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Bockshornklee
(Fenugreek)

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bockshornklee
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Gesunde Haare, Potenz und Vitalwirkstoffe

Der Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) aus der Familie der Hülsenfrüchtler gehört zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Der lateinische Name foenum-graecum bedeutet griechisches Heu. Die Heilpflanze ist unter zahlreichen Trivialnamen im Volksmunde bekannt wie feine Grete, Stundenkraut, Rehkörner, Hirschwundkraut oder Kuhhornklee u.a.

In der Pflanzenheilkunde wird der aromatisch duftenden Pflanze von alters her eine große Bedeutung zugeschrieben. Nach und nach bestätigen wissenschaftliche Ergebnisse das jahrtausendealte Wissen. Schon dem Propheten Mohammed wird der Spruch nachgesagt, dass wenn die Leute wüssten, welche Heilkraft der Bockshornklee besitzt, sie ihn „in Gold aufgewogen würden“.

Seit der Eisenzeit im Einsatz

Bockshornkleesamen sind aus eisenzeitlichen Funden in menschlichem Gebrauch archäologisch nachweisbar. In der ägyptischen Heilkunst wurde die Pflanze zur Geburtshilfe eingesetzt und spielte auch eine lithurgische Rolle. Schon 721 v. Chr. wird Bockshornklee im Kräutergarten des babylonischen Königs Marduk-apla-iddina II erwähnt. In den mittelalterlichen Klöstergärten wurde das Heilkraut von den Benediktinermönchen angebaut und Hildegard von Bingen war der Bockshornklee als Heilmittel gegen Hautkrankheiten bekannt.

Nahrungs- und Futterpflanze

Als Futterpflanze wird Bockshornklee im Nahen Osten, Afrika und Spanien angebaut. Er gilt darüber hinaus in Indien als beliebtes Gewürz und seine Samen und getrockneten Blätter sind Hauptbestandteil des Currypulvers.

Gesund und frisch

Die Samen können frisch genossen werden, spielen als Brot- und Käsegewürz eine Rolle oder liefern als Sprossen gezogen eine gesunde Beigabe zu Salaten oder essbare Dekoration. Die Blätter ergeben einen leckeren Salat mit viel Eisen, das die Blutbildung unterstützt. Die Bitterstoffe enthalten Trigofoenoside und unterstützen die Bildung der Verdauungssäfte.

Natürliche Wirkstoffe

Der Inhaltsstoff Histidin soll Leberschädigungen verringern. Der Wirkstoff Diosgenin kann möglicherweise positive Effekte bei Dickdarmkrebs entwickeln. Im Öl aus Bockshornkleesamen stecken wertvolle Inhaltsstoffe wie die Triglyceride Linolensäure, Palmitinsäure, Linolsäure und Ölsäure. Außerdem enthält es Lecithin, Phytosterin, Saponine und Sapogenine, Phosphor und Vitamin A und D. Das enthaltene Cholin soll einen positiven Effekt auf den Stoffwechsel besitzen, Arteriosklerose vorbeugen und Leberverfettung entgegenwirken.

Die Samen der Heilpflanze werden in der Pflanzenheilkunde vielfach zur Behandlung von leichtem Diabetes mellitus eingesetzt oder begleitend in schwereren Fällen. Verantwortlich für die medizinische Wirkung soll die Aminosäure 4-Hydroxy-Isoleucin sein.

Wundermittel für gesunden Haarwuchs

In der muslimischen Medizin gelten Bockshornkleekeimlinge als Mittel gegen Haarausfall. Auch in der arabischen Medizin wird ein Sud aus abgekochten Bockshornsamen als Heilmittel gegen Haarausfall und Schuppen verwendet, aber auch gegen Menstruationsbeschwerden. In der Tat gelten Inhaltsstoffe wie Trigonellin, Nikotinsäure und Vitamin B3 als vermutlich haarwuchsfördernd. Zusammen mit Diosgenin können diese Stoffe Hormone blockieren, die für Haarausfall verantwortlich sind. Innerlich angewendet, als Spülung oder Packung auf Haar und Kopfhaut soll Bockshornklee selbst bei hartnäckigen Schuppen und seborrhoischer Dermatitis helfen.

Heilkräfte aus dem Bockshornklee

In Indien, China und Tibet wird ein Aufguss aus Bockshornklee aufgrund der antibakteriellen ätherischen Öle als befreiendes Mittel für die oberen Atemwege eingesetzt. In Indien gilt es als Aphrodisiakum und Tonikum.

Kneipp war von der Heilkraft des Bockshornklees begeistert, insbesondere gegen Geschwülste und Geschwüre. Für milchbildende Stilltees ist Bockshornklee eine beliebte Zutat.

Potenzmittel und Bodybuilding

Die Liste der gesundheitsfördernden Wirkungen durch Bockshornklee ist lang. Der Heilpflanze wird seit jeher auch eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt. Die Testosteronsteigerung bei der Einnahme von Bockshornklee ist nachgewiesen, vermutlich sind Phytohormone für die Wirkung verantwortlich. Bodybuilder schätzen diese Eigenschaft, denn Testosteron unterstützt die Bildung von Muskelmasse. In der Szene ist Bockshornklee unter dem englischen Trivialnamen Fenugreek bekannt.

Darreichungsformen

Als Tee, in Pulverform und Konzentrat ist Bockshornklee erhältlich. Die Samen werden für das Ziehen von Keimlingen oder für die Direktverwendung angeboten.

Vorkommen

Überall im südlichen Europa ist Bockshornklee wild auf lehmigen Böden zu finden. Die einjährige, krautige Pflanze ist verbreitet bis nach Afrika, Australien, Indien und China. Bockshornklee kommt mit Trockenheit und sogar salzigen Böden gut zurecht.

Früh wurde die Heilpflanze in unseren Regionen gezielt angepflanzt in Kräutergärten. Bockshornklee wird hauptsächlich in Marokko und Indien angebaut, aber auch in Deutschland und Frankreich existieren kleine Plantagen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Fingerhut (Digitalis)

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Gift und Herzmedizin

Unter den Fingerhüten ist der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) in Mitteleuropa am stärksten verbreitet. Die dekorative Pflanze mit den großen Blüten ist hochgiftig. Sie gehört zu der Gattung der Fingerhüte (Digitalis) und der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). 2007 wurde der Rote Fingerhut zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Auch andere Arten wachsen in unseren Regionen (z.B. der Gelbe Fingerhut, der Großblütige Fingerhut oder der Wollige Fingerhut), sie alle sind ebenso giftig für Mensch und Tier.

