Archiv der Kategorie: H

Hydroxypropylmethylcellulose (pflanzliches Kapselmaterial)

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hydroxypropylmethylcellulose
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Vegane Kapselhülle

Andere Bezeichnungen für Hydroxypropylmethycellulose lauten HPMC, E464, Hypromellose oder Methylhydeoxypropylzellulose. Es handelt sich um ein rein pflanzliches Verdickungsmittel auf der Basis von Cellulose. Hydroxypropylmethycellulose ist also sowohl vegetarisch als auch vegan.

In der Lebensmittelindustrie der Stoff wahlweise als Füllstoff, Verdickungsmittel, Stabilisator oder Emulgator genutzt. Im pharmazeutischen Einsatz hat Hydroxypropylmethycellulose in den letzten Jahren verstärkt Einzug als Hartkapselhülle mit vegetarischem und veganem Anspruch gehalten (Veggicaps).

Vorteile zur Freisetzung der Inhaltsstoffe

Der Vorteil von Hydroxypropylmethycellulose gegenüber Cellulose ist, dass es wasserlöslich ist. Im Kontakt mit Speichel weicht der Stoff langsam auf und wird porös. Damit kann die Kapselhülle nach und nach im Magen ihre Inhaltsstoffe freigeben, die dort wirken, wo sie gebraucht werden und am besten aufgenommen werden können.

Herstellung aus Pflanzen

Gewonnen wird Hydroxypropylmethycellulose aus verholzter Cellulose von Pflanzenteilen. Gemahlen und gesiebt zu einem cellulosehaltigen Pulver, das mit Salzsäure verarbeitet wird, kommen als weiterer Bestandteil Linters hinzu, kurze Baumwollfasern, die fast ausschließlich aus Cellulose bestehen. Am Ende entsteht mikrokristalliner Cellulose. Mikrokristalline Cellulose kann man sich als freifließende Cellulose in Pulverform vorstellen. Im menschlichen Organismus wirkt Hydroxypropylmethycellulose als wasserlöslicher Ballaststoff, der ausgeschieden wird. Der Stoff ist gesundheitlich unbedenklich.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Hortensienwurzel (Hydrangea)

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hortensienwurzel
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Zierstrauch

Hortensien (Hydrangea) von lat. hortus, Garten, sind Ziersträucher aus der Familie der Hortensiengewächse (Hydranceae). Unter den bekannten Sorten ist die Gartenhortensien in Mitteleuropa die am meisten verbreitete Art. Die pflegeleichte Pflanze zeigt in vielen Gärten ihre blauen, rosa oder grüngelben Blütendolden.

Umstrittene Heilwirkung

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt die Hortensie seit Jahrhunderten als Heilmittel gegen Malaria. Aus der Indianermedizin ist die Verwendung der Waldhortensie überliefert. Hortensienwurzeln enthalten organisches Geranium, das im Immunsystem unterstützend wirken kann, da es die T-Helferzellen stärkt. In der traditionellen Volksmedizin Europas ist auch die Anwendung von Tee aus Hortensienwurzel gegen Nierenleiden bekannt.

Autoimmunkrankheiten

Autoimmunkrankheiten wie beispielsweise Neurodermitis, Morbus Crohn oder Multiple Sklerose sind nach wie vor schwer zu behandeln. Körpereigenes Gewebe wird dabei fälschlich als Fremdkörper angesehen und mit einer unnötigen Immunantwort vom Körper bekämpft. Es scheint Hinweise darauf zu geben, dass der Wirkstoff Halofuginon aus der Hortensienwurzel bei einer Autoimmunkrankheit die Immunzellen Th17-Zellen hemmen kann, die bei den Überreaktionen des Immunsystems verstärkt auftreten. Bei Tierexperimente wurde beobachtet, dass der Wirkstoff nur auf die Th17-Zellen wirkte und nicht das übrige Immunsystem betroffen war.

