Chondroitin

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chondroitin
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Knorpelschutz und Gelenkschmiere

Chondroitin, auch unter der Bezeichnung seiner bioverfügbaren Form Chondroitinsulfat bekannt, gehört zur Gruppe der aus Polysacchariden aufgebauten Glykosaminglykane. Es ist verantwortlich dafür, dass in die Gelenkknorpel genügend Nährstoffe gelangen und dort aufgenommen werden, wo sie gebraucht werden. Zusammen mit Glucosamin baut Chondroitin das Knorpelgewebe auf. Sie bilden Proteoglykane, das sind Zucker-Eiweiß-Bausteine, die die Fähigkeit besitzen, Feuchtigkeit zu binden. Die Wasserbindungsfähigkeit von Chondroitinsulfaten ist zusätzlich bedeutsam für die Ernährung der Chondrozyten im nicht durchbluteten Knorpelgewebe. Die körpereigene Produktion von Chondroitin wird mit zunehmendem Alter geringer.

Chondroitin in der Nahrung

Fleisch, Meeresfrüchte und Muscheln sind gute Chondroitinlieferanten für eine Versorgung über die Nahrung. Für Nahrungsergänzungsmittel werden sowohl Fischknorpel als auch Schweine- oder Rinderknorpel verwendet. Bei einer Fischeiweißallergie lohnt sich der Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe.

Knorpelschutz für die Gelenke

Der Gelenkknorpel setzt sich aus vier natürlichen Bestandteilen zusammen: Collagen, Knorpelgewebe, Knorpelzellen (Chondrozyten) und Wasser. Gelenkknorpel haben die Funktion eines „Stoßdämpfers“, die die Knochen reibungslos aneinander vorbeigleiten lassen. Solange sie elastisch und feucht sind, können sie diese Funktion gut ausüben. Trocknet der Knorpel dagegen aus, wird er spröde und bekommt kleine Risse. Verschleiß und Arthrose können die Folgen sein. Neben Glucosamin, einem weiteren natürlichen Baustein des Gelenkknorpels, benötigt der Körper auch Chondroitin in ausreichender Menge, insbesondere bei starken Belastungen oder Sport. Die Gelenknährstoffe können die Beweglichkeit und Belastbarkeit der Gelenke positiv beeinflussen. Daher werden sie im Volksmund oft als „Gelenkschmiere“ bezeichnet.

Bei Gelenkentzündungen kann der Chondroitin Prostaglandine und die Enzyme, die den Knorpel zerstören wie Elastase und Hyaluronidase hemmen. Es fördert die Produktion von Proteoglykanen und Collagen und kann so zur Regenration beitragen.

Bei degenerativen Gelenkerkrankungen wie Arthrose wird Chondroitin als Arznei eingesetzt. Um Verschleiß vorzubeugen wird gerne zu Nahrungsergänzungsmitteln gegriffen, meist im Zusammenspiel mit Glucosamin. In klinischen Studien konnten bislang keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt werden.

Als Salbe hilfreich bei Entzündungen

Die antientzündliche Eigenschaft von Chondroitin wird bei stumpfen Verletzungen oder oberflächlichen Venenentzündungen geschätzt. Lokal als Salbe auf der Haut aufgetragen kann es in darunterliegende Gewebeschichte wirken.

Einsatz in Augenheilkunde und Urologie

Bei Eingriffen am Auge wird Chondroitinsulfatlösung verwendet, auch im Kombination mit Hyalurronat. Die Hornhaut wird auf diese Weise geschützt und feucht gehalten. In der Urologie kann Chondroitinsulfat als Blasenspülung verwendet werden mit dem Ziel, die Blasenschleimhaut wieder aufzubauen, wenn sie beispielsweise durch eine chronische Entzündung beeinträchtigt ist.

Antioxidantien unterstützen die Wirkung

Antioxidantien, die freie Radikale unschädlich machen können, die besonders bei Entzündungen auftreten, unterstützen den Schutz von Zellmembranen durch Vitamin E. Vitamin C unterstützt die Wirkung von Vitamin E. Außerdem ist es am Kollagenstoffwechsel des Stützgewebes beteiligt.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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