Ginkgo biloba

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ginkgo
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Der letzte seiner Art

Ginkgo biloba heißt die Baumart mit den charakteristischen, fächerartigen Blättern, die in der Mitte leicht eingekerbt sind. Sie sind eine Besonderheit unter den Laubbaumblättern, denn die gabelnervigen Blätter lassen deutlich erkennen, dass sie sich evolutionär aus Nadeln entwickelt haben. Der Ginkgo, manchmal auch in der Schreibweise Ginko, gilt als einziger überlebender Vertreter der Ginkgoales, einer ausgestorbenen Gruppe von Samenpflanzen. Ginkgo wird weltweit angepflanzt und stammt ursprünglich aus dem Südwesten Chinas. In Europa wird er seit 1730 als Zierbaum kultiviert und kann eine Höhe von bis zu 40 Metern erreichen und eintausend Jahre alt werden. In der Humanmedizin werden überwiegend Wirkstoffe aus den Blättern eingesetzt.

Chinesische Wurzeln im Namen

Der Name Ginkgo leitet ab von seiner chinesischen Bezeichnung Yin Xing, zusammengesetzt aus den Wörten gin, Silber und kyo, Aprikose.

Es existiert für die Baumart Ginkgo biloba das Synonym Salisburia adiantifolia. Sie stammt von dem englischen Botaniker James Edward Smith, der 1797 den Gattungsnamen Salisburia vorschlug, um den Botaniker Richard A. Salisbury zu ehren. Der Name konnte sich nicht durchsetzen, ebenso wenig wie die weiteren Synonyme Pterophyllus ginkgo und Pterophyllus salisburiensis.

Der buddhistische Tempelbaum

Häufig wurde der Ginkgo bei buddhistischen Tempeln gepflanzt. Er erhielt viele Trivialnamen wie Entenfuß, nach der breiten Form der Blätter, oder Großvater-Enkel-Baum, ein Name, der auf die lange Zeit hindeutet, bis der Baum zum ersten Mal Samen und Früchte trägt. Ein Ginkgobaum kann die Lebenszeit von eintausend Jahren erreichen.

Spezialextrakte aus Ginkgo

In der Humanmedizin werden vor allem die Ginkgostoffe Ginkgolide und Bilobalide aus den Blättern verwendet. Dabei werden Ginkgolide und Terpenlactone angereichert und unerwünschte Stoffe wie Ginkgosäure reduziert.

Im Europäischen Arzneibuch wird die Zusammensetzung von Ginkgotrockenextrakt (Ginkgo extractum siccum raffinatum et quantificatum) – ähnlich wie von der Kommission E – angegeben: im Droge-Extrakt-Verhältnis 35:1 bis 67:1 und mit den Inhaltsstoffen 22 bis 27 Prozent Flavonglykosiden, 5 bis 7 Prozent Terpenlactone und unter 5 ppm (parts per million) Ginkgosäure. In Deutschland sind nur Extrakte dieser Zusammensetzung für die Behandlung von Demenz zugelassen.

Anwendungsgebiete für Ginkgo

Demenz

Schwerpunktmäßig wird Ginkgo bei der Bahndlung von Demenz eingesetzt, da die Präparate die geistige Leistungsfähigkeit steigern können und den Patienten helfen können, im Alltag zurechtzukommen. Die Neuroprotektion wird unterstützt, Durchblutung und Fließeigenschaften des Blutes werden verbessert und die zerebrale Neurotransmission wird gesteigert. Damit wirkt Ginkgo auf Lernvermögen und Gedächtnisleistung.

Laut der aktuellsten internationalen Leitlinie der World Federation of Societas of Biological Diseases werden Gingko-Arzneimittel in der Demenz-Therapie als gleichwertig mit CHE-Hemmern und Memantin eingestuft (vgl. Hans-Jürgen Möller in World Journal of Biological Psychiatry, Feb. 2011, Bd. 12, Nr. 1, S. 2-32.).

Weitere Einsatzgebiete

  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schwindel (Vertigo), Symptome arterieller Durchblutungsstörungen, Ohrensausen, Kopfschmerzen.
  • Es sind noch nicht alle Möglichkeiten für einen arzneimittelwirksamen Einsatz wissenschaftlich belegt. Bei Experimenten zeigte sich offenbar sowohl eine östrogene wie auch eine anti-östrogene Wirkung in der Interaktion mit dem Östrogenrezeptor.
  • Aktuell werden die Zusammenhänge von einer möglichen Wirkung der Ginkgo-Inhaltsstoffe auf das Herz-Kreislaufsystem und das zentrale Nervensystem erforscht.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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