Fleisch und Milch: BIO oder nicht-BIO?

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Bio oder nicht-Bio?

Wie groß ist der Unterschied zwischen Bio-Essen und anderem Essen? In einer bislang größten Studie an der Universität Newcastle zu diesem Thema wurden Tierprodukte mit Bio-Qualität und mit Nicht-Bio-Qualität auf ihren tatsächlichen Nährwert untersucht.

Qualität der Nährstoffe

Carlo Leifert ist Professor für Ökologische Landwirtschaft. Er kennt die drei Gründe, weshalb sich Verbraucher für BIO Milch und -Fleisch entscheiden. 1. Es geht den Tieren besser, 2. die Öko-Landwirtschaft belastet die Umwelt weniger und 3. ist der empfundene Nutzen für die Gesundheit besser. Diesen „empfundenen Nutzen für die Gesundheit“ wollte Professor Carlo Leifert wissenschaftlich untersuchen. Seine Studie vergleicht deshalb die Qualität der Nährstoffe zwischen Bio-Essen und anderem Essen.

Deutlich mehr Omega-3-Fettsäuren

Auf Grundlage von mehr als 200 wissenschaftlichen Untersuchungen von Milch- und Fleischprodukten der beiden Kategorien stellten die Forscher fest, dass Fleisch- und Milchprodukte mit Bio-Qualität deutlich mehr Omega-3-Fettsäuren beinhalteten. Produkte ohne Bio-Qualität liefern demnach wesentlich weniger dieser gesunden, gesättigten Fette, die der Körper über die Nahrung beziehen muss, da er sie nicht selbst produzieren kann. Das menschliche Gehirn besteht zu großen Teilen aus Omega-3-Fettsäuren.

  • Bio-Fleisch: Durchschnittlich 47% höhere Omega-3-Werte
  • Bio- Milchprodukte: Durchschnittlich 56% höhere Omega-3-Werte
Öko-Landwirtschaft

Grundlage der untersuchten Bio-Produkte war die Art und Weise, wie Tiere in der Öko-Landwirtschaft aufwachsen und gefüttert werden. Die Ergebnisse waren nicht an Bio-Tierfutter gekoppelt, sondern umfassten alle Produkte, die ohne Pestizide und Kunstdünger hergestellt wurden.

„Unterschiede bei Dingen wie Fettsäuren oder Jod hängen vor allem damit zusammen, dass ökologisch gehaltene Tiere mehr Grünfutter wie Gras bekommen als die nicht ökologisch gehaltenen Tiere. Dieselbe Art von Nahrungszusammensetzung erhält man auch, wenn nicht ökologisch gehaltene Tiere stark grünfutterhaltige Nahrung bekommen. Den Unterschied macht nicht die Art der Landwirtschaft aus, sondern die Wahl des Viehfutters.“
(Givens, Professor für Ernährungswissenschaften an der Uni Reading)

Weniger Jod

Den täglichen Jodbedarf kann man laut Studie mit Bio-Milch jedoch nicht decken. Sie enthält 14% weniger von der für Erwachsene empfohlenen Tagesdosis an Jod als gewöhnliche Milch. Wer also ausschließlich auf Bio-Produkte setzt, sollte seinen Jodbedarf auf andere Weise abdecken.

Statistisch signifikant und bedeutsam

Den Unterschied zwischen Bio-Nahrung und Nicht-Bio-Nahrung stuft der Studienleiter Professor Carlo Leifert von der Uni Newcastle als statistisch signifikant und bedeutsam ein. Demnach gibt es bei den Nährwerten einen wissenschaftlich untermauerten Unterschied zwischen Bio und Nicht-Bio. Der empfundenen Nutzen für die Gesundheit ist bei Bio-Produkten tatsächlich höher.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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