Archiv der Kategorie: C

Chlorophyll (Blattgrün)

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chlorophyll
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Lichtsammler Chlorophyll

Alle grünen Pflanzen enthalten Chlorophyll. Ebenso das Cyanobakterium Spirulina hat einen sehr hohen Chlorophyll-Anteil. Die Fähigkeit das Sonnenlicht zu binden und zusammen mit Sauerstoff, Kohlendioxid, Mineralien und Wasser organische Substanzen aufzubauen, ist eine wunderbare Gabe. Ohne Photosynthese gäbe es auf unserem Planeten keine Lebewesen. Chlorophyll ist ein Lichtsammler, der die Sonnenenergie auffängt und speichert.

Farbe Grün

Träger des grünen Farbstoffes sind die Chloroplasten. Eine 1mm² große Blattoberfläche enthält etwa 1/2-1 Millionen Chloroplasten. Auch der hohe Magnesiumanteil des Chlorophylls trägt dazu bei, die Blätter grün zu färben.

Bedeutung für den Menschen

Chlorophyll nimmt in der menschlichen Ernährung einen hohen Stellenwert ein. Chlorophyll schafft die Voraussetzung für gesundes Blut und gesunde Lymphe. Es ist eine gute Quelle für Biophotonen, die auf zellulärer Ebene ordnende Signale setzen und eine der Hauptquellen für Magnesium. Zahlreiche Krankheitsbilder können durch die Zufuhr von Chlorophyll in der Nahrung verbessert werden.

Mehr Sauerstoff

Wenn der Mensch Chlorophyll zu sich nimmt, dann reichert sich im Blut der Sauerstoff an und es bilden sich neue rote Blutkörperchen. Davon profitieren ältere und blutarme Menschen. Aber auch die geistige Fitness wird gefördert, da der eingeatmete Sauerstoff länger in den Gehirnzellen bleibt und besser verwertet wird.

Entgiftung

Chlorophyll hilft dem Immunsystem bei der Entgiftung. Indem es die Bildung von Glutation-S-Transferase anregt: Dieses Enzym fördert die Bindung der schädlichen Giftstoffe an das Glutation. Über den Stoffwechsel werden so die Giftstoffe ausgeschieden. Chlorophyll lindert auch die negativen Auswirkungen von Alkoholkonsum.

Aerobe Bakterien

Für eine gesunde Magen-, Darm- oder Scheidenflora müssen die aeroben Bakterien in der Mehrheit sein. Überwiegen anaerobe Bakterien-Stämme, so liegt eine Fehlbesiedlung vor und der Mensch wird krank. Der grüne Chlorophyll-Farbstoff unterdrückt anaerobe Bakterien und trägt so zu einer gesunden Flora bei.

Pflanzen als Chlorophyll-Lieferanten

Pflanze  Gesamtchlorophyllpro 100 g
Spirulina platensis 1.200 mg
Moringa Blatt 698 mg
Gersten- u. Weizengraspulver 300 – 500 mg
Grünkohl 230 mg
Kiwis 230 mg
Petersilie 212 mg
Spinat 115 mg
Broccoli 32 mg
Grüne Erbsen 12 mg
Grüne Bohnen 16 mg
Gurke 8 mg

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Chinarinde (Chinin)

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chinarinde
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Geheimnisvolles Naturheilmittel

Die Chinarindenbäume (Cinchona) aus der Familie der Rötegewächse (rubiceae) werden bis zu 30 Meter hoch. Ursprünglich kommt der Baum aus dem Norden Südamerikas. Traditionell wird die Chinarinde in der Naturmedizin als Malariamittel eingesetzt. Heute werden Chinarindenbäume vor allem in Indien angepflanzt.

Inhaltsstoffe

Unter anderem enthält die Chinarinde Alkaloide wie Chinin, Chinidin, Gerbstoffe und Bitterstoffglykoside. Chinin und Chinidin besitzen schmerzstillende Eigenschaften. Da Chinin bei der Entspannung von Muskelkrämpfen effektive Wirkung zeigt, ist der Wirkstoff auch bei Wadenkrämpfen und in der Sportmedizin begehrtl. Dafür eignet sich besonders die Rinde des roten Chinarindenbaums (Chinona pubescens).

Lebensmittelzusatz

Chinin aus der Chinarinde wird in der Lebensmittelindustrie regelmäßig eingesetzt. Unter anderem findet es sich auch in Tonic Water.

Das Naturheilmittel

Die fiebersenkenden und tonisierenden Eigenschaften der Chinarinde machen sie zu einem Heilmittel bei fieberhaften Erkrankungen. Die Ureinwohner im Norden Südamerikas kennen ihre Zubereitung als traditionelles Heilmittel gegen schwere Malaria und zur Blutreinigung.

Appetitanregend wirken die Bitterstoffe, die die Bildung von Magensäften unterstützen und positiv auf die Verdauung wirken.