Der lateinische Name weist auf die besondere Blütenform hin (lt. Digitus, Finger). Auch andere Trivialnamen nehmen Bezug auf diese charakteristische Form, z.B. Unserer-lieben-Frauen-Handschuh, Fingerkraut oder Eisenhut. Die bis zu zwei Meter aufrecht wachsende, krautige Pflanze trägt aber auch harmlos klingende Namen im Volksmund wie Waldglöckchen, Waldschelle oder Fuchskraut.

Schönheitselexier und Heilmittel

Als Heilpflanze wurde Digitalis seit dem 5. Jahrhundert eingesetzt. Als Brech- und Abführmittel führte der Einsatz durch Vergiftung oft zum Tod. Doch möglicherweise verwendeten schon die Römerinnen des Altertums Augentropfen aus Fingerhut, um ihre Augen durch erweiterte Pupillen ausdrucksvoller wirken zu lassen.

Der Durchbruch als Herzmittel

1786 wurde die herzwirksame Wirkung des Fingerhut mit richtungsweisender Dosierungsanleitung erstmals wissenschaftlich belegt durch den Schotten William Withering. Er war auf der Suche nach einem Heilmittel gegen Ödeme (Wassereinlagerungen in den Beinen), die von einer Herzinsuffizienz herrührten, auch Wassersucht genannt. Auf den Spuren einer Kräuterfrau stieß er auf die auffällige Pflanze und experimentierte mit durchschlagendem Erfolg.

Wirkungsvolles Herzmedikament

Der wichtigste Wirkstoff in Fingerhut ist Digitalis. Es kann den Herzmuskel stärken und den Herzschlag beeinflussen.

Die Dosierung ist sehr schwierig, denn todbringende Dosis und heilende Wirkung liegen eng beieinander. Erst nachdem ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die wirksamen Digitalisglycoside isoliert werden konnten, wurde der Wirkstoff zu einem der wichtigsten Herzmedikamente. Die Herzglykoside sind in der Lage, die Herzfrequenz zu senken. Auch kann der geschwächte Herzmuskel zu einem verstärkten Zusammenziehen angeregt werden.

Heute wird der Wollige Fingerhut und der Rote Fingerhut zur Gewinnung des enthaltenen Digitalis für die medikamentöse Behandlung von Herzkrankheiten angebaut.

Vorsicht, Gift!

Alle Teil der Pflanze sind giftig. Bereits der Verzehr von zwei Blättern kann zum Tod führen. Vergiftungserscheinungen sind unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Ohrensausen, Schwindel und eine absinkende Pulsfrequenz auf unter 50 Schläge pro Minute. Herzwirksame und daher äußerst gefährliche Digitaloide enthalten auch andere Pflanzen wie Maiglöckchen, Oleander und die Christrose.

Der Fingerhut wächst gerne an Waldrändern oder auf Waldlichtungen. Als Zierpflanze wird er häufig in Gärten kultiviert.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Bioflavonoide

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bioflavonoide
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Die Wissenschaft entdeckt die
sekundären Pflanzenstoffe

Bioflavonoide oder Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativen Eigenschaften. Diese Substanzen aus der Gruppe der Flavon-ähnlichen Stoffe, der sogenannten Flavonoide, haben vielfältige Funktionen, die bis heute noch nicht vollständig entschlüsselt sind. Als Pflanzenpigmente in der äußeren Schale, in Blüten und Blättern schützen sie die Zellen und Proteine vor oxidativem Stress. Sie dienen auch zum Anlocken von Tieren zur Verbreitung der Pflanze durch Verzehr oder Bestäuben. Ebenso können sie auch abschreckende Wirkung als Fraßschutz entfalten. Die Biosynthese von Flavonoiden in der Pflanze erfordert Licht. Ihre Speicherung erfolgt vor allem in der Vakuole.

Der ungarische Nobelpreisträger, Mediziner und Biochemiker Albert von Szent-Györgyi Nagyrápolt (1893-1986) entdeckte 1936 die Flavonoide. Er nannte sie zunächst Vitamin P, wobei das „P“ für Permeabilitätsfaktor stehen sollte.

Zu den Flavonoiden gehören die hochwirksamen Anthocyane aus roten und blaufarbigen Pflanzen. Flavonoide sind in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten enthalten wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Heidelbeeren, Tomaten, Rotkohl, Brokkoli, Auberginen und vielen anderen. Aus einem Kilogramm Brombeeren können nur 20g Schale gewonnen werden. Aber auch wenn kleine Mengen der Flavonoide aufgenommen werden, kann der menschliche Organismus sie gut verwerten. Wichtige Arzneidrogen, die eine bedeutende Menge an Flavonoiden enthalten, sind Arnika, Birke, Ginkgo, Goldrutenblätter, Holunderblüten, Hopfenzapfen, Kamille, Katzenpfötchenblüten, Mädesüß und Rotes Weinlaub. Es existiert eine große strukturelle Vielfalt der Flavonoide.

Radikalfänger für die Immunabwehr

Flavonoide wirken antioxidativ und können damit als hochwirksame Radikalfänger reaktive Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle unschädlich machen, indem sie ein Elektron abgeben, ohne selbst zu oxidieren. Die Schädigung durch freie Radikale von gesundheitserhaltenden Proteinen, Lipiden und Zellkern-DNA in den Zellen soll verringert werden. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden auf diese Weise unterstützt und entzündungshemmende Effekte angekurbelt.

Gut für die Gesundheit

Flavonoide können eine entgiftende Wirkung haben. Das Entgiftungssystem der Leber kann angeregt und Schadstoffe sowie Kanzerogene können ausgeschieden werden. Sie können die Histaminausschüttung im Körper reduzieren und gelten damit als natürliche Antiallergika. Flavonoide wirken auf den Archidonasäure-Stoffwechsel und damit auf die Blutgerinnung. Sie können sich günstig bei Bluthochdruck auswirken und die Elastizität von Blutgefäßen kräftigen, in Venen und Kapillaren ebenso wie im Gehirn und in den Augen.