Vielversprechende Forschungsansätze

Für Autoimmunkrankheiten wäre das ein wichtiger Faktor, denn wenn das gesamte Immunsystem außer Kraft gesetzt wird, kann damit zwar die übermäßige Immunantwort unterdrückt werden, zugleich fiele aber auch der Schutz durch Immunabwehr komplett weg, so dass eine Infektion eine lebensbedrohliche Situation darstellen könnte. Von vielversprechenden Forschungsansätzen mit dem Wirkstoff aus der Hortensienwurzel berichten Forscher der Medical School Harvard in dem Magazin „Science“. Möglicherweise besteht die Wirkung von Halofuginon darin, die Amino Acid Starvation Response (AAR) zu hemmen, der für die Freigabe von Aminosäuren zur Eiweißbildung eine Rolle spielt. Wissenschaftliche Belege, die einen therapeutischen Einsatz beim Menschen rechtfertigen würden, liegen bisher jedoch nicht vor. Es wird empfohlen, keinerlei Versuche zu unternehmen, Halofuginon aus den Wurzeln der Hortensie im Vorgarten zu extrahieren.

Hochgiftige Blausäure beim Rauchen

In regelmäßigen Abständen findet man die Behauptung, dass Pflanzenteile der Hortensie eine cannabisartige Wirkung haben sollen. Das ist nicht richtig, die Hortensie enthält keinerlei psychoaktive Substanzen und ist nicht als Betäubungsmittel eingestuft. Richtig ist vielmehr, dass beim Rauchen Blausäure entsteht. Blausäure ist hochgiftig und kann in ihren Vergiftungserscheinungen zur Zerstörung des zentralen Nervensystems und sogar zum Tode führen. Wissenschaftler führen die von einigen Rauchern berichtete drogenähnliche Wirkung entweder auf den Placebo-Effekt zurück oder eine Zellvergiftung.

Hinweis

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Hopfen (Humulus lupulus)

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hopfen
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Ein sanftes Ruhekissen

Hopfen (Humulus lupulus) ist eine ausdauernde Kletterpflanze aus der Familie der Hanfgewächse, die vorwiegend als aromatische Zutat für Bier kultiviert wird (Echter Hopfen). Der wilde Hopfen ist nur noch selten. Für seine Heilwirkung bekannt ist der Hopfenzapfen (Lupuli strobulus oder Lupilus flos), die weiblichen Blütenstände. Die Schlaf- und Beruhigungswirkung macht den Hopfen zu einem natürlichen und medizinischen Heilmittel.

Hopfenzapfen

Als Tee, Tinktur und Gurgellösung sowie Blütenzapfen als duftende Kissenfüllung wird die Heilpflanze eingesetzt. Bereits vor 1.000 Jahren kannte man die Verwendung zu Heilzwecken zur Beruhigung, bei Menstruationsbeschwerden und als harntreibendes Mittel. Schon früh wurde Hopfen auch in der Bierbrauerei eingesetzt. Hopfen wirkt antibakteriell, beruhigend und entzündungshemmend und soll auch schmerzstillende Eigenschaften besitzen.

Die einschläfernden Eigenschaften werden bei nervösen Belastungszuständen zur Beruhigung und als Einschlafhilfe genutzt. Man sagt Hopfen einen positiven Einfluss auf Magen-Darmbeschwerden durch die Förderung von Speichel und Magensäften nach.

Bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, die mit Unruhe und Schlaflosigkeit einhergehen, kann Hopfen gegebenenfalls als homöopathische Droge hilfreich wirken. Es wird eine krebshemmende Wirkung vermutet, die jedoch nicht wissenschaftlich belegt ist.

Inhaltsstoffe

Ätherische Öle, Beta-Sitosterol, Campesterol, Chalkone, Eugenol, Farnesol, Flavonoide, Gerbstoffe, Harze, Hopfenbitterstoffe, Isovaleriansäure, Metylbutenol, Polysaccharide, Stigmasterol. Der Harzanteil , auch Hopfenharz genannt, im Zapfen kann bis zu 30 Prozent betragen, in den Drüsen 50 bis 80 Prozent. Für das würzige Aroma stehen die ätherischen Öle sowie Gerbstoffe und Flavonoide.

Hopfen steht im Verdacht, Allergien auszulösen. Der Kontakt von Hopfen sollte vermieden werden, wenn Hautausschläge oder Kopfschmerzen auftreten. Während der Schwangerschaft und in der Stillzeit wird weder Kontakt noch Anwendung empfohlen.

