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Nierenreinigung
(nach Dr. Hulda Clark)

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nierenreinigung
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Einmal durchspülen bitte

In der klinischen Urologie bezeichnet der Begriff Nierenreinigung eine Spülung des Harnleiters mit einer sterilen Flüssigkeit.

Von der Alternativmedizin wird Nierenreinigung in mehreren anderen Varianten praktiziert. Die Reinigung bezieht sich dabei entweder auf das Entfernen von Nierensteinen oder Harnsteinen oder aber auf sogenannte „Schlacken“ oder Gifte, meist aus „auskristallierter Harnsäure“.

Tee

Eine „entschlackende“ Wirkung sollen bestimmte Nierentees oder Blasentees wie beispielsweise Brennnesseltee entwickeln. Die Befürworter sprechen bei Genuss des Tees von einem Durchspülen der Niere.

Viel hift viel?

Eine sehr deutlich höhere Menge an Flüssigkeiten trinken, als die normalen Trinkgewohnheiten vorsehen, das soll bei einigen Befürwortern eine Nierenreinigung bewirken, bzw. natürliche Nierenspülung. Die Idee dahinter rührt von der Annahme, dass eine erhöhte Menge an Urin die Niere durchspülen und dadurch reinigen würde. Manchmal werden spezielle Säfte statt Wasser empfohlen. Statt die Trinkmenge drastisch zu erhöhen, wurden auch schon Infusionen mit Kochsalzlösung durchgeführt. Eine Warnung an dieser Stelle: Übermäßiger Wasserkonsum kann zum Tod führen. Bei einem Versuch in den USA, bei dem 7 Liter Wasser getrunken wurden, verstarb der Kandidat an „Wasserintoxination“.

Dr. Hulda Clark

Die verstorbene Wunderheilerin Dr. Hulda Clark aus den USA hat ein Nierenreinigungsprogramm propagiert, das man im Internet häufig beworben findet. Ihre Methode besteht aus der Verabreichung von einer Mixtur aus Tee, diversen Wurzeln, Vitamin B6, Glyzerin, Kräutern und Nahrungsergänzungsmitteln drei bis sechs Wochen lang und möglichst zweimal im Jahr. Die Hulda-Clark-Methode verspricht eine „Auflösung von Nierensteinen“ und die Auflösung von „Ablagerungen“.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Natron (Natriumhydrogencarbonat)

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natron
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Bezugsquelle: Basenbad mit Edelsteinpulver

Das steckt hinter Natron

Natriumhydrogencarbonat ist allgemein unter dem Trivialnamen Natron bekannt. Es handelt sich um ein Natriumsalz der Kohlensäure.

Tatsächlich ist dies das aus der Küche allseits bekannte Backsoda, das auch unter den Bezeichnungen doppelkohlensaures Natron und Speisenatron zu finden ist oder als Markenprodukt als Bullrich-Salz und Kaiser Natron. (Achtung, die meisten dieser Produkte werden meist nicht als reines Natron angeboten). Wer kennt nicht den alten Trick, getrocknete Bohnen, Erbsen oder Linsen mit einer Prise Natron zu kochen, damit sie schneller weich werden und der Bläheffekt verringert wird. Das soll auch bei Kohl und Käsefondue funktionieren.

Das Natriumhydrogencarbonat wird in der Lebensmittelindustrie zur Herstellung von Brausepulver und Backpulver als Triebmittel verwendet. Auch in Zahnpasta kann das Natron wegen seiner abrasiven Eigenschaften eingesetzt werden.

Das weiße Pulver

Natriumhydrogencarbonat ist eine natürliche Substanz. Es liegt meist als hygroskopisches (wasseranziehendes) weißes Pulver vor. Ab 65 Grad Wärme zersetzt es sich zu Natriumcarbonat und setzt dabei Wasser und Kohlendioxid (CO2) frei.

Biologischer Nutzen

Natriumhydrogencarbonat ist Bestandteil der des Magenschleims und schützt die Magenschleimhaut vor der Magensäure.

Als Hausmittel gegen Sodbrennen ist Natron weit bekannt, meist in Kombination mit Zitronenwasser. Es kann neutralisierend auf die Magensäure wirken indem es die Reaktionsprodukte CO2 und Wasser bildet. Dabei sollte es nicht direkt nach den Mahlzeiten eingenommen werden, da es die Magensäure teilweise neutralisieren kann und damit die Verdauung behindert. Natriumhydrogencarbonat ist nach wie vor Bestandteil zahlreicher Produkte gegen säurebedingte Magenprobleme oder Sodbrennen, selbst wenn dieser Einsatz heute als veraltet angesehen wird.