Die Forschung rund um Flavonoide ist noch relativ jung und viele Hinweise sind noch nicht wissenschaftlich bestätigt. Aber die Forschungsaktivitäten erklären, weshalb schon früher die Volksmedizin gerade bei Nachtblindheit und Lichtempfindlichkeit der Augen die wohltuenden Kräfte von Blaubeere, Johannisbeere & Co. pries.

Diverse flavonoidhaltige Arzneidrogen und Reinstoffe werden bereits therapeutisch genutzt. Wegen der gefäßschützenden Eigenschaften finden sie in Venenmitteln Verwendung. Studien weisen auf einen positiven Einfluß bei Herz-Kreislauferkrankungen hin. Zu den wichtigsten Eigenschaften der Flavonoide gehört ihre antioxidative Wirkung. Hinzu kommt die antiallergische und antiphlogistische Wirkung, sowie antivirale und antimikrobielle Wirkung.

Der unterschätzte Wirkstoff
gegen Krebs?

Menschen mit einer obst- und gemüsereichen Ernährung erkranken weniger häufig an Darmkrebs. Daraus wird die Vermutung abgeleitet, dass sekundäre Pflanzenstoffen möglicherweise vor Darmkrebs schützen können.

Hinweis

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Mikrokristalline Cellulose (Füllstoff)

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Füllstoff und Ballaststoff

Mikrokristalline Cellulose wird aus der Cellulose von Pflanzen gewonnen (nicht aus Altpapier). Meist werden als Grundstoff kurzkettige Baumwollfasern genutzt, die nicht verspinnbar sind. Die nichtkristallinen Cellulose-Anteile werden aus Pflanzenteilen mittels einer verdünnter Salzsäure unter hohen Temperaturen herausgelöst.

Das Ergebnis ist mikrokristalline Cellulose als weißes und freifließendes Pulver, das in verschiedenen Standardkörnungen angeboten wird. Wahlweise kann noch eine Carboxylierung durchgeführt werden, um die Empfindlichkeit auf Feuchtigkeit zu erhöhen.

Für den Verdauungsvorgang bedeutet mikrokristalline Cellulose einfach nur einen neutralen Ballaststoff, der nicht verdaut wird und nicht resorbiert werden soll.

In Lebensmitteln und Pharmazie

Mikrokristalline Cellulose wird in Lebensmitteln und Kosmetika als Trennmittel und Trägerstoff eingesetzt, beispielsweise in Salatsoße und Eiscreme. Dadurch, dass sich mikrokristalline Cellulose in Wasser und Alkohol nicht auflöst, sondern ihre Moleküle gleichmäßig in der Flüssigkeit verteilt, sorgt sie für eine gewisse Substanz und Volumen.

Für Kapseln und Tabletten

In der Pharmazie wird der Stoff sehr geschätzt für seine Stabilität und Stoßsicherheit. Mikrokristalline Cellulose dient als Bindemittel und Füllmittel in Kapseln und Tabletten für gesundheitsfördernde Mittel. Besonders für Direkttablettierung hat sich der Baustoff bewährt. Mikrokristalline Cellulose lässt sich ausgezeichnet verdichten und kann unter Druck plastisch verformt werden.

Wirkstoffe zielgerichtet abgeben

Durch Kontakt mit Feuchtigkeit zerfällt die hydrophile Tablette nach und nach und gibt ihre Inhaltsstoffe an der Stelle ab, wo sie gebraucht werden. Deshalb ist bei den meisten mikrokristallinen Cellulose-Produkten kein weiteres „Sprengmittel“ zur Abgabe der Inhaltsstoffe notwendig.

Als rein pflanzlicher Füllstoff ist mikrokristalline Cellulose auch für Vegetarier und Veganer geeignet.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Fettsäuren

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Fett macht glücklich

Fettsäuren entstehen im menschlichen Stoffwechsel als unterschiedlich lange Ketten von Kohlenstoffatomen, die Wasserstoffatome tragen. Je länger die Fettsäurekette ist, desto fester ist das Fett. Langkettige Fettsäuren sind schwerer zu verdauen. Am einen Ende der Molekülkette befindet sich eine Säuregruppe, die mit Glycerin reagieren kann.

Der Mensch braucht Fett

Fett ist der Energielieferant Nr. 1 und besitzt darüber hinaus nützliche Eigenschaften. Fettlösliche Vitamine wie Vitamin A, Vitamin D, Vitamin E und Vitamin K können überhaupt nur durch gleichzeitige Fetteinnahme aufgenommen werden. Neben Energie liefern vor allem Pflanzenfette die essentiellen Fettsäuren, die im menschlichen Organismus unentbehrlich sind und nicht biosynthetisch gebildet werden können. Sie müssen über die Nahrung zugeführt werden. Fett hält die Zellmembran elastisch und dient als Baustein von Zellen und Hormonen. Fett federt innere Organe ab und speichert Energie für Notzeiten. Naturheilkundler Urs Buergi stellt fest: Der Mensch braucht Fett. Ob gesund oder ungesund, dafür ist entscheidend, welche Art von Fett und wieviel davon in der Ernährung auftaucht.

Einteilung von Fettsäuren

Jedes Fett besitzt ein eigenes Fettsäuremuster in der Zusammensetzung. Die Fettsäuren werden in drei Gruppen eingeteilt: Gesättigte, ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Von gesättigten Fettsäuren spricht man, wenn die Verbindung zwischen den Molekülketten stabil ist. Die ungesättigte Fettsäure besitzt eine instabile Verbindung. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren besitzen mehrere instabile Verbindungsstellen.

Gesättigte und ungesättigte Fettsäuren sind Energielieferanten. Sie unterstützen das Immunsystem und sind an zahlreichen Stoffwechselabläufen beteiligt. Sie wirken sich auch positiv auf Depressionen aus – deswegen heißt es im Volksmund verkürzt: Fett macht glücklich.

Gesättigte Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren sollten nur in Maßen aufgenommen werden, denn sie bewirken einen höheren Cholesterinspiegel, insbesondere den Gehalt an LDL-Cholesterin. Dieses Cholesterin findet man oft als das „schlechte“ Cholesterin bezeichnet, da es sich im Blut ansammeln kann und so das Risiko für Arterienverkalkung erhöht.

