Echter Eibisch
(Althaea officinalis)

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eibisch
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Ein uraltes Heilgewächs

Der Echte Eibisch (Althaea officinalis) stammt aus der Familie der Malvengewächse. Dass er auch Arznei-Eibisch genannt wird, deutet auf seine jahrhundertelange Bekanntheit als Heilpflanze hin. Der botanische Name leitet sich ab vom griech. álthein, heilen. Weitere volkskundliche Bezeichnungen für den Eibisch sind Alter Tee, Heilwurz, Ibischwurz, Schleimwurzel, Sumpfmalve oder Weiße Malve. Der Eibisch wächst an warmen und sonnigen Standorten in Süd- und Mitteleuropa.

Kurioses

Der Name der amerikanischen Süßigkeit Marshmallow (Sumpfmalve) geht unmittelbar auf den Eibisch zurück, aus dessen Stängeln, Wurzeln und Blättern sie ursprünglich hergestellt wurde. Heute werden Ersatzstoffe für die Herstellung von Marshmallows verwendet.

Stärkelieferant in Hungersnöten

In Hungersnotzeiten wurde die Wurzel des Eibisch als Stärkelieferant gekocht und dann gebraten gegessen. Gerne wurden die weißen Blüten und im Frühling die jungen Blätter verzehrt.

Wohltuende Schleimstoffe

In Eibisch finden sich besonders viele Schleimstoffe mit Galacturonorhamnanen und Arabinogalactanen, in den Wurzeln sogar bis zu 25 Prozent. Außerdem Pektine und Stärke in den Wurzeln sowie ätherische Öle, Asparagin, Saponine, Cumarine, Gerbstoffe und Zink. Die Schleimstoffe haben eine reizmildernde Wirkung auf Schleimhäute. Bei Atemwegserkrankungen, Hustenreiz, Entzündungen im Mund und Rachen und bei leichteren Entzündungen im Magen-Darm-Trakt wird Eibisch als Heilmittel in der Naturheilkunde eingesetzt. Auch als Umschlag oder Bad kann Eibisch bei Hautproblemen hilfreich sein. Bei Tierversuchen wurden Hinweise auf entzündungshemmende und immunsteigernde Eigenschaften gefunden. Kräuterbücher weisen darauf hin, dass kalte Auszüge verwendet werden sollen, da das Kochen die Inhaltsstoffe zerstört. Als heilkräftig werden Blüten, Blätter und Wurzel genutzt.

Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte hat den medizinischen Einsatz von Eibischblättern für gut befunden bei trockenem Reizhusten und entzündlichen Reizzuständen im Mund- und Rachenraum.

Seine Anwendung reicht weit zurück

Im 60.000-Jahre-alten Grab eines Neandertalers fanden Forscher verschiedene Pflanzenspuren, darunter auch von Eibisch. Möglicherweise wurde die Heilpflanze schon von unseren Vorfahren genutzt. In der Antike ist von dem Arzt Hippokrates überliefert, dass er Eibisch zur Wundheilung eingesetzt hat.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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