Natriumhydrogencarbonat wird überall auf der Welt als Puffersubstanz in der Hämodialyse (Blutspülung) bei metabolischer Azidose eingesetzt. Der Vorteil ist unter anderem, dass es nicht erst verstoffwechselt werden muss, wie andere Bestandteile von Dialysaten. Offenbar vermag Natriumhydrogencarbonat das Risiko für Krämpfe, Übelkeit und Blutdruckabfall bei dem Verfahren zu verringern.

Bei sportlichen Aktivitäten wird manchmal Natron als ausdauersteigerndes Mittel eingesetzt.

Bei Vergiftungen kann Natriumhydrogencarbonat als Gegenmittel hilfreich sein bei Barbituraten, Salicylaten oder Trizyklischen Antidepressiva.

Es gibt zahllose weitere Indikationen für den Einsatz von Natriumhydrogencarbonat. Unter anderem sollen Forschungen zur positiven Beeinflussung von Krebsleiden durch Natriumhydrogencarbonat laufen. Von einer dahingehenden Selbstbehandlung wird jedoch unbedingt abgeraten. Die Einnahme sollte stets mit dem Arzt oder Heilpraktiker abgestimmt werden.

Basisch baden

Natriumhydrogencarbonat ist auch die Basis von Basenbädern. Der sanfte basische pH-Wert von 8,5 hilft bei Entsäuerung und und Entgiftung über die Haut und regt deren Selbstfettung an.

Die Werbung der Kosmetikindustrie mit dem angeblichen Säureschutzmantel bei einem pH-Wert von 5,5 ist blühender Unsinn. Die Haut hat diesen Wert, wenn der Körper übersäuert ist und diese Säuren auszuscheiden versucht. Der pH-Wert von 8,5 ist der natürliche Wert für Ihre Haut, denn damit wurden Sie geboren.

Basisch mineralisches Badesalz Konzentrat neutralisiert die Säuren auf der Haut.
Duch den Abbau von Säuren kann nicht nur schnellere Regeneration bewirkt werden, sondern der aktive Zellschutz wird ebenfalls gefördert. Basenbäder halten jede Haut weich und geschmeidig.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Natrium

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natrium
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Das positive Ion der Elektrolyte

Natrium ist ein Alkalimetall mit dem Elementsymbol Na. Es ist sehr reaktiv und liegt daher meist in Verbindungen vor, so zum Beispiel in Kochsalz (Natriumchlorid). Im menschlichen Körper kommt Natrium als positiv aufgeladenes Ion (Na+) vor. Es handelt sich um das wichtigste positiv geladene Ion in den Körperflüssigkeiten. Als essentielles Mengenelement des Körpers muss es durch die Nahrung zugeführt werden.

Wechselspiel Natrium und Kalium

Natrium ist für die biochemischen Abläufe im menschlichen Organismus unverzichtbar, im Wechselspiel mit Kalium. Den beiden Stoffen gelingt es, die Spannungsdifferenz auszubalancieren zwischen Kalium-Ionen, die ins Zellinnere gelangen und Natrium-Ionen, die in das Extrazelluläre Milieu aus der Zell heraus strömen. Das Gleichgewicht zwischen Natrium und Kalium (Natrium-Kalium-Pumpe) ist sehr empfindlich und Störungen manifestieren sich schnell in gesundheitlichen Problemen. Insbesondere kann die Übertragung von Nervenimpulsen gestört werden. Die Stoffe spielen eine wichtige Rolle bei der Erregung der Nervenzellen, Übermittlung an die Muskelfasern und die Beeinflussung des Herzrhythmus.

Der Flüssigkeitshaushalt des gesamten Körpers und der Blutdruck hängen direkt von Natrium ab.

Natriumspiegel

Der Wasserhaushalt ist dabei für den Natriumspiegel viel entscheidender, als die Aufnahmemenge des Natriums selbst.

Der Natriumspiegel im Blutserum beträgt normalerweise 135 bis 145 Millimol pro Liter. Die Schwankungen sind dabei eher gering. Wenn wenig oder zu wenig Wasser aufgenommen wurde, konzentriert sich der Natriumgehalt in einem steigenden Spiegel. Wenn mehr Wasser zugeführt wurde, verdünnt sich der Natriumgehalt und der Spiegel fällt.