Das gesunde HDL-Cholesterin hingegen ist beteiligt an der Produktion von Zellwänden und Ausgangsstoff von Steroidhormonen wie dem Östrogen. Darüber hinaus unterstützt es die Bildung von Vitamin D und die Produktion von Gallensäure, unabdingbar für eine gute Verdauung. Gesättigte Fettsäuren sind in tierischen Fetten enthalten, aber auch in Kokosfett.

Einfach ungesättigte Fettsäuren

Einfach ungesättigte Fettsäuren mit nur einer instabilen Verbindungsstelle in der Molekülkette werden im Organismus benötigt für die Elastizität der Zellmembranen. Sie sind außerdem am Stoffwechsel beteiligt und senken den Cholesterinspiegel.

Die wichtigste ungesättigte Fettsäure heißt Ölsäure. Sie ist leichter verdaulich als gesättigte Fettsäuren. Enthalten ist Ölsäure in kaltgepresstem Olivenöl, Rapsöl und Erdnussöl, in verschiedenen Nüssen und der Avocado.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind essenzielle Fettsäuren, die im Körper nicht synthetisiert werden können. Sie müssen durch die Nahrung zugeführt werden. Die beiden Arten, Omega-3-Fettsäure und die Omega-6-Fettsäure, sind unentbehrliche Helfer. Der Hauptvertreter der Omega-6-Fettsäuren ist die Linolensäure. Die essentiellen Fettsäuren wirken positiv auf den Blutfettspiegel, reduzieren die Gefahr von Blutgerinnseln, die ein häufiger Auslöser von Infarkten und Embolien sind. Sie stärken den Herz-Kreislauf und es gibt Hinweise darauf, dass die Omega-3-Fettsäure an der Vorbeugung gegen Herzrhythmusstörungen beteiligt sein kann, die bislang noch nicht ausreichend belegt sind. Essentielle Fettsäuren spielen auch eine Rolle für die Produktion von hormonähnlichen Regularstoffen des Stoffwechsels.

Wenn Fettsäuren zu Transfettsäuren werden

Zur Gruppe der mehrfach ungesättigten Fettsäuren gehören aber auch die schädlichen Transfettsäuren, die die Blutfettwerte erhöhen. Sie entstehen beim Erhitzen oder industriellen Härten von Pflanzenölen. Von der Lebensmittelindustrie werden sie gerne eingesetzt, denn sie sind hitzebeständig und länger haltbar. In Deutschland sind Transfettsäuren nicht kennzeichnungspflichtig. In Fastfood, Gebäck und Lebensmitteln aus der Fritteuse sind Transfettsäure anzutreffen.

Welche Fette sind empfehlenswert?

Pflanzliche Fette können durch die Fettverdauung leichter aufgenommen werden und sind zudem reich an ungesättigten Fettsäuren. Empfehlenswert sind hochwertige, kaltgepresste Öle aus Raps und Oliven, Walnuss oder Leinsamen und weiteren Pflanzensamen. Der Verzehr von Nüssen und Avocados trägt ebenfalls zu einer Versorgung bei.

Essentielle Fettsäuren sind in mehreren Pflanzenölen enthalten wie Leinöl, Rapsöl und Walnussöl (Omega-3-Fettsäuren), Maiskeimöl, Sojaöl und Sonnenblumenöl (Omega-6-Fettsäuren). Omega-3-Fettsäuren sind außerdem vorhanden in fettreichen Fischen wie Lachs, Hering und Makrele.

Versteckte Fette im Auge behalten

Den Verzehr von gesättigten Fettsäuren in Butter, Käse, Schmalz, Fleisch und Wurst sollte kritisch im Auge behalten werden. Die meisten tierischen Fette enthalten vor allem gesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren. Im Alltag werden außerdem viele Fette, oftmals gerade die Transfettsäuren, nicht wahrgenommen. Sogenannte versteckte Fette stecken in vielen Snacks, Süßigkeiten, Pommes frites, Chips, Backwaren und vielen anderen Lebensmitteln.

Hinweis

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Folsäure (Vitamin B9)

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An appel a day keeps the doctor away

Folsäure gehört zur Gruppe der B-Vitamine (Vitamin B, Vitamin B9, Vitamin B11, Vitamin M). Für den menschlichen Organismus ist die wasserlösliche Folsäure wichtig bei Zellteilung und Wachstum. Besonders oft teilen sich die Zellen im Blut und im Knochenmark. Folsäure muss über die Nahrung zugeführt werden, da der Körper dieses Vitamin nicht biosynthetisch herstellen kann. Der Name der Folsäure wird von lat. folium, Blatt abgeleitet, da das Vitamin besonders reichlich in grünem Blattgemüse enthalten ist. Schwangere Frauen benötigen besonders viel Folsäure. Ihnen wird im Volksmund der Verzehr von einem Apfel täglich empfohlen. Inhaltsstoffe eines Apfels sind außer Folsäure und Vitamin C auch viele Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Eine geringe Menge an Weizenkeimen oder Sojabohnen decken den Tagesbedarf allerdings ebenfalls.

Folsäure in Lebensmitteln

Folsäure muss über die Nahrung aufgenommen werden, sie ist für den Köper essentiell. Gute Folsäurelieferanten sind grüne Blattgemüse wie Spinat, weitere Gemüse wie Kohl und Spargel sowie Äpfel, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Eigelb und Leber.

Als Tagesbedarf empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rund 300 bis 400 Mikrogramm. Der Bedarf für schwangere Frauen liegt höher, weil sich die Zellen des Embryos sehr schnell teilen. Bei Folsäuremangel wächst das Risiko eines Neuralrohrdefekts (Spina bifida, offener Rücken) für das Baby. Daher sollten Frauen in der Schwangerschaft zur Vorbeugung möglichst rund 550 Mikrogramm Folsäure täglich aufnehmen.

Folsäuremangel

Der häufigste Vitaminmangel in westlichen Industriestaaten ist Folsäuremangel. Da sich immer weniger Menschen ausgewogen mit viel Obst und Gemüse ernähren, und zudem Folsäure durch Hitzeeinwirkung beim Kochen zerstört wird, betrifft dieser Mangel viel mehr Menschen als oft vermutet wird. Im Alter nimmt zusätzlich die Speicherungskapazität im Körper ab, so dass ständig frischer Nachschub notwendig ist, um den Bedarf zu decken.