Das Naturheilmittel wird auch bei Angina tonsillaris, Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz eingesetzt.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Es können allerdings Nebenwirkungen auftreten, unter anderem allergische Reaktionen und Thrombozytopenie, eine verminderte Anzahl an Blutplättchen.

Achtung

Die Verwendung von frischer Chinarinde ist nicht ratsam, da das enthaltene Chinin starke Nebenwirkungen entfalten kann und die Dosierung schwankt. Bei Fertigpräparaten ist die Sicherheit bezüglich der Dosierung gewährleistet.

Bei Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen der Chinarinde ist von der Einnahme abzusehen. Die Anwendung über eine Woche hinaus wird nicht empfohlen. Bei Patienten mit Ulcus duodeni oder Ulcus ventriculi darf Chinarinde nicht eingesetzt werden.

Während der Schwangerschaft kann das enthaltene Chinin bei der Verwendung von Chinarinde vorzeitige Wehen auslösen. Auch in der Stillzeit und bei Kindern unter 12 Jahren wird von einer Einnahme abgeraten, da Studien zur Verträglichkeit fehlen.

Die Anwendung sollte mit dem Arzt oder Heilpraktiker abgesprochen sein.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Koriander (Cilantro)

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koriander
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Bezugsquelle: Cilantro

Ein Gewürz, das mehr kann

Koriander, bzw. der Echte Koriander (Coriandrum sativum) ist eine Gewürz- und Heilpflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Er ist in der Literatur auch als arabische Petersilie, asiatische Petersilie, chinesische Petersilie, indische Petersilie, Schwindelkorn oder Wanzenkümmel zu finden. Die Ähnlichkeit seiner gefiederten Blätter mit denen der Petersilie erklärt einige dieser Namen. Die Pflanze stammt aus dem Mittelmeergebiet und dem Vorderen Orient. Als einjährige Kulturpflanze ist sie auch heimischen Gärten beliebt.

Hauptsächlich wird Koriander als Gewürzmittel, Likörzusatz und wichtige Zutat in Currypulver verwendet. Aufgrund seines ätherischen Öls wird Koriander auch in Kosmetika eingesetzt. Seit dem Altertum ist Koriander auch als Heilpflanze bekannt.

Inhaltsstoffe

Die wirksamen Inhaltsstoffe sind in den Früchten enthalten. Korianderöl aus den kugelförmigen Samen enthält als ätherisches Öl reichlich Linalool (60 bis 70 Prozent) sowie Geraniol, Limonen, Geranylacetat, Borneol, Kampfer, Gamma-Terpine und Alpha-Pinen. Weitere Öle sind Petroselinsäure, Palmitinsäure und Ölsäure. Außerdem gehören Cumarine zu den Bestandteilen. Der typische Koriandergeruch wird vor allem von Aldehyden verantwortet.

Seit 7.000 im Gebrauch

Der Gebrauch von Koriander ist uralt, vermutlich seit 7.000 Jahren. Korianderfrüchte wurden bereits im Grab von Tutenchamun gefunden und sie sind auf einer Tontafel des babylonischen Königs Marduk-apla-iddina II verzeichnet. Seither wird Koriander als Gewürz- und Heilpflanze verwendet, seit dem 20. Jahrhundert auch in unseren Breiten. In Europa spielen die Samen in der Küche eine größere Rolle, in der asiatischen und portugiesischen Küche eher die grünen, scharfbitteren Blätter. In Thailand wird die Wurzel wie Petersilie verwendet.

Pflanzenheilkunde

Koriander wirkt durch die ätherischen Öle in den Samen appetitanregend und verdauungsfördernd. Den Inhaltsstoffen wird eine krampflösende Wirkung zugeschrieben (Spasmolytikum). Gegen Blähungen (Karminativum) und bei Magen- und Darmbeschwerden ist daher Koriander ein beliebtes Mittel in der Pflanzenheilkunde.

Im Vergleich zu Kümmel oder Fenchel wirkt Koriander eher schwächer. Für seine Wirkung ist wichtig, dass das Öl aus den Samen gequetscht wird oder die Früchte zerrieben werden, denn sie sind nicht wasserlöslich.

Bereits in der Antike galt Koriander zusätzlich als Antiwurmmittel. Und auch heute kennt die Volkskunde die Pflanzenkörner als Mittel zur Behandlung gegen Würmer. In der Homöopathie wird Koriander ebenfalls eingesetzt.

Manche Menschen reagieren empfindlich

Das typische Korianderaroma wird manchmal mit Wanzen verglichen. Verantwortlich für den Geruch sind Aldehyde, die auch in Seifen vorkommen können. Manche Menschen, die das Aroma nicht gewohnt sind, reagieren mit instinktiver Abneigung. Aufgrund der ätherischen Öle soll das Korianderöl nicht bei Säuglingen oder Kleinkindern eingesetzt werden, denn es kann im Zweifel Atemnot auslösen.