Hinweis

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Holunder (Sambucus nigra)

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holunder
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Weiße Blüte, schwarze Frucht

Holunder (Sambucus) ist ein Strauch aus der Familie der Moschuskrautgewächse. In Mitteleuropa ist der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) am stärksten verbreitet. Er ist unter liebevollen Trivialnamen bekannt wie Fliederbeerbusch, Holler oder Holder und gilt als uralte heimische Heilpflanze. Viele Mythen und Märchen ranken sich um den wüchsigen Busch, der in keinem Bauerngarten fehlen durfte und Waldränder und Wiesen säumte. Er bevorzugt stickstoffreiche Böden.

Geheimnisvoll und wirkungsreich

Vor Blitzschlag sollte Holunder in Volksglauben schützen, vor Hexen, Geistern und Dämonen. Stattdessen sollten sich den Menschen wohlgesinnte Hausgeister im Holunder wohlfühlen. Das Ausgraben eines Holunderstrauchs sollte Unglück heraufbeschwören, ein Verdorren gar den Tod vorhersagen. Manche meinen, dass der Holunder seinen Namen der nordischen Göttin Holle verdankt, die sich als die gute Frau Holle in dem Grimm-Märchen wiederfindet.

Möglicherweise leitet sich der Name auch von „hohl“ ab. Aus den hohlen Zweigen des Holunder, aus denen sich leicht das Mark lösen ließ, schnitzten sich Generationen von Kindern ihre erste Flöte und Blasrohre. Als schweißtreibendes Hausmittel wurde er gegen fiebrige Erkältungen und eine Reihe anderer Krankheiten angewendet.

Inhaltsstoffe

Zu den Inhaltsstoffen des Holunder zählen ätherische Öle, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren wie die Chlorogensäure, Triterpene und Schleimstoffe. Es werden Rinde, Blüten und die schwarzen Beeren des Strauches verwendet. Aus den Blüten wird ein klarer Sirup hergestellt oder getrocknet als Tee aufgegossen.

Beeren, Rinde und Blättern enthalten ein schwaches Gift, das cyanogene Glycosid Sambunigrin, das zu Erbrechen und leichten Krämpfen führen kann. Durch Erhitzen zerfällt das Sambunigrin, deshalb findet man Holunderbeeren oft in gekochten Zubereitungsformen wie Holunderbeerensaft, Holunderbeermarmelade oder Fliederbeersuppe.

Das pflanzliche Heilmittel stärkt

Der Saft aus den Beeren, die Beeren selbst sowie Tee aus Blüten oder der Rinde gelten als Hausmittel gegen fiebrige Erkältungen mit schweißtreibender Wirkung, das Herz und Kreislauf stärkt. Die Wirksamkeit der Beeren erklärt sich aus reichlich Vitamin C und Vitamin B, den Fruchtsäuren und ätherischen Ölen, die auch Bestandteil der Blütenstände sind. Die starke antioxidative Wirkung der Anthocyanidine in den blauschwarzen Pflanzenfarbstoffen der Beeren schützt vor oxidativem Stress in den Körperzellen, verstärkt durch das Vitamin C. Diese Komponenten stärken das Immunsystem.

Fiebrige Erkältungen ade

Traditionell gelten Holunderbeeren als schmerzstillend und entzündungshemmend. Die ätherischen Öle besitzen einen schweißtreibenden und schleimlösenden Effekt, der das Fieber senkt und den Auswurf von Bronchialsekreten erleichtert. Die Beeren besitzen zusätzlich eine schwach abführende Wirkung. Getrocknete Blüten (Flores Sambuci) werden als Teekräuter von Apotheken, Drogerien und Reformhäusern geführt.

Die lange Liste der segensreichen Anwendung

Die Anwendung in der Hausmedizin sieht Beeren, Blüte aber auch die Blätter bei rheumatischen Beschwerden vor. Holunder soll auch Diabetes mellitus positiv beeinflussen. Medizinisch sind die Wirkungen nicht nachgewiesen.

Neueste Forschungen haben den Wirkstoff N-Phenylpropanol-Laminosäureamid im Holunder entdeckt. Er kann einer erfolgreichen Anheftung des Erregers von Magenschleimhautentzündungen Heliobacter pylori entgegenwirken.

