Grüntee Polyphenole

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

gruentee_polyphenole
© jedi-master – fotolia.com

Seit Jahrtausenden gesund

Für Grünen Tee oder Grüntee werden kleinblättrige, zarte Sorten der Teepflanze bevorzugt, die ursprünglich aus China stammt. Im Gegensatz zum schwarzen Tee werden die Teeblätter nicht oxidiert (früher: fermentiert). Die Oxidation wird verhindert durch kurzes Rösten oder Dämpfen der frischen Blätter direkt nach dem Pflücken. Wirkung und Inhaltsstoffe unterscheiden sich deutlich vom schwarzen Tee. Seit Jahrtausenden wird die Heilkraft von Grüntee hoch geschätzt.

Die heutige Wissenschaft bestätigt die gesundheitsförderliche Wirkung, die gegen viele Krankheiten vorbeugen kann. Der Hauptwirkstoff für die Heilwirkung sind die natürlichen Polyphenole, vor allem das Epigallocatechingallat (EGCG).

Das Geheimnis liegt im vielfältigen Hauptwirkstoff Polyphenole

Polyphenole sind bioaktive Substanzen aus Pflanzen, die in sekundären Pflanzenstoffen vorkommen wie in Farbstoffen, Geschmackstoffen und Tanninen. Polyphenole ist ein Sammelbegriff für viele Pflanzenstoffe, beispielsweise Flavonoide und Anthocyane aus Farbstoffen, Benzoesäurederivate, Procyandine, Zimtsäurederivate, und Stilbenderivate. Bereits kleine Mengen von Polyphenolen können bei regelmäßiger Einnahme eine gesundheitsförderliche Wirkung entfalten.

Weitere Inhaltsstoffe

Grüntee enthält außer den Polyphenolen den anregenden Stoff Koffein (früher zur Unterscheidung von Kaffee auch Thein genannt) und Catechine, sekundäre Pflanzenstoffe und als Flavonole ebenfalls den Polyphenolen zugeordnet, die den bitteren Geschmack verursachen und als äußerst heilwirksam gelten. Grüner Tee enthält auch mehr Tannine (Gerbstoff) als schwarzer Tee. Außerdem sind Vitamin A, Vitamin B, Vitamin B2, Calcium, Kalium, Phosphorsäure, Magnesium, Kupfer, Zink, Nickel, Carotide und Fluorid enthalten. Das Aroma wird bestimmt von Aminosäuren wie dem Theanin.

Vorsicht vor zu hohen Dosierungen

Möglicherweise kann Grüntee die Aufnahme von Medikamenten beeinflussen, indem er die Aufnahme von Wirkstoffe im Darm hemmt. Eine japanische Studie von 2014 hat beobachten können, dass der Betablocker Nadolol bei Grünteegenuss nicht voll resorbiert wurde. In Chemical Research in Toxicology 20, 2007, S. 583-585 berichtet eine Forschungsgruppe der Rutgers-Universität New Jersey von möglichen toxischen (giftigen) Wirkungen auf Leber und Niere durch den Genuss von mehr als 10 Tassen Grüntee am Tag.

Polyphenole im Gesundheitseinsatz

Das im Grüntee reichlich vorhandene Epigallocatechingallat (EGCG), das ebenfalls zu den Polyphenolen zählt, kann Gefäßverkalkung reduzieren und damit ein Hauptrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es beeinflusst dazu ein Signalmolekül namens Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF), das außer an der Bildung von Blutgefäßen auch am Wachstum von Tumorzellen beteiligt ist. Indem sich Polyphenole an das VEGF binden, können Sie dazu beitragen, Krebs vorzubeugen oder zu bekämpfen. Dazu genügen relativ geringe und regelmäßig zugeführte Mengen von Polyphenolen, wie sie in Grüntee, aber auch in Äpfeln, Trauben oder Aroniabeeren enthalten sind.

Antioxidantien gegen Krebs und eine für eine schöne Haut

Grüntee enthält hochwirksame Antioxidantien, die freie Radikale unschädlich machen können und Zellkerne und Zellmembrane schützen. Freie Radikale gelten als eine Ursache von Krebserkrankungen. Antioxidantien können die Lebensdauer von Zellen verlängern und wirken als Anti-Aging-Mittel. Grüner Tee kann die Freisetzung von Angiotensin hemmen, das an Bluthochdruck beteiligt ist.

Der Fettstoffwechsel wird von grünem Tee positiv beeinflusst. Die Fettverbrennung wird angekurbelt. Damit zusammenhängend erhöht sich die Stoffwechselrate, was eine Gewichtsabnahme begünstigt. Die Aufnahme von Glukose in Fettzellen wird begrenzt, hilfreich bei Adipositas (Fettleibigkeit). Insgesamt kann Grüntee damit auch günstig auf den Blutzucker und einen ausgeglichenen Stoffwechsel wirken, von Vorteil bei Diabetes. Grüntee vermag den Cholesterinspiegel zu senken und den Gehalt an positivem HDL-Cholesterin zu optimieren.

Alzheimer, Parkinson & Co

Grüner Tee vermag die Gedächtnisleistung zu verbessern. Da er auch das Acetylcholin beeinflusst, das an der Krankheit Alzheimer beteiligt ist, kann das möglicherweise einen positiven Verlauf zu begünstigen. Offenbar wirkt sich auch der Zellschutz im Gehirn in Regionen aus, die für den Ausbruch von Parkinson bekannt sind. Polyphenole und Flavonoide unterstützen durch Antioxidantien zudem die Immunabwehr gegen Infektionen. Schädliche und krankheitsauslösende Bakterien können durch grünen Tee bekämpft werden.

Die richtige Zubereitung von grünem Tee

Im Gegensatz zu schwarzem Tee kann grüner Tee mehrmals aufgegossen werden. Beim Aufbrühen von grünem Tee sollte das Wasser nicht kochend heiß sein, sondern maximal eine Temperatur von 90 Grad besitzen. Zu heißes Wasser kann den Tee bitter und je nach Sorte ungenießbar machen. Das Wasser sollte jedoch eine Temperatur von 50 Grad nicht unterschreiten, sonst können die Inhaltsstoffe nicht gelöst werden. Je höher die Temperatur, desto besser lösen sich die Polyphenole. Vitamin C steigert die Aufnahme der Polyphenole. Es ist im Grüntee ebenfalls enthalten, wird aber bei großer Hitze zerstört.

Teekultur in der Entwicklung

Grüntee als Variante von schwarzem Tee stammt aus dem China des 6. Jahrhunderts vor Christus. Im gleichen Jahrhundert gelangte der Matcha-Tee von China nach Japan und es entwickelte sich eine neue Form der Teezubereitung als Beginn der in Japan noch heute gebräuchlichen Teezeremonie. Basis waren zu Ziegeln gepresste Teeplatten, die zu Pulver gerieben und mit kochendem Wasser aufgegossen wurden. Die heutzutage übliche Praxis, den Tee ohne vorheriges Pulverisieren mit heißem Wasser aufzubrühen, entstand in der Ming-Dynastie (16. und 17. Jahrhundert). In dieser Zeit verbreitete sich der grüne Tee auch in Europa.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Schreibe einen Kommentar