Das kann zum Beispiel passieren, wenn bei körperlicher Belastung durch das Schwitzen viel Natrium ausgeschieden wird und nur Wasser ohne Natrium wieder zugeführt wird.

Niere als Regulativ

Die Niere übernimmt eine Schlüsselfunktion bei der Regulation von Natrium, wobei das Organ nicht sehr schnell auf eine Veränderung reagieren kann. Bei einem Natriumüberschuss im Blutserum wird sie den Natriumgehalt verdünnen, indem sie Natrium über den Urin ausscheidet aber Wasser zurückbehält. Umgekehrt wird die Niere bei einem Natriummangel das Natrium zurückhalten und Wasser ausscheiden.

Vorkommen in Lebensmitteln

Durch den Zusatz von Kochsalz haben viele verarbeitete Produkte einen hohen, und oft zu hohen Natriumgehalt wie beispielsweise Wurstwaren, Fleischwaren, Hartkäse, Dosengemüse und Fertiggerichte. Normale Konzentrationen liegen vor in Eiern, Milch, Sahne, Weichkäse, Frischfleisch und Frischfisch (im Gegensatz zum haltbar gemachten und in Industrieprozessen bearbeiteten Produkten). Obst und Gemüse gelten als natriumarm.

Auf der Erde

In der Natur gehört Natrium zu den zehn häufigsten Elementen der Erde. Sehr viel Natrium befindet sich im Meerwasser. Es ist Bestandteil vieler Mineralien der Erdkruste.

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NADH (Coenzym 1)

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Zellenergie pur

Das Coenzym Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid (NADH) wurde 1906 entdeckt von Arthur Harden und William Young. In der Abkürzung NADH steht das H für einen Wasserstoffanteil. Eine andere Bezeichnung für diesen Stoff lautet Coenzym 1, um seine Wichtigkeit vor allen anderen Coenzymen zu dokumentieren.

In jeder Zelle vorhanden

Biochemisch entsteht das NADH aus einer bestimmten Form des Vitamins B3, dem Niacinamid. Es handelt sich um nichts weniger, als den wichtigsten Träger von Elektronen bei der Energiegewinnung der Zellen, ein Oxidationsvorgang der Moleküle. Weiterhin ist NADH beteiligt an der Produktion von der Energiespeichersubstanz Adenosin-Triphosphat (ATP). Darüber hinaus erfüllt NADH wichtige Aufgaben in der Immunabwehr indem es Antioxidantien regeneriert, die freie Radikale abfangen, indem sie ein Elektron abgeben, bevor die freien Radikale die Zellsubstanz oxidieren können. Im Zellschutz wird sehr viel NADH benötigt, sozusagen als indirektes Antioxidans. NADH wirkt jedoch auch selbst als direktes Antioxidans, indem es Schädigungen der Zelle regeneriert, die durch freie Radikale entstanden sind.

Zellulärer Brennstoff

NADH ist in jeder Zelle vorhanden, bei Mensch, Tier und Pflanze. Je aktiver die Zelle ist, desto mehr NADH benötigt sie. Insbesondere das Gehirn und der Herzmuskel brauchen große Mengen des Coenzyms 1. In der letzten und wichtigsten Phase der Zellatmung im Energiestoffwechsel der Zelle hängt die ATP-Produktion und damit der entscheidende Schritt zur Energiegewinnung von NADH ab. Vergleichbar ist die Bedeutung des NADH mit dem Coenzym-Treibstoff, ohne den der beste Enzym-Motor nicht läuft.

Das berühmte ATP

In den Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien, wird aus Glucose, Sauerstoff aus der Luft, die wir atmen und NADH durch Verbrennung Energie gewonnen, Körperwärme produziert. Diese Stoffe werden alle über die Nahrung aufgenommen. Nährstoffarme Ernährung oder eine ernsthafte Störung der Darmflora kann die ausreichende Aufnahme der lebenswichtigen Stoffe behindern.

Vorkommen in Lebensmitteln

Da NADH Bestandteil jeder lebendigen Zelle ist, wird es mit sehr vielen Lebensmitteln verfügbar. Aufgrund ihres Energiebedarfs enthalten tierische Zellen mehr von der Substanz als pflanzliche Zellen. Am meisten ist im Herzmuskel von Tieren und in den Flügelmuskeln von Vögeln enthalten. Natürlich enthalten auch Obst und Gemüse NADH, jedoch wird es leicht beim Kochen zerstört. Ein Teil des NADH wird bei der Nahrungsaufnahme auch im Magen vernichtet.