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Histidin

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histidin
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Semi-essentielle Aminosäure

Histidin (abgekürzt His) ist eine basische und eiweißbildende (proteinogene) Aminosäure, die im Körper selbstständig in der Leber synthetisiert werden kann. Aus diesem Grund gilt sie als semiessentielle Aminosäure, da sie nicht vollständig über die Nahrung zugeführt werden muss. Die Histidin-Versorgung sollte über das Nahrungsangebot ergänzt werden. Der Text bezieht sich ausschließlich auf das L-Histidin, das als Blutpuffer im Hämoglobin eine wichtige Aufgabe im Körper hat.

Histidin wird als Bestandteil einiger Medikamente und Vitaminpräparate verwendet.

Funktion im Organismus

Im Globin des Blutfarbstoffes Hämoglobin kommt Histidin konzentriert vor. Es unterstützt die Produktion von Hämoglobin und aktiviert die weißen Blutkörperchen, die für eine gesunde Immunabwehrwichtig sind. Neben der Bedeutung für die Hämoglobinbildung ist die Aminosäure am Proteinstoffwechsel, dem ständigen Abbau und Resynthese von Proteinen, beteiligt und an der Produktion von Carnosin.

Die Aminosäure dient als Vorstufe für die biochemische Bildung des gefäßerweiternden Gewebehormons Histamin. Es beeinflusst die Ausschüttung der Magensäfte.

Therapeutische Anwendungen

Gegen rheumatische Arthritis, bei Allergien, Gelenkversteifungen und für eine Steigerung der Libido kann Histidin therapeutisch eingesetzt werden. Ein Mangel kann zu Anämie (Blutarmut) führen.

Natürliches Vorkommen

Histidin ist in chemisch gebundener Form in eiweißreichen Lebensmitteln enthalten wie Fleisch, Fettfisch wie Lachs, Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen, Milch und Ei. Eine Histidin-freie Ernährung kann zu Leberzellschädigung führen.

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Hirtentäschelkraut
(Capsella bursa-pastoris)

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hirtentaeschelkraut
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Unscheinbares Heilkraut

Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris) von lat. capsella, kleine Tasche, aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) besitzt im Volksmund viele Namen: Bettseicherle, Blutwurz, Herzel oder Herzelkraut, Löffeldieb, Schinkenkraut und Taschendieb. Einige davon spielen auf die dreieckige Herzform der Blätter oder Schoten an dem unscheinbaren Kraut an. Hirtentäschelkraut ist in ganz Europa verbreitet und wächst meist an Böschungen, auf Brachland oder am Wegesrand.

Ein altes Hausmittel

Die blutstillende Wirkung des Hirtentäschelkrauts ist seit langem bekannt und wurde früher in der Volksmedizin eingesetzt, um bei Geburten die Nachblutung positiv zu beeinflussen und um Menstruationsblutungen lindern. Verwendet wird das ganze Kraut, meist als Tee oder Aufguss. Doch in der traditionellen Volksmedizin heißt es, Hirtentäschelkraut kann noch mehr. Wissenschaftlich nachgewiesen ist der Nutzen oder die Wirkungsweise bislang nicht.

Inhaltsstoffe

Hirtentäschelkraut enthält schwefelhaltige Senfglykoside, insbesondere Sinigrin, das verbindet es mit vielen Kreuzblütlergewächsen. Weiterhin sind enthalten Aminosäuren und Proteine, Pflanzenfarbstoffe (Flavonoide wie Rutin und Quercetin) sowie Mineralstoffe wie Kalium und Kalzium. Es ist bisher nicht untersucht, auf welche Inhaltsstoffe die beschriebenen Wirkungen eventuell zurückzuführen sind. Offenbar kann je nach Dosierung das Gegenteil von dem beabsichtigten Effekt eintreten, weshalb eine Anwendung von Hirtentäschelkraut in jedem Falle mit dem Arzt oder Heilpraktiker abgesprochen sein sollte.

Achtung, nicht in der Schwangerschaft anwenden

In der Schwangerschaft darf Hirtentäschelkraut keineswegs angewendet werden, da es vorzeitige Wehen auslösen kann.

Verwendung

Hirtentäschelkraut für Tee oder Aufguss ist in Apotheken, Drogerien, Reformhäusern und Bioläden erhältlich. Es werden ihm entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt, weshalb der Tee oft bei Erkältungen eingesetzt wurde.