Folsäure ist sehr bedeutsam für die Blutbildung im menschlichen Körper, an Zellreifung, Zelldifferenzierung und Zellteilung insbesondere der weißen und roten Blutkörperchen. Auch die Beteiligung an der Zellteilung der Schleimhautzellen steht im Fokus der Forschung. Möglicherweise existieren Zusammenhänge von Arteriosklerose und Folsäureversorgung. Auch die Verbindung von Folsäureversorgung und einem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird erforscht.

Wenn der Organismus nicht ausreichend mit Folsäure aus der Nahrung versorgt wird und die Speicherdepots innerhalb von wenigen Wochen aufgebraucht sind, kann es zu einer Anämie (Blutarmut) kommen und anderen Mangelerscheinungen.

Mangel gravierend in der Schwangerschaft

Da sich besonders in den ersten Wochen der Schwangerschaft die embryonalen Zellen oft und rasch teilen, steigt der Bedarf an Folsäure stark. Ein Folsäuremangel kann das Risiko für einen Neuralrohrdefekt (Spina bifida, offener Rücken) und die Ausbildung von angeborenen Herzfehlern beim Neugeborenen erhöhen. Neuere Forschungen deuten auf einen Zusammenhang von Folsäuremangel und Autismus hin. Daher wird bereits vorbeugend schon beim Wunsch auf Schwangerschaft eine erhöhte Zufuhr an Folsäure empfohlen.

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Freie Radikale und Antioxidantien

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Erklärungstheorie fürs Älterwerden

Der Alterungsprozess wird vielfach mit der Freie-Radikale-Theorie (engl. Free Radical Theory of Aging, FRTA) erklärt. Als freie Radikale werden hochreaktive Moleküle bezeichnet, die unter anderem Zellmembranen und das Erbgut von Zellen schädigen können. Insbesondere die Dauerbelastung durch freie Radikale wird immer wieder als Ursache für das Altern von Zellen und viele Krankheiten angesehen, einschließlich Krebs. Freie Radikale entstehen bei oxidativem Stress, etwa bei Sonnenbrand, durch Umweltgifte oder Verletzungen. Als Radikalfänger werden Antioxidantien bezeichnet, die diese Moleküle binden und so unschädlich machen können.

Oxidativer Stress als Auslöser

Sogenannte freie Radikale gelten als in verschiedenen analytischen Verfahren nachweisbar. Sie entstehen bei Stoffwechselprozessen aus molekularem Sauerstoff. Der amerikanische Biogerontologe Denham Harman publizierte 1956 die Theory, dass diese freien Radikale, wie beispielsweise das Hydroxyl-Radikal OH, den Alterungsprozess verursachen (vgl. D. Harman: Aging: a theory based on free radical and radiation chemistry, in Journal of Gerontology 11, 1956, S. 298-300. Darin führt er aus, dass die freien Radikale bei ihrer Freisetzung das Erbgut von Zellen schädigen können sowie auch Lipide, Proteine und wichtige Ribonukleinsäuren (RNS). Offenbar können unter anderem im Urin Abbauprodukte nachgewiesen werden, die aus einer Schädigung von Zell-DNA oder Lipiden stammen.

Radikalfänger und Antioxidantien

Harman erklärt in seiner Theorie, dass in den Zellen sogenannte Radikalfänger produziert werden, um die freien Radikale unschädlich zu machen. Das geschieht, indem sie mit ihnen reagieren und so verhindern, dass die Reaktion der hochreaktiven freien Radikale an anderer Stelle Schaden anrichtet. Ein Beispiel für Radikalfänger sind Urate oder das Enzym Katalase. Antioxidantien wie Ascorbinsäure (Vitamin C), Betacarotin, Polyphenole, Flavonoide oder andere Substanzen mit antioxidativer Eigenschaft können mit den freien Radikalen reagieren, sie auf diese Weisen dauerhaft binden und so unschädlich machen.

Krankheiten als Folgeerscheinung?

Die Theorie der freien Radikale wurde in der Folgezeit auch als mögliche Ursache verschiedener Krankheiten herangezogen wie beispielsweise Alzheimer, Arteriosklerose, Diabetes mellitus und auch Krebs.

Wodurch entsteht oxidativer Stress?

Offenbar bedeutet eine geringere Nahrungsaufnahme einen geringeren oxidativen Stress für die Zellen, dem Auslöser für die Bildung freier Radikale. Eine Reduzierung von Kalorien hat bei Modellorganismen wie Bakterien, Pilzen, Pflanzen oder Tieren für eine längere Lebenserwartung gesorgt. Im Allgemeinen gelten als Auslöser von oxidativem Stress beispielsweise UV-Strahlen, Rauchen, Alkoholgenuss, Umweltgifte oder Dauerstress.

Gut zu wissen

Bei bestimmten Spezies haben Untersuchungen Hinweise ergeben, dass eine früh einsetzende Zufuhr von Antioxidantien die Lebensdauer von Zellen verlängern konnte. Andererseits wurden aus Experimenten zur der Freie-Radikale-Theory auch anderslautende Schlüsse gezogen, nämlich dass freie Radikale notwendig sind, um den Prozess der Abwehr gegen freie Radikale in der Zelle anzustoßen (Mitohormesis). Dabei wurde vermutet, dass Antioxidantien diesen Prozess eher verhindern. (vgl. G. Bjelakovic u.a.: Mortality in Randomized Trials of Antioxidant Supplements for Primary and Secondary Prevention, in: JAMA 297, 2007, S. 842-857.

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Flohsamenschalen (Psyllium)

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Natürliches Darmregulativ

Die Samenschalen der Pflanze Plantago ovata sind unter der Bezeichnung Flohsamenschalen, Indische Flohsamenschalen oder Psyllium ein gebräuchliches Heilmittel gegen Durchfall und Blähungen in der Alternativmedizin. Die Wegerichgewächse werden überwiegend in Indien, im Iran und Pakistan angebaut sowie in Frankreich und Spanien.

