Demnach wäre es der Darmgesundheit förderlich viel frisches Obst und Gemüse, kein Fleisch, wenig Junkfood und eben mehr Fisch zu essen.

Forschung

Bislang war der Zusammenhang zwischen vegetarischer Ernährung und Darmkrebsrisiko nicht hinreichend untersucht. Sieben Jahre lang erfassten die Wissenschaftler die Ernährungsgewohnheiten von über 77.000 Probanden. Dabei suchten sie Ihre Testpersonen unter der Religionsgemeinschaft einer protestantischen Freikirche, den Siebenten-Tags-Adventisten. Die Siebenten-Tags-Adventisten legen Wert auf eine gesunde Lebensführung. Alkohol, Tabak und Rauschmittel werden ebenso vermieden, wie Fleisch. Eine vegetarische Ernährungsweise ist unter den Mitgliedern dieser Freikirche üblich. Weniger Süßigkeiten, Snacks, kalorienreiche Getränke und raffiniertes Getreide glichen die Testpersonen mit Vollkorngetreide, Bohnen, Nüssen und Obst aus.
Auftretende Krebserkrankungen unter der untersuchten Testgruppe wurden über 7 Jahre lang mit der Zahl der an Krebs erkrankten Nicht-Vegetariern verglichen.

„Vegetarische Ernährungsformen werden mit einer generell geringeren Darmkrebs-Häufigkeit in Zusammenhang gebracht. Insbesondere bei Pesco-Vegetariern besteht im Vergleich zu Nicht-Vegetariern ein deutlich geringeres Risiko. Wenn sich solche Verbindungen als kausal erweisen, können Sie für die Primärprävention von Darmkrebs-Erkrankungen interessant sein.“
(Vegetarian Dietary Patterns and the Risk of Colorectal Cancers, JAMA Internal Medicine)

Professor Orlich von der Loma Linda University sagt dazu: “Ernährung ist ein potenziell wichtiger Weg, das Risiko der Entwicklung von Darmkrebs zu senken.“

Wie streng sollte man sich ernähren?

Neben viel Gemüse und Obst stärkt der Verzehr von Fisch die Gesundheit von Dickdarm und Mastdarm. Dr. Leonard Saltz von der gastrointestinalen Onkologie am Memorial Sloan Kettering Krebszentrum in New York sagt dazu: „Die tröstende Lehre ist, dass man nicht vegan leben und Eier, Milchprodukte und Fisch streichen muss, um das Krebsrisiko zu senken.
Die Entscheidung liegt bei Ihnen: Ein erster Schritt zu besserer Gesundheit wäre schon getan, wenn Sie mehr Fisch und weniger Fleisch essen und gezuckerte Snacks durch Gemüse ersetzen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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