Blut und Kreislauf

Hirtentäschelkraut wird als leicht blutstillend beschrieben. Es wird vermutet, dass möglicherweise ein Peptid mit hormonähnlichen Eigenschaften auf die Blutgefäße verengend wirken könnte. Das würde den blutstillenden Charakter eventuell erklären. Jedoch tritt bei höherer Dosierung offenbar der gegenteilige Effekt ein, die Gefäße werden erweitert.

Da Hirtentäschelkraut offenbar auf den Kreislauf wirkt, kann es möglicherweise auf Krampfadern und Hämorrhoiden beeinflussen. Das Heilkraut ist auch gebärmutterwirksam. Es kann die Gebärmutter zusammenziehen (Uteruskontraktion), was zum Auslösen einer Menstruation oder von Wehen erwünscht sein kann. Gleichzeitig wird auch die Verringerung von Blutungen beschrieben, nicht nur auf Nachblutungen bei der Geburt oder zu starker Menstruation, sondern auf alle Arten von Blutungen innerlich wie äußerlich. Das Kraut soll bei Arteriosklerose hilfreich wirken.

In der Volksmedizin wurde überliefert, dass die Heilpflanze auch Magen- und Darmtätigkeit anregen können und stoffwechselunterstützend beim Abnehmen helfen können, wie auch bei Rheuma.

Äußerliche Anwendungen

Äußerlich soll ein Umschlag mit dem Pflanzenaufguss helfen bei Ekzemen und Wundheilung. Die pulverisierte Pflanze wurde gegen Nasenbluten geschnupft.

Hinweis

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Hirse

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Glutenfreies Urgetreide

Hirse ist der Sammelbegriff für Spelzgetreide aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Ihr Name leitet sich her von ahd. Hirsa, Sättigung, Nahrung. Aus Hirse bestand bereits das erste ungesäuerte Brot vor acht Jahrtausenden. Im Handel bekommt man für gewöhnlich die von Schalen befreite Goldhirse. Hirse ist glutenfrei und daher besonders leicht verdaulich.

Bekömmlich und gesund

Ernährungswissenschaftler haben herausgefunden, dass die Hirse viele gesundheitsförderliche Eigenschaften besitzt. Das Getreide ist reich an Mineralstoffen. Im Gegensatz zu anderen Getreidesorten enthält sie sehr viel Silizium (Kieselsäure), Eisen und Vitamin B, daneben auch Fluor, Kalium, Magnesium, Phosphor und Schwefel. Daher gilt Hirse als wirksam gegen Haarausfall und brüchige Nägel. Diese Inhaltsstoffe sind ebenfalls wichtig für Knochen und Gelenke.

Blutbildung

Eisen  ist für die Blutbildung und insbesondere den Sauerstofftransport im Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff bedeutsam. Doppelt bis dreifach so viel von dem lebensnotwendigen Spurenelement wie Weizen enthält das Korn der Hirse. Die Aufnahme von Eisen wird durch Vitamin C begünstigt.

Rund 50 Gramm Hirse können schon ein Viertel des täglichen Eisenbedarfs decken. Frauen verlieren Eisen über die Monatsblutung, der empfohlene Tagesbedarf liegt daher für Frauen bei 15 Milligramm täglich. Allgemein verliert jeder Körper kleine Mengen des Spurenelements durch die natürliche Hautschuppung und durch die Abschilferung von Schleimhautzellen im Magen-Darm-Trakt.

Magnesium

An zahlreichen Körperfunktionen ist Magnesium beteiligt, das in der Hirse ebenfalls enthalten ist. Ohne Magnesium kann Vitamin C nicht aufgenommen werden und wird ungenutzt ausgeschieden. Es spielt unter anderem eine Rolle bei der Knochenmineralisation, der Ausschüttung von Adrenalin und der Reizübertragung vom Nerv auf den Muskel. Magnesiummangel gilt als Ursache vieler sogenannter Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Ein Symptom von Magnesiummangel kann der berühmte Wadenkrampf sein.