Hilfreiche Wirkung der dunkelbraunen glänzenden Samen

Die Darmflora profitiert von Flohsamenschalen, die das Wachstum nützlicher Bakterien im Magen-Darm-Trakt unterstützen. Es gibt Hinweise darauf, dass sie positiven Einfluss auf entzündliche Prozesse im Darm besitzen. Offenbar sind Flohsamenschalen in der Lage, Gallensäure im Darm zu binden und dadurch zu einer erhöhten Cholesterinausscheidung beizutragen.

Quellwirkung von Ballaststoffen

Unbestritten ist die Quellwirkung durch die Ballaststoffe in Flohsamenschalen. Sie binden mehr als das 50-fache an Flüssigkeit. Bei Verstopfung ebenso wie bei Durchfall helfen Sie, durch ein gesteigertes Volumen des Nahrungsbreis die Darmfunktion zu regulieren, die natürliche Muskelbewegung des Darms anzuregen (Peristaltik) und die Darmentleerung zu begünstigen. Der Stuhl wird weicher und lockerer.

Flohsamenschalen wird ein möglicher Effekt zur Unterstützung bei Diabetes zugesprochen. Durch die darmregulierenden Eigenschaften wird Zucker durch die Damwände weniger schnell ins Blut transportiert. Der Blutzuckerspiegel muss daher nicht so hoch ausschlagen und in der Folge auch der Insulinspiegel. Diese These gilt noch nicht als wissenschaftlich ausreichend fundiert für arzneilichen Einsatz.

Die Quellwirkung von Flohsamenschalen beginnt bereits im Magen. Das kann möglicherweise ein günstiger Effekt zur Unterdrückung des Hungergefühls bei Gewichtsreduzierung und hilfreich bei Adipositas.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Fisetin

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perueckenstrauch
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Gedächtnisleistung durch Erdbeeren

Fisetin ist ein natürlicher, gelber Pflanzenfarbstoff. Interessant an diesem Stoff ist, dass er das Langzeitgedächtnis fördert. Fisetin unterstützt das Wachstum von Zellen und ist nicht nur im Perückenstrauch (auch Fisetholz genannt) enthalten, sondern auch in Erdbeeren und Weintrauben enthalten ist. In seiner oxidierten Form als Fisetinidins gehört er zur Gruppe der Flavonole.

Vorkommen von Fisetin

Fisetin ist ein Inhaltsstoff aus dem Kernholz des Perückenstrauchs (Fisetholz) aus China, Südosteuropa und Mitteleuropa. Die Blätter des Fisetholzes sind in der Volksheilkunde als astringierendes (zusammenziehendes) Heilmitte bekannt, in Russland auch gegen Verbrennungen und Vergiftungen. Holz und Blätter werden traditionell zum Schwarzfärben von Wolle eingesetzt.

Auch Erdbeeren enthalten den Pflanzenfarbstoff. Die Menge, die zu einem deutlichen Zuwachs der Gedächtnisleistung führen würde, würde bei Erdbeeren allerdings den Verzehr von fünf Kilogramm Erdbeeren täglich erfordern. Fisetin ist außerdem in diversen Obstsorten enthalten wie in Weintrauben, Äpfeln oder Orangen, sowie in Zwiebeln.

Wirkung von Fisetin

Auch wenn die Wirkung des sekundären Pflanzenstoffes noch nicht wissenschaftlich für die pharmakologische Nutzung belegt ist, haben erste In-Vitro und In-Vivo-Untersuchungen Hinweise auf folgende Eigenschaften ergeben:

Fisetin besitzt offenbar neuroprotektive Eigenschaften und kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Forscher des Salk Instituts für Biologische Forschung in Jolla (Kalifornien) sind bei der Suche nach einem Wirkstoff gegen Alzheimer, Parkinson und Demenz auf den Wirkstoff gestoßen. In einer Studie mit Mäusen wurde beobachtet, dass Fisetin das Wachstum von Nervenzellen und die Speicherung von Informationen und Fähigkeiten im Langzeitgedächtnis unterstützt (Langzeit-Potenzierung).

Fisetin hat antioxidative Fähigkeiten und schützt dadurch Nervenzellen in Gehirn und Körper. Ein positiver Einfluss gegen die Schädigung durch erhöhten Blutzucker könnte in der Reduzierung schädlicher Zuckerendprodukte bestehen.

Fisentin scheint antientzündlich zu wirken, nicht zuletzt in Verbindung mit Asthma.

Fisetin ist schwach giftig.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Omega 3 Fettsäuren (AlphaLinolensäure)

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omega3
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AlphaLinolensäure: Eine Form der Linolensäuren

Es existieren zwei Formen der Linolensäuren: AlphaLinolensäure (= Omega3 Fettsäure) und GammaLinolensäure (= Omega6 Fettsäure).

Ebenso wie die Linolsäure gehört die Linolensäure zu den essentiellen Fettsäuren. Sie ist für die menschliche Ernährung „essentiell“, das bedeutet, dass sie für den Menschen lebensnotwendig ist.
Da diese langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren nicht vom Körper produziert werden können, müssen sie mit der Nahrung aufgenommen werden.

Die Zahl 3 in der Omega 3 Fettsäure (AlphaLinolensäure ) weist darauf hin, dass es sich um eine dreifach ungesättigte Fettsäure handelt. Es existieren jedoch auch die zweifach gesättigte Linolsäure und semiessentielle Fettsäuren wie die gammaLinolensäure, die Arachidonsäure und die Eicosapentaensäure. Diese Formen der Fettsäuren können im Stoffwechsel unter bestimmten Bedingungen aus der essentiellen Linolsäure und alphaLinolensäure entstehen können. Das bedeutet, dass sie vom Körper aufgebaut werden können, wenn die Bausteine dazu dem Körper zugeführt werden.

AlphaLinolensäure in Ölen

Soja-, Hanf-, Leinsaat- und Rapsöl sind gute Lieferanten von AlphaLinolensäure.

AlphaLinolensäure in Samen

Hanfsamen, aber auch Nachtkerzen- und Borretschsamen verfügen über einen hohen Gehalt an GammaLinolensäure.

Sind Fette immer schlecht?

Drei Makronährstoffe prägen die menschliche Ernährung: Kohlenhydrate, Proteine und Fette. Fette haben den höchsten Energiegehalt.