Hinweis

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Vitamin B3 (Niacin, Niacinamid)

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Bezugsquelle:  Vitamin B-100 Complex (Vitamin B3 als Niacinamid: 100mg/Kapsel)

Das Haut-Vitamin aus dem B-Komplex

Vitamin B3 oder Niacin ist für zahlreiche Stoffwechselprozesse bedeutsam. Die Charakterisierung als Vitamin gilt heute als veraltet, die neuere Literatur spricht eher von Niacin (Nicotinsäure).

In dieser Bezeichnung werden Nicotinsäure und Nicotinsäureamid zusammengefasst. Diese beiden Stoffe können vom Körper jeweils in den anderen umgewandelt werden, deshalb werden sie zusammen als Niacin bezeichnet. Es handelt sich um einen Stoff aus dem Vitamin-B Komplex.

Nicotinsäure ist ein kristalliner, wasserlöslicher Feststoff.

Insbesondere wichtig ist der Stoff für Haut und Schleimhäute. Entsprechend tritt als Mangelerscheinung eine schuppige, raue und überpigmentierte Haut auf.

Vitamin B3 (Nicotinsäure, Niacin)

Niacin wird in der Leber gespeichert und ist Bestandteil aller lebenden Zellen. Vitamin B3 wird durch die Nahrung dem Körper zugeführt. In einer körpereigenen Biosynthese kann im Darm Nicotinamid umgewandelt werden zu Nicotinsäure. Durch die Darmwand gelangt sie ins Blut und kann so zur Leber transportiert werden.

Niacin ist beispielsweise wichtig für die Produktion von Fettsäuren. Es ist beteiligt an der Produktion von extrem wichtigen Coenzymen sowie am Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel. Niacin besitzt sehr hohe antioxidative Eigenschaften. Muskeln, Erbsubstanz, Nerven und Haut sind in ihrer Regeneration von Niacin abhängig.

Als Medikament wird Nicotinsäure überwiegend aufgrund seiner gefäßerweiternden Eigenschaften eingesetzt.

Aufnahme aus Lebensmitteln

Niacin kann aus tierischen Lebensmitteln besser aufgenommen werden, als aus pflanzlichen, in denen es auch in geringerer Konzentration vorliegt.

In natürlicher Form ist es in Fleisch enthalten, vor allem in Leber. Des Weiteren auch in Fisch, Milchprodukten (bei Milchkühen kann Niacin als Futtermittelzusatz eingesetzt werden) und Eiern sowie in Hülsenfrüchten und Obst. Ein ergiebiger Vitamin B3-Lieferant unter den pflanzlichen Lebensmitteln ist auch Bohnenkaffee.

Bedarf

Der Niacin-Bedarf ist abhängig vom Energiebedarf. Die Tagesdosis wird berechnet von rund 6,6 Milligramm Niacin täglich im Durchschnitt pro Erzeugung von 1.000 Kilokalorien an Energie für Organe, Zellen und Gewebe. Daraus ergibt sich ein Tagesbedarf für einen gesunden Erwachsenen von 13 bis 15 Milligramm Niacin bei Frauen, 15 bis 20 Milligramm Niacin für Männer und 5 bis 6 Milligramm Niacin für Kinder.

Überdosierung

Von einer Überdosierung wird bei einer Zufuhr von 1,5 bis 3 Gramm pro Tag gesprochen. Auch bei sehr hohen Dosierungen unter dieser Menge kann es in Einzelfällen zu dem hautgefäßerweiternden Effekt Flush kommen, zu Blutdruckabfällen, Schwindel und einem erhöhten Harnsäurespiegel im Blut. Toxische Erscheinungen sind offenbar noch nicht beobachtet worden.

Mangel

Mangel an Vitamin B3 (Hypovitaminose) kann sich äußern in Durchfällen, Depressionen, Hautstörungen und Dermitis, Mundschleimhautentzündungen, Entzündungen der Magen-Darm-Schleimhäute und der Krankheit Pellagra, die ursprünglich von einseitiger Ernährung mit Mais herrührt.

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Olivenöl als Naturheilmittel

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Eines der ältesten Naturheilmittel der Menschheit

Olivenöl wird aus den Früchten und Kernen des Olivenbaums (Olea europa) gepresst. Bereits in der Antike galt es als Heilmittel und wurde innerlich gegen Entzündungen und äußerlich gegen Hauterkrankungen angewendet.