Kieselsäure

Silizium ist beteiligt am Hautstoffwechsel. Es sorgt für Elastizität und innere Spannkraft des Gewebes. Feuchtigkeit wird gebunden und das Wachstum von Haaren und Fingernägeln unterstützt. Das macht sich bemerkbar in einem einheitlichen Hautbild, glänzenden Haaren und gesunden Nägeln. Bei der Knochenbildung ist ebenfalls Silizium beteiligt. Auch wenn mit den ungenießbaren Spelzen beim Schälen ein Teil der Kieselsäure entfällt, enthält das Korn einen bedeutenderen Anteil daran als andere Getreidesorten.

Glutenfrei

Hirse ist glutenfrei und wirkt nicht schleimbildend, was sie für viele Allergiker doppelt interessant macht.

Inhaltsstoffe

Das Getreide ist reich an Mineralstoffen. Im Gegensatz zu anderen Getreidesorten enthält sie sehr viel Silizium (Kieselsäure), Eisen und Vitamin B, daneben auch Fluor, Kalium, Magnesium, Phosphor und Schwefel. Hirse ist glutenfrei und daher besonders leicht bekömmlich.

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Heidelbeer-Extrakt
(Vaccinia myrtillus)

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heidelbeeren
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Natürliche Augenvitamine

Heidelbeeren oder auch Blaubeeren (Vaccinium) gehören zur Familie der Heidekrautgewächse. Es sind an die 500 Arten der Heidelbeere bekannt, die in Europa verbreitetste Art ist die Vaccinia myrtillus. Sie besitzen bioaktive Eigenschaften, die seit den 16. Jahrhundert in der Volksmedizin geschätzt werden. Ein Tee aus den Blättern des Zwergstrauchs galt als hilfreich bei Diabetes. Gegen Durchfall, Blasenbeschwerden und Entzündungen im Mundraum wurden die schmackhaften Beeren eingesetzt. Vor allem aber sind die positiven Wirkungen auf Sehschärfe, Dunkelsehen und verschiedene Augenerkrankungen bekannt.

Die Heilpflanze und das Extrakt

Die positiven Eigenschaften sind zurückzuführen auf Anthocyane aus dem Farbstoff der Heidelbeere, ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Familie der Flavonoide. Die Wirksamkeit wird durch die hohe antioxidative Kraft erklärt. Augenleiden wie Grauer Star oder Makula-Degeneration werden vielfach auf oxidative Schäden durch freie Radikale zurückgeführt, die von den Anthocyanen unschädlich gemacht werden können.

Für eine Behandlung kann es sinnvoll sein, Anthocyane in hoher und genauer Dosierung zu sich zu nehmen. Für ein Gramm des Wirkstoffs wird ein Pfund Heidelbeeren verarbeitet. Nach rund sechs Stunden lässt die Wirkung der Anthocyane im Blut nach. Am besten wird die Einnahme eines Heidelbeer Extrakts mit einem Arzt oder Therapeuten abgestimmt, um eine optimale Dosierung für die individuelle Anwendung herauszufinden.

Sehvermögen

Insbesondere auf das Sehvermögen wirkt sich die Substanz nachweislich aus. Die Mikrozirkulation von Makula (Netzhaut) und Sehnerv wird verbessert, die Funktionsfähigkeit des Auges geschützt und erhalten. Daher werden Anthocyane therapeutisch und vorbeugend auch bei diabetischer Netzhauterkrankung verwendet. Im Heidelbeer Extrakt enthaltene Anthocyanoside wirken mit an der Biosynthese des Proteins Rhodopsin, das für das nächtliche Sehen wichtig ist. Das Dunkelsehen wird von Heidelbeeren deutlich positiv beeinflusst.

Angeblich haben Piloten der Royal Air Force im Zweiten Weltkrieg vor ihrem Einsatz Sandwiches mit Heidelbeermarmelade gegessen, um die verdunkelten deutschen Städte besser sehen zu können. Möglicherweise eine Legende, die aber auf das jahrhundertealte Vertrauen auf die Wirksamkeit der blauen Beere hindeutet.

Anthocyane – Pflanzenfarbstoffe mit segensreicher Wirkung

Blaue Beeren sind besonders reich an Anthocyanen (von altgriechisch ánthos, die Blume und kyános, dunkelblau). Das sind sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavon-ähnlichen Stoffe, der sogenannten Flavonoide. Dieser wasserlösliche Pflanzenfarbstoff findet sich in Blaubeeren, Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren und vielen anderen Pflanzen, die eine rote, violette oder blaue Färbung aufweisen, so auch in Rotkohl, Auberginen und Usambaraveilchen.