Fette bestehen aus Glycerin und Fettsäuren. Und auf diese Fettsäuren kommt es an: Einige Fettsäuren sind essenziell und einige nicht-essentiell. Die festen, tierischen, nicht-essentiellen Fette sind für den Körper weniger gut geeignet und belasten ihn.
Gesunde essentielle Fettsäuren findet man reichlich in Ölsaaten, Nüssen, Samen oder Ölfrüchten .

Fettsäuren bestehen aus langen Ketten von 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, an denen unterschiedlich viele Wasserstoffatome angebunden sein können. Als gesättigt gelten Fettsäuren, wenn keine weiteren Wasserstoffteilchen mehr Platz haben. Das ist bei tierischen Fetten weitgehend der Fall. Ungesättigte Fettsäuren finden sich in pflanzlichen Fetten, wie Soja-, Hanf-, Leinsaat- und Rapsöl. Sie könnten noch weitere Kohlenstoffatome aufnehmen.

Je nachdem, wie viele freie Stellen für Wasserstoffteilchen an der Fettsäure-Kette es gibt, spricht man von einfach, zweifach, dreifach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Die Ölsäure im Olivenöl ist einfach ungesättigt, die Linolsäure ist zweifach ungesättigt. Dreifach ungesättigte Fettsäuren wie die Linolensäure Omega3 sind für den Körper unentbehrlich und lebensnotwendig.

Warum reicht Omega3 alleine nicht?

Wie immer im Zusammenspiel des menschlichen Körpers beeinflussen sich Stoffe gegenseitig. AlphaLinolensäure (= Omega3 Fettsäure) und GammaLinolensäure (= Omega6 Fettsäure) gehören zwar 2 verschiedenen Familien an und ihre Stoffwechselwege im Körper sind unterschiedlich, jedoch beeinflussen sie sich so stark, dass beide Gruppen von Fettsäuren für den Menschen unentbehrlich sind.

Linolsäure-Familie
(Omega6 Fettsäuren)

Natürliche Vorkommen gibt es bei Pflanzen, die Linolsäure aus gesättigten Fettsäuren bilden. Pflanzensamen speichern diese Fette in hoher Dichte. Doch auch Butter als tierisches Fett enthält beträchtliche Mengen an Linolsäure.

Linolensäure-Familie
(Omega3 Fettsäuren)

Die Fähigkeit Omega6 Fettsäuren zu Omega3 Fettsäuren umzuwandeln haben nur Pflanzen mit Chlorophyll (grüne Blätter, Algen, Moose, Farne). Säugetiere wie der Mensch können das nicht.

Omega3 Fettsäuren kommen daher zwar in Pflanzenölen vor, meist jedoch in wesentlich geringerer Menge als die Omega6 Fettsäuren. Ausnahmen bilden Leinöl, Walnussöl, das neue Rapsöl, Soja- und Weizenkeimöl, Borretsch- und Nachtkerzenöl, sowie das Kernöl der schwarzen Johannisbeere. Sie enthalten wesentliche Mengen von Omega3 Fettsäuren.

Eicosapentaensäure und Decosahexaensäure

Diese Fettsäuren kann der Mensch selbst herstellen, jedoch nur in geringen Mengen und unter der Voraussetzung, dass er über die Nahrung Linolensäure zu sich genommen hat.
Sie finden sich jedoch in hoher Konzentration in Fischen, besonders in den Kaltwasserfischen Makrele, Hering, Sardine, Lachs, Thunfisch, Forelle, da diese wildlebender Tiere sich von Moosen, Blättern und Farnen ernähren. Das Fleisch dieser Tiere kann bis zu 5 % Eicosapentaensäure enthalten.
TIPP: Gemästete Zuchttiere erhalten anderes Futter. Ihr Fleisch enthält nur Spuren von Eicosapentaensäure. Jedoch reichlich von der ungünstigen Fettsäure Arachidonsäure.

20:1 für Omega 6

Der Bedarf an Linolsäure (Omega6 Fettsäure) liegt bei 7–10 g täglich. Ein Mangel ist bei der heutigen Ernährung äußerst selten.

Den Bedarf an Omega3 Fettsäuren schätzt man auf 2 – 3 g täglich.
Ein Mangel kann bei Säuglingen und Kleinkindern Wachstumsverzögerung und zentralnervöse und visuelle Störungen verursachen. Seit 1993 wird der Säuglingsnahrung deshalb Omega3 zugesetzt. Bei bestimmten chronischen Erkrankungen wird das Zwei bis Dreifache der optimalen Dosis benötigt.
Ein direkter Mangel an Omega3 Fettsäuren ist jedoch nicht so gravierend wie eine langfristig zu niedrige Aufnahme. Vor allem im Verhältnis zur heute reichlichen Zufuhr an Omega6 Fettsäuren.

Über das Fleisch wilder Tiere, in Fischen aber auch in Blättern hat der Mensch über viele Tausend Jahre relativ viel Omega3 Fettsäuren zu sich genommen. Das Verhältnis Omega6 zu Omega3 lag dabei circa bei 4:1.

Heute liegt das Verhältnis von Omega6 zu Omega3 in Europa und den USA bei etwa 20:1. Seit der Industrialisierung der Landwirtschaft mit Masttierhaltung wurden immer mehr Omega6- und immer weniger Omega3 Fettsäuren aufgenommen.
Zwei Zitate zu diesem Thema:

„Während dieser Veränderungen in den letzten 100 – 150 Jahren stieg auch die Todesrate durch Herzerkrankungen stark an. Auch verglichen mit einigen heutigen Bevölkerungsgruppen zeigt sich, dass die Aufnahme höherer Mengen an Omega3 Fettsäuren (vor allem aus Fisch) mit einer niedrigeren Rate von Herzerkrankungen einhergeht, z. B. bei Japanern und Eskimos…
Bezeichnenderweise enthält Muttermilch trotz unserer heutigen Ernährungsbedingungen die Omega3Fettsäuren Eicosapentaensäure und Decosahexaensäure, um ein rasches Gehirnwachstum in den ersten Lebensmonaten des Kindes zu gewährleisten.“
Dietl/Ohlenschläger