Beste Qualität für die Gesundheit

Wissenschaftliche Untersuchungen haben immer wieder versucht, hinter das Geheimnis der Langlebigkeit der Menschen in den Mittelmeerländern zu kommen. Eine der Hauptursachen könnte das Olivenöl sein, ein natürlicher Schutzfaktor einfach durch die Ernährung.

In der mediterranen Küche ist das kaltgepresste Olivenöl die Hauptfettquelle, während in nordeuropäischen Ländern eher tierische Fette verwendet werden. Der Zusammenhang von Fett und Krankheiten wie Dickdarmkrebs, Brust- und Prostatakrebs sowie Gallensteinen und möglicherweise sogar Depressionen ist naheliegend. Im Vergleich ist in jedem Falle ein hochwertiges pflanzliches Öl die gesündere Alternative.

Pflanzlicher Schutzschild

Olivenöl enthält einfach ungesättigte Fettsäuren, tierische Fette wie Butter, Schmalz, Wurst, fettes Fleisch oder Käse jedoch gesättigte Fettsäuren, die im Hinblick auf den Cholesterinspiegel problematisch sein können. Olivenöl kann einen positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel insgesamt nehmen und den Teil des Cholesterins eindämmen, der für die Ablagerungen in den Blutgefäßen verantwortlich ist. Es scheint, dass die Produktion der Magensäure eingeschränkt wird und eine günstige Beeinflussung von Magen-Darm-Geschwüren stattfinden kann und das Risiko für Gallensteine verringert wird.

Zivilisationskrankheiten

Letztlich geben mehrere Faktoren nach Meinung von Wissenschaftlern dazu Anlass zu glauben, dass Olivenöl eine gesundheitserhaltende und für den Organismus förderliche Wirkung hat. Die Gesunderhaltung des physiologischen und biochemischen Gleichgewichts führt zudem zu der Reduzierung des Risikos für die bekannten Ziviliationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und daraus folgend auch Arteriosklerose, koronare Herzerkrankungen und Herzinfarkt, Schlaganfall und wahrscheinlich auch Krebs. Besondere Bedeutung haben offenbar Polyphenole aus den sekundären Pflanzenstoffen im Olivenöl.

Gesundes Fett

Gemäß der Deutschen Herzstiftung ist „Olivenöl, am besten nativ extra oder extra vergine – ist im Rahmen einer ausgewogenen mediterranen Ernährung nach wie vor empfehlenswert, um das Risiko für die Entstehung von Gefäßkrankheiten zu vermindern oder deren Verlauf günstig zu beeinflussen.“

Qualität ist das A und O

Nur hochwertiges Olivenöl besitzt die positiven Eigenschaften eines Naturheilmittels erster Güte. Deshalb ist wichtig, die Güteklassen zu kennen, denn niedrige Qualitätsstufen können wirkungslos bis hin zu schädlich sein.

Natives Olivenöl extra

Neben der deutschen Bezeichnung werden im Handel vielfach die landessprachlichen Bezeichnungen gewählt: extra virgin (engl.), extra vergine (ital.), virgin extra (span.) oder extra virgem (portug.). In jedem dieser Fälle ist es die Bezeichnung für die höchste Güteklasse von Olivenölen. Es handelt sich um kaltgepresstes Öl aus frischen Oliven in erster Pressung und ausschließlich mit mechanischen Mitteln. Ölsäure, sprich freie Fettsäuren, dürfen maximal mit einem Gehalt von einem Gramm pro 100 Gramm Öl enthalten sein. Die Geschmacksvielfalt von Extra-Virgin-Ölen ist sehr groß und immer absolut einwandfrei in Geschmack und Farbe.

Natives Olivenöl (virgin, vergine)

Die zweite Güteklasse wird ebenfalls aus frischen Oliven in Kaltpressung gewonnen. In dieser Klasse sind Öle zusammengefasst, die bis zu zwei Gramm freie Fettsäuren pro 100 Gramm Öl haben dürfen. Im Vergleich zum Extra nativen Olivenöl können kleinere Fehlstellungen im Geschmack auftreten.

Olivenöl

Wenn die Qualitätsmerkmale für natives Olivenöl nicht zutreffen, kann das Olivenöl unter Dampf raffiniert werden. Um einen besseren Geschmack zu erhalten, wird es später mit nativem Olivenöl angereichet. Dieses Öl darf nur als „Olivenöl“ bezeichnet werden, ohne die obigen Gütebezeichnungen.