Ihre Bedeutung erhalten die Anthocyane durch ihre hochantioxidative Wirkung, die teilweise die von Vitamin C noch übertreffen soll. In Kombination mit Vitamin C und Eisen kann beispielsweise Myrtillin, das aus Blaubeeren gewonnene Anthocyans, blutbildend wirken und die Elastizität von Blutgefäßen kräftigen, in Venen und Kapillaren ebenso wie im Gehirn und in den Augen.

Wirkung des Pflanzenfarbstoffs

Anthocyane wirken stark antioxidativ und können damit als hochwirksame Radikalfänger reaktive Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle unschädlich machen, indem sie ein Elektron abgeben, ohne selbst zu oxidieren. Hydroxyl, Peroxylradikale sowie Singulett-Sauerstoff und Stickstoffoxide können neutralisiert werden. Die Schädigung durch freie Radikale von gesundheitserhaltenden Proteinen, Lipiden und Zellkern-DNA in den Zellen soll verringert werden. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden auf diese Weise unterstützt und entzündungshemmende Effekte angekurbelt. Gerade im Zusammenspiel mit Vitamin C und Selen haben Studien auf eine antimikrobielle Wirkung hingewiesen.

Anthocyane sollen die Blutgerinnung verzögern und die Thrombozytenaggregation (Verklumpung der Blutplättchen) reduzieren. Das Entgiftungssystem der Leber kann angeregt und Schadstoffe sowie Kanzerogene können ausgeschieden werden. Die Forschung rund um Flavonoide ist noch relativ jung und viele Hinweise sind noch nicht wissenschaftlich bestätigt. Aber die Forschungsaktivitäten erklären, weshalb schon früher die Volksmedizin gerade bei Nachtblindheit und Lichtempfindlichkeit der Augen die wohltuenden Kräfte von Blaubeere, Johannisbeere & Co pries. Anthocyane sind am Aufbau von Kollagen beteiligt. Eine gesunde Kollagenstruktur der Blutgefäße bis hin in die Kapillargefäße ist für die Versorgung aller Zellen wichtig.

Natürliche Vorkommen von Anthocyanen

Açai-Beere, Holunderbeeren, Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren, rote Johannisbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Kirschen, Sauerkirschen, Blutorangen, Trauben, Rotkohl, Auberginen und sogar Rotwein enthalten Anthocyane in unterschiedlichen Mengen. Über 200 Typen von Anthocyanen sind bekannt. Meist stecken die sekundären Pflanzenstoffe in Blüten und Früchten, aber sie kommen auch in Wurzeln und Blättern vor. Aus einem Kilogramm Brombeeren können nur 20g Schale gewonnen werden. Auch wenn kleine Mengen der Flavonoide aufgenommen werden, kann der menschliche Organismus sie gut verwerten. In der Pflanze übernehmen Anthocyane die Funktion von Absorption des kurzwelligen UV-Lichts der Sonne in der äußeren Schale um eine Schädigung der Proteine und Zell-DNA zu verhindern, sie locken durch ihre Farben Tiere an und sorgen so für Verbreitung und nicht zuletzt sollen sie freie Radikale binden, die durch oxidativen Stress entstehen.

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Hamamelis (Zaubernuss)

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hamamelis
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Zauberhaft duftende Zaubernuss

Hamamelis ist die lateinische Bezeichnung für Zaubernuss, ein stark duftend blühender Strauch aus der Familie der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae). Hamamelis ist auf der Nordhalbkugel beheimatet.

Die Heilpflanze

Als Heilpflanze wird die Virginische Zaubernuss (Hamamelis virginiana) genutzt. Sie besitzt astringierende (zusammenziehende) und Juckreiz stillende Eigenschaften. Auch sagt man ihr eine blutstillende und entzündungshemmende Wirkung zu. Daher kann sie laut der Kommission E bei Hautverletzungen, entzündlichen Hautreizungen, Schleimhautentzündung, Krampfadern und Hämorrhoiden im Anfangsstadium verwendet werden. Die Volksmedizin wendet Hamamelis auch innerlich bei Durchfallerkrankungen an.

