Chitosan

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chitosan
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Vielseitiges Chitosan

Chitosan ist ein natürliches Polyglucosamin (Polyaminosaccharid), eine Kette aus Zuckermolekülen mit Aminogruppen. Mehrere Aminosaccharide sind in Kettenform aneinandergereiht. Das Polymer wird aus der Schale von Krustentieren (Chitin) gewonnen. Es wird in Nahrungsergänzungsmitteln als Fettblocker eingesetzt, jedoch nicht in Deutschland.

Kann beim Abnehmen helfen

Chitosan kann die Fettaufnahme in den Stoffwechsel verhindern und damit eine Gewichtsabnahme erwirken. Die Wirkungsweise ist einfach: Chitosan durchläuft den Körper mit der Nahrung und nimmt dabei das sechs- bis achtfache seines Eigengewichts an Fetten auf. Es wird zusammen mit den Fetten ausgeschieden, bevor diese verwertet werden können. Die positive ionische Ladung des Chitosan bewirkt, dass die negativ geladenen Fette andocken, statt in der Fettverdauung aufzugehen. Damit besteht allerdings auch die Gefahr, dass fettlösliche Vitamine wie Vitamin A, D, E und K ebenfalls nicht aufgenommen werden. Auch wenn Hersteller auf eine Versorgung mit fettlöslichen Vitaminen durch den Verzehr von Nüssen, Avocados, Oliven- und Leinöl vor und nach der Einnahme empfehlen, bleibt das Mittel umstritten und ist in Deutschland nicht zugelassen. In jedem Falle ist eine ausreichende Wasserzufuhr notwendig, da Chitosan extrem feuchtigkeitsbindend wirkt.

Natürlicher und nachwachsender Rohstoff

Die Eigenschaften von Chitosan machen es zu einem sehr vielseitig genutzten Faktor. Es wirkt blutstillend und bei zahlreichen Bakterien antibakteriell und kann daher helfen, Entzündungen einzudämmen. Bei Wundauflagen kommen diese Eigenschaften sowie seine feuchtigkeitsbindende und antimikrobiellen Wirkungen zum Einsatz. Es kann fungizid gegen Pilzentwicklung genutzt werden und wirkt als abrasiver Bestandteil in Zahnpasta. Als Filtermedium wird es zur Klärung von Wasser in Kläranlagen eingesetzt. Die Arzneimittelforschung experimentiert seit einiger Zeit mit Chitosan für die Verwendung zur Mikroverkapselung und nachfolgender gezielter Freisetzung von Wirkstoffen, zum Beispiel als Vektor in der Gentherapie. In der Zahnheilkunde wird es für degradierbare chirurgische Füllstoffe eingesetzt. Chitosan kann Schwermetalle binden.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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