Oliventresteröl

Oliventresteröl wird aus den Rückständen des gepressten Olivenöls hergestellt und muss dann auch als Oliventresteröl gekennzeichnet werden. Es besitzt einen milden Geschmack. Fettsäuren dürfen maximal bis 1,5 Gramm pro 100 Gramm Öl emthalten sein.

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Neembaum (Azadirachta indica)

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Ein Baum für alle Fälle

Der Neembaum oder auch Niembaum (Azadirachta indica) gehört in die Familie der Mahagonigewächse (Meliaceae). Jahrhundertealte Anwendungen haben seine Wirksamkeit gezeigt, die heute in Medizin und Landwirtschaft genutzt werden. In der Landwirtschaft wird die schädlingsbekämpfende Wirkung geschätzt für Pflanzenschutz und Vorratsschutz (Insektizid, Fungizid, Dünger, Futtermittel). In Deutschland ist beispielsweise das Pflanzenschutzmittel NeemAzal/T-S zugelassen.

Die Inhaltsstoffe des geheimnisvollen Baumes sind bis heute noch nicht vollständig erforscht, denn Neem enthält über 100 chemische Inhaltsstoffe, in unterschiedlichen Zusammensetzungen in Rine, Stammholz, Blättern und Früchten.

Wächst schnell in tropischem Klima

Der Neembaum gedeiht in tropischen und subtropischen Klimazonenwie Indien, Pakistan und Burma und wird bis zu 30 oder gar 40 Meter hoch. In Indien wächst er an buchstäblich jedem Straßenrand. Der rasch wachsende Baum kann bis zu 200 Jahren alt werden. Seine Verbreitung hat durch seinen enormen Nutzwert zugenommen.

Inhaltsstoffe

Als sicher gilt, dass einer der besonders wirksamen Inhaltsstoffe, das Triterpenoid Azadirachtin aus dem Öl der Samenfrüchte, wie ein Insektizid wirkt. Die Samen enthalten rund 40 Prozent Öl.

Außerdem erwähnenswert sind Slannin, Meliantriol, Nimbin und Nimbidin. Natürlich enthält Neem ätherische Öle, sowie Gerbsäure, Phosphor, Harz, Hyperosid, Linolsäure, Quercetin, Myristizinsäure, Rutin und Schwefel.

Antibakteriell und antiviral

Präparate aus dem Neembaum können antibakteriell und antiviral wirken. In Volksheilkunde und in der Landwirtschaft werden diese Eigenschaften genutzt.

Pflanzenteile für die Anwendung

Innerlich lassen sich nur die Blätter einnehmen. Sehr stark wirkend und daher nur für äußerliche Anwendung geeignet sind die Samen und das Neembaumöl aus den Samen.

Seit 2.000 Jahren erfolgreich

Indische Ärzte setzen Neemprodukte seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Medizin erfolgreich ein gegen zahlreiche Beschwerden und Krankheiten. Indikationen sind erhöhter Cholesterinspiegel und Bluthochdruck, Diabetes Mellitus und gegebenenfalls Krebs, Hepatitis, Lepra, Nesselsucht, Anämie, Schilddrüsenerkrankungen und Verdauungsbeschwerden. Darüber hinaus gilt Neem als sehr wirksam gegen Kopfläuse und Hausstaubmilben.

Blätter des Neembaum

Die frischen Blätter werden gekaut oder als Tee zubereitet. Dafür sind auch getrocknete Blätter geeignet. Der Saft aus frischen Neemblättern soll gegen Bluthochdruck helfen, gegen Blasenentzündung, Leberschwäche und Darmbeschwerden.

Verhütung

Bei täglichem Kauen von frischen Neemblättern soll bei Frauen angeblich ein empfängnisverhütender Effekt eintreten, der verhindern soll, dass sich befruchtete Eier in der Gebärmutterschleimhaut einnisten. Spermizid (spermienabtötend) soll außerdem Neemöl mit Creme angerührt wirken, wenn es vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt wird. Medizinisch gilt dieser Gebrauch als unsicher. Es wird nicht empfohlen, sich auf die traditionelle Überlieferung zu verlassen.

