„Sie werden nicht an Ebola erkranken“

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Tödliches Risiko?

Würden Sie sich freiwillig Ebola-Viren spritzen lassen? In Großbritannien sucht ein medizinisches Forschungslabor ihre freiwilligen Testpersonen aus der Reihe der vielen einkommensschwachen Londoner im Alter von 18 bis 65 Jahren. Die geringe Bezahlung ist den Probanden offensichtlich das hohe Risiko wert. (Daily Mail)

Seit Anfang November 2015 führt das Forschungslabor Hammersmith Medical Research klinische Versuche durch, um ein Heilmittel gegen Ebola zu finden und einen Impfstoff zu entwickeln. Ähnliche Versuche hatte es bereits an der Universität Oxford gegeben, wo gesunden Testpersonen ein einziges Eiweiß dieses tödlichen Virus gespritzt wurde, um eine Immunreaktion auszulösen. Ziel war es auch hier einen Impfstoff zu entwickeln.

Ebola

Seit im Dezember 2013 in einer Waldregion von Guinea die bislang größte Ebola-Epidemie ausbrach, hat diese Virusinfektion mehr als 11.000 Menschenleben gefordert. Obwohl sie sich bis in die USA ausbreitete, trat sie nirgends so umfassend und todbringend auf, wie in Guinea und Sierra Leone. Bislang konnte kein bekanntes oder zugelassenes Medikament oder Impfstoff gegen Ebola gefunden werden.

Die Anzeige

Interesse daran, der Medizinforschung bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Ebolavirus zu helfen und dafür bezahlt zu werden? Sind Sie zwischen 18 und 65 Jahre alt und bei guter Gesundheit? Wenn die Antwort JA lautet, könnten Sie geeignet sein für eine Studie für einen Ebola-Impfstoff.“
(The Evening Standard)
Die Teilnehmer wurden aufgeklärt, dass es bislang keine Therapie oder Impfstoff gegen Ebola gibt. Die Feststellung des Gesundheitszustands erfolgte durch eine Blutuntersuchung und eines medizinischen Checkups. Für die ca. 12 kurzen ambulanten Termine, in denen ein experimenteller Impfstoff getestet wurde, gab es eine Aufwandsentschädigung von 750 Pfund (= ca. 1060 Euro).

„Sie werden nicht an Ebola erkranken“

Diese Versprechung wurde den Teilnehmern der Studie gemacht. Dabei wurde die Gefahr, an einem fremden Virus zu erkranken gar nicht erwähnt. Wenn aber Menschen, die sich gegen Grippe impfen lassen tatsächlich an Grippe erkranken, dann sollte man doch etwas vorsichtiger handeln…

Ansteckung

Bekannt sind diese Zahlen: 28.000 Menschen haben sich  in Guinea, Nigeria, Sierra Leone, Mali, Liberia und den Vereinigten Staaten mit Ebola angesteckt. 11.000 davon sind an dem Virus gestorben. Die WHO glaubt allerdings, dass die Zahlen wesentlich höher sein könnten. Zu schwer zugängig und dokumentierbar sind in den betroffenen Ländern Informationen.

Erneute Ansteckung

Die britische Krankenschwester Pauline Cafferkey (Independent) und die amerikanische Krankenschwester Nina Pham hatten sich angesteckt, als Ebola die Vereinigten Staaten erreichte. Sie bekamen während ihrer Quarantäne experimentelle Medikamente und wurden als geheilt entlassen. Inzwischen sind beide erneut an Ebola erkrankt. (Health Ranger)

Wer kann den britischen Probanden die Aussage garantieren?: “Sie werden nicht an Ebola erkranken, wenn sie an dieser Studie teilnehmen.”

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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