Chinarinde (Chinin)

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chinarinde
© Heike Rau – fotolia.com

Geheimnisvolles Naturheilmittel

Die Chinarindenbäume (Cinchona) aus der Familie der Rötegewächse (rubiceae) werden bis zu 30 Meter hoch. Ursprünglich kommt der Baum aus dem Norden Südamerikas. Traditionell wird die Chinarinde in der Naturmedizin als Malariamittel eingesetzt. Heute werden Chinarindenbäume vor allem in Indien angepflanzt.

Inhaltsstoffe

Unter anderem enthält die Chinarinde Alkaloide wie Chinin, Chinidin, Gerbstoffe und Bitterstoffglykoside. Chinin und Chinidin besitzen schmerzstillende Eigenschaften. Da Chinin bei der Entspannung von Muskelkrämpfen effektive Wirkung zeigt, ist der Wirkstoff auch bei Wadenkrämpfen und in der Sportmedizin begehrtl. Dafür eignet sich besonders die Rinde des roten Chinarindenbaums (Chinona pubescens).

Lebensmittelzusatz

Chinin aus der Chinarinde wird in der Lebensmittelindustrie regelmäßig eingesetzt. Unter anderem findet es sich auch in Tonic Water.

Das Naturheilmittel

Die fiebersenkenden und tonisierenden Eigenschaften der Chinarinde machen sie zu einem Heilmittel bei fieberhaften Erkrankungen. Die Ureinwohner im Norden Südamerikas kennen ihre Zubereitung als traditionelles Heilmittel gegen schwere Malaria und zur Blutreinigung.

Appetitanregend wirken die Bitterstoffe, die die Bildung von Magensäften unterstützen und positiv auf die Verdauung wirken.

Das Naturheilmittel wird auch bei Angina tonsillaris, Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz eingesetzt.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Es können allerdings Nebenwirkungen auftreten, unter anderem allergische Reaktionen und Thrombozytopenie, eine verminderte Anzahl an Blutplättchen.

Achtung

Die Verwendung von frischer Chinarinde ist nicht ratsam, da das enthaltene Chinin starke Nebenwirkungen entfalten kann und die Dosierung schwankt. Bei Fertigpräparaten ist die Sicherheit bezüglich der Dosierung gewährleistet.

Bei Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen der Chinarinde ist von der Einnahme abzusehen. Die Anwendung über eine Woche hinaus wird nicht empfohlen. Bei Patienten mit Ulcus duodeni oder Ulcus ventriculi darf Chinarinde nicht eingesetzt werden.

Während der Schwangerschaft kann das enthaltene Chinin bei der Verwendung von Chinarinde vorzeitige Wehen auslösen. Auch in der Stillzeit und bei Kindern unter 12 Jahren wird von einer Einnahme abgeraten, da Studien zur Verträglichkeit fehlen.

Die Anwendung sollte mit dem Arzt oder Heilpraktiker abgesprochen sein.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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