Äußerlich angewendet

Neembaumöl ist in vielen Kosmetika enthalten. Therapeutisch kann es bei leichten Pilzinfektionen eingesetzt werden, aber auch bei neuralgischen Schmerzen oder Rheumabeschwerden. Bei Hautproblemen aller Art kann Neemöl hilfreich sein, auch bei Juckreiz auf der Haut. Für größere Hautstellen eignet sich auch eine Mischung aus Olivenöl oder Mandelöl mit Neemölbeimischung.

Einige Öltropfen auf heißem Wasser können bei Inhalation positiven Einfluss auf Husten und entzündliche Atemwegsbeschwerden nehmen.

Insektenschutz

Eine Tinktur aus den Samen wehrt Insekten ab. Der Kaltauszug aus den Samen kann als Pflanzenschutzmittel gegen Schädlinge eingesetzt werden.

Hinweis

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Nachtkerzenöl

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nachtkerze
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Luxus für die Gesundheit

Nachtkerzenöl (Oenotherae semenis oleum) wird aus den Samen der Nachtkerze (Oenothera biennis) aus der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae) gewonnen. Die Samen enthalten ein Öl mit wertvollen ungesättigten Fettsäuren wie Linolsäure, Linolensäuren, Palmitinsäure und Ölsäure.

Die Nachtkerze ist ein Einwanderer

In Mitteleuropa gehört die Nachtkerze zu den Neophyten, die ungefähr um 1620 aus Nordamerika eingeführt wurde und sich stark ausgebreitet hat.

Von den amerikanischen Ureinwohnern wurden Blätter und Wurzeln der Pflanze als Nahrungsmittel verwendet. Die Wurzel wird auch hierzulande wie Pastinaken oder Schwarzwurzeln gekocht. Die Blütenblätter können als essbare Dekoration verwendet werden. Gelegentlich findet man Wurzeln und Blätter auch als Schweinefutter.

Produktion

Die winzigen Samen der Nachtkerze werden zunächst getrocknet für einen geringen Wasseranteil von nicht mehr als neun Prozent. Um die Inhaltsstoffe nicht zu beschädigen wird das Öl kalt gepresst, denn hohe Temperaturen zerstören die wirksamen Stoffe. An der Luft wird das Öl relativ rasch ranzig und sollte daher im Kühlschrank in verschlossenen Flaschen aufbewahrt werden. Es hat dann eine ungefähre Haltbarkeit von drei Monaten.

Naturheilkunde

Bedeutung für die Heilkunde besitzt vor allem das Nachtkerzenöl aus den Samen. Es kommt als pflanzliches Heilmittel sowohl äußerlich eingesetzt werden, entweder pur oder in Salben, oder innerlich als Nahrungsergänzungsmittel oder Nahrungsmittel.

Innerlich wird es in der Naturheilkunde zur Linderung von Neurodermitis eingesetzt. Ausschlaggebend hierfür ist ein angenommener mangel an Gamma-Linolensäuren bei Neurodermitispatienten. Nachtkerzenöl enthält signifikante Mengen an Linolsäure, die im Körper umgewandelt werden kann zu Gamma-Linolensäure.

Es gilt außerdem als wirksam bei Bluthochdruck, Migräne, Rheuma, Asthma und Heuschnupfen. Es wird dem Nachtkerzenöl auch ein positiver Einfluss auf Menstruationsbeschwerden und Wechseljahrbeschwerden nachgesagt.

Inhaltsstoffe

Nachtkerzenöl hat einen Anteil von rund 80 Prozent an essentiellen Fettsäuren, die nicht vom Körper hergestellt werden können. Ungesättigte Fettsäuren sind für die Zellgesundheit, den Cholesterinstoffwechsel und die Bildung hormonähnlicher Substanzen im Körper unentbehrlich.

Neben Linolsäure, die in Gamma-Linolensäure umgewandelt werden kann, sind Aminosäuren, Mineralstoffe und Vitamin E enthalten.

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Gewürznelken (Syzygium aromaticum)

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Nelkenöl gegen den Schmerz

Gewürznelken (Syzygium aromaticum) sind ungeöffnete und getrocknete Blütenknospen vom Gewürznelkenbaum aus der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Der immergrüne Gewürznelkenbaum ist auf den Philippinen, Indonesien und auf Madagaskar heimisch und kann bis 20 Meter hoch werden.

Die getrockneten Blütenknospen haben die Form von kleinen braunen Nägeln und es wird vermutet, dass diese Form ihnen ihren Namen gegeben hat (Nägeli). Nelken riechen stark aromatisch und leicht süßlich. Auf der Zunge können sie ein Brennen verursachen. Wenn man mit dem Fingernagel auf den Nelkenstiel drückt, sieht man, dass Öl austritt. Wenn kein Öl austritt, ist die Nelke nicht mehr richtig frisch.