Innerliche und äußerliche Anwendungen

Es gibt positive Erfahrungen mit der Anwendung von Hamamelis bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Analfissuren und Entzündungen im Genitalbereich. Auch wenn die wissenschaftlichen Belege ausstehen, ist ein traditionelles Wissen um diese hilfreichen Verwendungen vorhanden. Äußerlich soll Hamamelis bei Venenproblemen wie Besenreiser oder Krampfadern helfen. Vor allem in der Homöopathie wird frische Hamamelisrinde für die Therapie venöser Gefäße oder Erkrankungen der Haut eingesetzt. Innerlich sollen Rinde und Blätter bei Bakterienruhr helfen.

Inhaltstoffe

Genutzt werden Hamamelisrinde und die Pflanzenblätter. Die Rinde enthält mehr Gerbstoffe als die Blätter (8 bis 12 Prozent, unter anderem das Hamamelitannin). Ätherisches Öl und Ellagitannin sowie Catechingstoffe sind außerdem Inhaltsstoffe der Rinde.

Die Blätter enthalten 3 bis 8 Prozent Gerbstoffe, insbesondere Catechingerbstoffe und etwas Gallootannin. Ebefalls enthalten sind ätherische Öle (bis zu 0,5 Prozent), Flavonoide, Kaffeesäurenderivate und Proanthocyanidine.

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Hagebutten (Rosa acanin)

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Leuchtende Vitaminbomben im Herbst

Hagebutten sind die roten Früchte der Heckenrose oder Hundsrose (Rosa acanin). Die Sammelnussfrucht ist extrem reich an Vitamin C in der roten Schale und enthält viele kleine Nüsse. Diese Nüsschen sind mit widerhakenbestückten Härchen versehen, ein natürliches Juckpulver.

Ein fabelhafter Vitaminlieferant

Die fleischige Hagebuttenschale kann roh verzehrt werden als Vitaminlieferant. Außer Vitamin C sind Vitamin A, E, K und B-Vitamine enthalten sowie Eisen, Magnesium, Mangan, Kalzium, Selen, ätherische Öle, Zitronensäure, Pektin, Gerbstoffe und Carotin und Flavonoide. Wertvolle Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren sind Inhaltsstoffe der Hagebutte. Die Schale kann zu Mus (Hagebuttenmark) Likör oder getrocknet als Zutat in Früchteteemischungen verarbeitet werden.

Vitamin C stärkt die Immunabwehr und unterstützt die Aufnahme von Eisen, das an der Produktion der roten Blutkörperchen beteiligt ist. Zellerneuerung und Produktion von Kollegen in Haut, Knochen und Muskulatur wird von ihm angeregt. Durch die Antioxidantien kann die Hagebutte vielen Infektionskrankheiten vorbeugen wie auch Erkrankungen wie Arthritis oder im Idealfall möglicherweise sogar Krebs.

Die getrocknete Hagebutte

Die getrocknete Beere der Hagebutte sind zur gesundheitlichen Anwendung unter der Bezeichnung Fructus cynosbati im Handel. Daraus lässt sich ein vitaminreicher Aufguss herstellen, der außer durch die wertvollen Vitamine auch durch Pflanzensäure und Pektide wirkt, die leicht abführende und harntreibende Eigenschaften besitzen.

Hagebutte und Arthrose

2003 entdeckte eine dänische Forschergruppe im Hagebuttenpulver den bioaktiven Stoff Galaktolipid, der die Beweglichkeit des Hüftgelenks unterstützt und den Schmerzmitteleinsatz signifikant verringern konnte. Eine Wirksamkeit bei Arthrose wird angenommen. Die Substanz wird bei Temperaturen über 40 Grad zerstört.

Hagebuttenmark

Dem Hagebuttenmark wird in der Volksmedizin ein positiver Einfluss auf Gicht und Rheuma nachgesagt.

Hagebuttenöl

Aus den Kernen der Sammelfrucht kann das astringierende Hagebuttenöl gepresst werden, das in der Schönheitspflege zum Einsatz kommt. Das Hagebuttenöl sorgt für Feuchtigkeit und Elastizität der Haut. Das enthaltene Vitamin A unterstützt die regenerierende Wirkung. Eine berühmte Sorte ist Rosa Mosqueta, das aus den Kernen der chilenischen Wildheckenrose gewonnen wird.

Hinweis

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