Fibromyalgie (Fibromyalgiesyndrom, FMS)
– das kann helfen

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Wie äußert sich Fibromyalgie

Fibromyalgie (auch Generalisierte Tendomyopathie) ist ein chronischer Faser-Muskel-Schmerz. Diese Erkrankung betrifft je nach Quelle zwischen o,6 und 4 Prozent der Bevölkerung, überwiegend Frauen.

Schwierige Diagnose

Fibromyalgie gilt als unheilbar, jedoch nicht tödlich. Es kommt nicht zu bleibenden Schäden an Muskeln, Gelenken oder Knochen. Die Diagnose ist jedoch schwierig und häufig wird die Krankheit mit rheumatischen oder entzündlichen Erkrankungen oder Stoffwechselproblemen verwechselt, bei denen ähnliche Symptome auftreten.

Fibromyalgie zeigt sich durch chronische Schmerzen und Druckschmerzempfindlichkeit (tender points) in der Muskulatur, um die Gelenke herum und im Bereich des Rückens. Es muss nicht immer dieselbe Körperregion betroffen sein, die Stellen können wechseln.

Beeinträchtigungen durch Nebenerscheinungen

Hinzu kommen Begleitsymptome wie Morgensteifigkeit, allgemeine Abgeschlagenheit bis hin zu Erschöpfungszuständen, Schlafstörungen und dauerhafte Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche. Ein Schwellungsgefühl an den Händen oder Füßen oder sogar im Gesicht kann auftreten. Unter Umständen können die Nebenerscheinungen auch Depressivität, Reizmagen, Reizdarm, allgemeine Überempfindlichkeit oder starke Kopfschmerzen und weitere Beschwerden beinhalten.

Wodurch entsteht Fribromyalgie

Die genauen Ursachen für Fibromyalgie sind bisher nicht geklärt. Die Erkrankung kann plötzlich auftreten, scheinbar ohne Auslöser, oftmals in Zusammenhang mit Burnout, Grippe, körperlicher Überanstrengung, psychischem Stress oder einer Überreizung des Nervensystems.

Die Symptome stellen sich schleichend ein und beginnen meist mit unspezifischen Beschwerden. Es kann bis zu acht Jahre dauern, bis sich das Vollbild der Krankheit herausbildet. Häufig entwickelt sich die Fibromyalgie in unvorhersehbaren Schüben.

Das kann helfen bei Fibromyalgie

Da es sich um eine lebenslange Erkrankung handelt, ist auch die Schmerztherapie auf langfristige und selbstständige Anwendungen durch den Patienten begrenzt. Vielfach wird die medikamentöse Schmerztherapie durch Antidepressiva ergänzt.

Lebensqualität durch Ernährungsumstellung

Für eine erhöhte Lebensqualität können auch alternative Methoden hilfreich sein, die keine Nebenwirkungen besitzen. Studien haben ergeben, dass Leinöl, Karottensaft und Gerstengrassaft eine signifikante Verbesserung der Nebenerscheinungen zur Folge haben können.

Omega-3-Fettsäuren, zum Beispiel aus Krill-Öl oder Leinöl, haben einen positiven Effekt auf Herz-Kreislaufbeschwerden, die eine häufige Begleiterscheinung der Fibromyalgie sind. Omega-3-Fettsäuren verbessern die Durchblutung und können die Konzentrationsfähigkeit und psychische Ausgeglichenheit steigern und unterstützt das Immunsystem, das durch die Krankheit unter starker Belastung leidet.

Magnesium, zum Beispiel aus Sango Meeres Korallen, Bananen oder Hülsenfrüchten sorgt für Entspannung. Die Erregungsweiterleitung der Nerven wird gedämpft, dadurch kann Stress besser abgebaut werden, was unter anderem auch als Einschlafunterstützung dienen kann. Die Entspannung der Muskeln wird begünstigt, was besonders bei der erhöhten Schmerzempfindung durch die Erkrankung wichtig ist, um den Teufelskreis von zu starker Muskelanspannung, dadurch erhöhter Milchsäureausschüttung, stärkerer Schmerzempfindung und dadurch wiederum zu dauerhafter Muskelanspannung zu durchbrechen.

Methyl-Sulfonyl-Methan (MSM) unterstützt den Aufbau von gesunden Bindegewebe. Zusammen mit Vitamin C kann es Muskelentspannung begünstigen, sogar heftige Wadenkrämpfe lindern. Die Regeneration nach Schmerzen und Entzündungen wird positiv beeinflusst.

Schmerzhemmend, krampflösend und vorbeugend gegen Schwindel wirkt Ingwer. Frisch, kandiert oder getrocknet ist die Naturwurzel eine sinnvolle Heilzutat.

Das Hausmittel Johanniskraut wirkt gegen Depression, indem es den Serotoninspiegel und Noradrenalinspiegel reguliert. Bei Fibromyalgie verändern sich durch permanenten Stress die Nervenbotenstoffe des Nervensystems. Folge ist eine erhöhte Serotoninkonzentration, diese bewirkt jedoch wiederum eine stärkere Schmerzwahrnehmung, die wiederum die Muskelanspannung verhärtet.

Effektiv gegen Depressionen kann auch Tryptophan wirken, eine essentielle Aminosäure, die besonders in Fleisch, Käse, Nüssen, Hafer, Kleie und Bohnen enthalten ist. Es handelt sich um eine Vorstufe des Neurotransmittern Serotonin und ist in Deutschland auch als Arzneimittel zur Behandlung von Schlafstörungen zugelassen. Es vermag außerdem eine Linderung des Schmerzempfindens bei regelmäßiger Einnahme zu bewirken.

Stabilität im Tagesablauf ist ein wichtiger Faktor, der das Wohlbefinden positiv beeinflussen kann. Antistresstherapien und Ausdauersport können ein weiterer Baustein sein, mit der Krankheit besser zu leben.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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