Gewürznelken gelten als Heil- und Gewürzpflanze. In Europa sind sie eine wichtige Zutat von Lebkuchen.

Gewürznelke im Wandel der Zeiten

In altägyptischen Grabmälern wurden auf Ketten aufgefädelte Gewürznelken gefunden. In China wurde die Heilpflanze viel in der Küche aber auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt. Es wird überliefert, dass Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert Gewürznelken als Geschenk an Papst Sylvester I überreicht haben soll. Das wäre das erste Zeichen von der Existenz der Gewürznelken in Europa. Sicher ist, dass sie über den Handel schon im frühen Mittelalter nach Europa gelangten, wo sie weite Verbreitung fanden. Als „Nelken“ findet man sie erstmals bei Hildegard von Bingen bezeichnet.

Nelken in Pestzeiten

In Pestzeiten versprach man sich von dem stark aromatischen Gewürz eine desinfizierende Wirkung. Ärzte trugen Ketten aus Gewürznelken umgehängt und kauten die braunen Nelken, wenn sie zu den Pestkranken gingen. Nelken wurden zu hohen Preisen gehandelt.

Lange besaßen die Niederländer ein Monopol auf den Nelkenhandel. Noch heute werden Gewürznelken von den Molukken aus Indonesien in großen Mengen in Amsterdam und Rotterdam umgeschlagen.

Unverkennbarer Duft aus ätherischen Ölen

Nelken wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Sie enthalten ätherisches Öl, das zu 80 bis 95 Prozent aus dem Hauptwirkstoff Eugenol besteht. Daneben kommen Acetyleugenol, Betacaryopyllen, Oleansäure und Vanillin vor. Eugenol kann eine antientzündliche und schmerzlindernde Wirkung haben und das Gefühl örtlicher Betäubung auslösen. Daher wird bei Entzündungen in Mund und Rachenbereich in der Volksheilkunde gerne Nelkenöl verwendet. Eugenol kann gegebenenfalls krampflösende Eigenschaften haben.

Eugenol kann medizinisch nachweisbare Eigenschaften entfalten. Bei Überdosierung kann es jedoch zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen. Äußerliche und innerliche Verwendung von Nelkenöl ist mit dem Arzt oder Heilpraktiker abzustimmen.

Antioxidans

Gewürznelken gelten als stärkeres Antioxidans als viele andere Gewürze wie Rosmarin, Thymian oder Oregano. Vitamin A (Betacarotin), Flavonoide und sekundäre Pflanzenstoffe machen die Gewürzpflanze auch zu einer gesundheitserhaltenden Heilpflanze. Es wird aufgrund von Hinweisen aus Untersuchungen vermutet, dass die antioxidative Wirkung des Aromaextrakts im Nelkenöl sich auf den ganzen Körper positiv auswirken kann, das Immunsystem unterstützt und möglicherweise Effekte im Blut bewirken kann wie die Hemmung der Verklumpung von Blutplättchen oder die Reduzierung von Toxinen in der Blutbahn.

Gewürznelken sind Lieferanten von Mineralien wie Eisen, Mangan, Magnesium und Selen. Kalium spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Zellflüssigkeit, Blutdruck und Herzfrequenz.

Bei Zahnschmerzen

Nelkenöl kann auch bei Zahnschmerzen hilfreich sein. Da es die Schleimhäute reizt, nicht unverdünnt verwenden sondern tropfenweise auf einem mit Wasser befeuchteten Wattepad. Als keimtötende Gurgellösung wenige Tropfen in einem Glas Wasser verwenden. Lassen Sie sich für die richtige Anwendung von Ihrem Apotheker beraten. Zahnmediziner setzen Nelkenöl vielfach ein. Bei Zahnschmerz lautet ein Rezept der Volksheilkunden: Auf eine Gewürznelke beißen, neben dem schmerzenden Zahn platzieren und später ausspucken.

Warnhinweis

Es gibt Hinweise darauf, das Nelkenöl blutverdünnende Wirkung haben kann und möglicherweise wehenauslösend wirkt. Während der Schwangerschaft und bei Medikamenteneinnahme sollte die Verwendung von Nelkenöl vermieden werden. Eine Abstimmung mit dem Arzt oder Heilpraktiker wird empfohlen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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