Cystein

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cystein
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Wichtige semiessentielle Aminosäure

Cystein (gemeint ist immer L-Cystein, abgekürzt Cys) ist eine semiessentielle proteinogene (eiweißbildende) Aminosäure mit signifikantem Schwefelgehalt. Ein Teil des Bedarfs an dieser Aminosäure kann bei Erwachsenen durch Biosynthese in der Leber (aus Methionin und Serin über Homocystein) hergestellt werden. Um den übrigen Bedarf zu decken, muss Cystein über die Nahrung aufgenommen werden. Offenbar kann der gesamte Bedarf an Cystein auch über die essentielle Aminosäure Methionin synthetisiert werden, sofern die Nahrung genug davon enthält. Cystein ist unter anderem wegen seiner positiven Eigenschaften für Haar, Haut und Bindegewebe ein beliebter Bestandteil von Kosmetika.

Cystein über die Nahrung aufnehmen

Ergiebige Cystein-Lieferanten sind Fleisch, roher Lachs, Eier, Sonnenblumenkerne, Nüsse, Hülsenfrüchte, Milchprodukte und Kohl. Ein Cysteinmangel kann unter Umständen zu einer geschwächten Immunabwehr führen und gegebenenfalls zu Atemwegserkrankungen. In sehr hohen Dosierungen kann Cystein die Wirkung von Insulin hemmen. Bei der Aufnahme der Aminosäure aus natürlichen Lebensmitteln besteht auch für Diabetiker keinerlei Befürchtung.

Die semiessentielle Aminosäure wird Muttermilchpulver beigesetzt, da der Organismus von Säuglingen sie noch nicht über die Biosynthese in der Leber generieren kann. Die Substanz ist als Lebensmittelzusatzstoff zur Mehlbehandlung unter der Bezeichnung E 920 in der gesamten EU ohne Höchstmengenbeschränkung zugelassen.

Wichtige Funktionen

Cystein ist eine Vorstufe der organischen Säure Taurin. Diese Säure ist ein Osmoregulator. Das bedeutet, dass sie die Flüssigkeitszufuhr der Zellen reguliert. Taurin hat weiterhin Bedeutung für die Entwicklung des Nervensystems, die Herzfunktion sowie die Sehzellen im menschlichen Auge. Taurin vermag die Bildung von Gallensteinen zu hemmen und regt die Fettverbrennung an.

In Wechselbeziehung zu Vitamin B5 spielt Cystein eine wichtige Rolle bei der Produktion von lebensnotwendigen Fettsäuren in den Zellmembranen.

Bei chronischer Bronchitis und bestimmten Lungenerkrankungen kommt Cystein in industriell gefertigten Pharmawirkstoffen zum Einsatz zur Verflüssigung von zähem Bronchialschleim. Cystein kann verschiedene Lymphozytenfunktionen steigern, darunter auch die zytotoxische T-Zellaktivität. Hinweise aus In-Vitro-Experimenten deuten darauf hin, dass Entzündungskrankheiten und sogar AIDS in der Zukunft von Wirkstoffpräparaten mit Cystein profitieren könnten.

Baustein von gesundem Haar

Cystein erhöht die Stabilität in der Proteinstruktur. Eine große Konzentration von Cystein findet sich beispielsweise in Keratin und im Bindegewebe; das zeugt von einer hohen Stabilität in dem Stoff.

Bei oxidativem Stress

Cystein besitzt einen hohen Schwefelgehalt. Es kann Schwefelsäuremoleküle abgegeben und dadurch reaktive freie Radikale binden und unschädlich machen. Die antioxidative Wirkung schützt die Zellen. Zusammen mit Glycin und Glutaminsäure kann Cystein die Produktion des wichtigsten Antioxidans im Körper unterstützen, des Glutathion. In der Prophylaxe gegen Strahlenschäden findet Cystein Verwendung, da es freie Radikale an die Thiolgruppe binden kann.

Entgiftung

Darüber hinaus kann die Aminosäure zur Entgiftung beitragen, indem es Schwermetall-Ionen komplexiert. Bei Kupfervergiftung oder im therapeutischen Einsatz bei Silbervergiftung kann Cystein hilfreich sein.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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