„Der exzessive Konsum von Nahrungsmitteln, die reich an Omega6 Fettsäuren sind und der viel zu geringe Omega3 Fettsäureanteil unserer Nahrung wird mit der Entwicklung zahlreicher Zivilisationskrankheiten wie Allergien, Asthma, Koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Rheuma und Krebsarten wie Brust und Kolon (Darm) -karzinom in Zusammenhang gebracht.
Durch eine Erhöhung der Omega3Fettsäurezufuhr und gleichzeitige Reduktion des Omega6Fettsäureanteils in unserer Nahrung können entzündliche Prozesse vermindert und die Funktion des Immunsystems gesteigert werden.“
Uwe Gröber

Urs Buergi rät daher seinen Lesern den Verzehr von Omega3 Fettsäuren zu erhöhen und die Aufnahme von Omega6 Fettsäuren, insbesondere den im Fleisch enthaltenen Arachidonsäuren, die entzündungs- und gerinnungsfördernd sind, vermindern.
Empfehlungen

  • Nahrungszubereitung mit pflanzlichen Ölen: Leinöl, Walnussöl, Raps- und Weizenkeimöl
  • Nahrungsergänzungen Fischöl, Borretsch-, Nachtkerzen- und Samenöl der schwarzen Johannisbeere.
  • Werden hohe Dosierungen an Omega3 Fetten eingenommen, sollte zusätzlich Vitamin E gegeben werden, um den Schutz der essenziellen Fettsäuren vor Oxidation zu gewährleisten.

Mehrfach ungesättigten Fettsäuren:
Wichtig im Stoffwechsel

Der Körper stellt Eicosanoide (Gewebshormone) her, die an vielen wesentlichen Stoffwechselvorgängen mitwirken. Einige Beispiele sind Prostaglandine, Prostacycline, Thromboxane und Leucotriene. Zur Herstellung dieser Gewebshormone benötigt er jedoch als Ausgangssubstanzen Omega6 und Omega3 in natürlicher Ausgewogenheit.

Dieses optimale Gleichgewicht ist deshalb so wichtig weil beide Fettsäuren um die gleichen Enzyme konkurrieren. Bei einem Überangebot an Omega6 Fettsäuren wird der Stoffwechsel der Omega3 Fette eingeschränkt.
Damit der Körper seine Funktionen erfüllen kann, sollten die gebildeten Gewebshormone jedoch harmonisch im Gleichgewicht stehen.
Das Verhältnis der Fettsäuren zueinander ist demnach wichtiger als ihre absolute Menge.

Auswirkungen von Mangel an essenziellen Fettsäuren können sein:

  • Infektanfälligkeit
  • gestörte Wundheilung
  • Haarausfall
  • trockene, schuppige Haut
  • Ekzeme
  • Wachstumsverzögerung und ungenügende Gehirnentwicklung
  • Verringerung der Lernfähigkeit
  • neurologische Störungen
  • Unfruchtbarkeit
  • Nieren- und Leberschäden
  • hoher Blutdruck
  • gestörter Herzrhythmus
  • verminderte Funktionstüchtigkeit der roten Blutkörperchen
  • Muskelschwäche
  • Neuropathien

Ein erhöhter Bedarf an essenziellen Fettsäuren wird empfohlen bei:

  • Unausgewogener Ernährung
  • Reduktions-Diäten
  • Verdauungsstörungen
  • Wachstum
  • Verletzungen / Operationen
  • Störungen des Immunsystems
  • rheumatischen Entzündungen
  • Schuppenflechte
  • Osteoarthritis
  • Morbus Crohn
  • Multipler Sklerose
  • Migräne
  • Schwangerschaft
  • hoher Fleischverzehr
  • Neurodermitis
  • Allergien
  • Alzheimer
  • Diabetes
  • Metabolischem Syndrom

Die Funktionen im Körper

Zellmembranen:
Aufbau und Erhalt der Zellmembranen benötigen Linol- und Linolensäure.
Zellwände, die durch Fette aus Linol- und Linolensäure gebildet wurden, sind elastischer, reaktionsbereiter und funktionieren besser. Werden diese fette dem Menschen nicht zugeführt, benutzt dieser gesättigte, tierische Fette für seine Zellmembranen. Die Funktionalität wird dadurch erheblich beeinträchtigt. Wenn Zellen altern wird dieser Vorgang noch verstärkt.

Gewebshormone:
Die oben bereits erwähnten Gewebshormone (Eicosanoiden) sind hormonähnliche Substanzen, die vielerlei Funktionen im Körper ausüben. Um sie zu bilden braucht der Mensch die Ausgangssubstanzen Omega6 und Omega3 in natürlicher Ausgewogenheit. Hier einige Funktionen der Eicosanoiden:

  • Regelung aller Zellfunktionen, die notwendig sind für Zellwachstum und –regeneration
  • Regulation der Blutfette und des Cholesterins, des Blutdrucks und der Gerinnung der Blutplättchen
  • Gesunde Haut
  • Verminderung von Entzündungen und Autoimmunerkrankungen
  • Erhalt geistiger Funktionen
  • Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems
  • Regulation des Immunsystems

Fazit

Die Umwandlung von Linolensäure zu Eicosapentaensäure und Decosahexaensäure geschieht im Körper zu langsam und wenig effizient. Darum empfiehlt Urs Buergi die direkte Zufuhr aus der Nahrung oder als Nahrungsergänzung.

Wichtig

Die Einnahme von Omega3 Fettsäuren sollte unbedingt längerfristig und regelmäßig erfolgen. Die Wirkung entfaltet sich erst, wenn die fettsäure in die Zellmembran eingebaut wurde. Dieser Vorgang benötigt Zeit.
Die ungesättigten Fettsäuren sollten immer in Kombination mit Vitamin E eingenommen werden. Dieses fettlösliche Antioxidanz schützt das Omega 3 vor der Oxidation.

Achtung

Menschen mit folgendem Risiko sollten unbedingt vor einer Einnahme ihren Therapeuten konsultieren:

  • Epilepsie
  • Manisch-depressive Störungen
  • Diabetiker, weil bei einigen die Wirkung des Insulins vermindert werden kann.
  • Menschen, die Medikamente zur Blutverdünnung nehmen oder eine vererbte Blutungsstörung haben.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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