Allergiker können empfindlich auf Koriander reagieren. Sehr empfindliche Menschen können unter Sonneneinwirkung photoallergische Hautreaktionen von Koriander bekommen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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NADH (Coenzym 1)

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Zellenergie pur

Das Coenzym Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid (NADH) wurde 1906 entdeckt von Arthur Harden und William Young. In der Abkürzung NADH steht das H für einen Wasserstoffanteil. Eine andere Bezeichnung für diesen Stoff lautet Coenzym 1, um seine Wichtigkeit vor allen anderen Coenzymen zu dokumentieren.

In jeder Zelle vorhanden

Biochemisch entsteht das NADH aus einer bestimmten Form des Vitamins B3, dem Niacinamid. Es handelt sich um nichts weniger, als den wichtigsten Träger von Elektronen bei der Energiegewinnung der Zellen, ein Oxidationsvorgang der Moleküle. Weiterhin ist NADH beteiligt an der Produktion von der Energiespeichersubstanz Adenosin-Triphosphat (ATP). Darüber hinaus erfüllt NADH wichtige Aufgaben in der Immunabwehr indem es Antioxidantien regeneriert, die freie Radikale abfangen, indem sie ein Elektron abgeben, bevor die freien Radikale die Zellsubstanz oxidieren können. Im Zellschutz wird sehr viel NADH benötigt, sozusagen als indirektes Antioxidans. NADH wirkt jedoch auch selbst als direktes Antioxidans, indem es Schädigungen der Zelle regeneriert, die durch freie Radikale entstanden sind.

Zellulärer Brennstoff

NADH ist in jeder Zelle vorhanden, bei Mensch, Tier und Pflanze. Je aktiver die Zelle ist, desto mehr NADH benötigt sie. Insbesondere das Gehirn und der Herzmuskel brauchen große Mengen des Coenzyms 1. In der letzten und wichtigsten Phase der Zellatmung im Energiestoffwechsel der Zelle hängt die ATP-Produktion und damit der entscheidende Schritt zur Energiegewinnung von NADH ab. Vergleichbar ist die Bedeutung des NADH mit dem Coenzym-Treibstoff, ohne den der beste Enzym-Motor nicht läuft.

Das berühmte ATP

In den Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien, wird aus Glucose, Sauerstoff aus der Luft, die wir atmen und NADH durch Verbrennung Energie gewonnen, Körperwärme produziert. Diese Stoffe werden alle über die Nahrung aufgenommen. Nährstoffarme Ernährung oder eine ernsthafte Störung der Darmflora kann die ausreichende Aufnahme der lebenswichtigen Stoffe behindern.

Vorkommen in Lebensmitteln

Da NADH Bestandteil jeder lebendigen Zelle ist, wird es mit sehr vielen Lebensmitteln verfügbar. Aufgrund ihres Energiebedarfs enthalten tierische Zellen mehr von der Substanz als pflanzliche Zellen. Am meisten ist im Herzmuskel von Tieren und in den Flügelmuskeln von Vögeln enthalten. Natürlich enthalten auch Obst und Gemüse NADH, jedoch wird es leicht beim Kochen zerstört. Ein Teil des NADH wird bei der Nahrungsaufnahme auch im Magen vernichtet.

Hinweis

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Kobalt (Cobalt)

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kobalt
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Schwermetall und lebenswichtig?

Kobalt (Cobalt in der chemischen Fachsprache) gehört zu den Schwermetallen. Auch wenn es in größeren Mengen giftig ist, bedeutet es für den menschlichen Organismus ein lebenswichtiges Spurenelement. Als Bestandteil des Vitamins B12 (Cobalamin) hat Kobalt wichtige Funktionen im Körper.

Der Name als Programm

1735 wurde das Element von dem Schweden Georg Brandt entdeckt. Sein Name leitet sich ab von lat. cobaltum, Kobold. Denn Kobalterze waren bereits im Mittelalter bekannt und wurden zunächst für kostbare Silber- oder Kupfererze gehalten. Als sie sich nicht verarbeiten ließen und durch ihren Arsengehalt schlecht rochen, wurden sie als verhext betrachtet. Kobolde, so wurde eine Erklärung gesucht, hätten das gute Silber aufgefressen und nur silberfarbene aber wertlose Erze zurückgelassen.

Kobalt wurde schon früh zum hitzebeständigen Färben von Glas und Keramik in der Farbe kobaltblau eingesetzt.

Vorkommen in der Nahrung

Als Bestandteil von Cobalamin ist Kobalt ebenso wie das Vitamin praktisch nur in tierischen Lebensmitteln vorhanden wie Fleisch, vor allem Innereien, Fisch und Milch. In pflanzlichen Lebensmitteln kommt Kobalt so gut wie nicht vor.

Ausgewogene Ernährung deckt den Bedarf

Bei einer ausgewogenen Ernährung ist der Vitamin B12-Haushalt – und damit auch der Bedarf an Kobalt – gedeckt. Eine Überdosierung durch natürliche Nahrung steht nicht zu befürchten. Mangelerscheinungen sind selten, etwa können sie auftreten bei einer chronischen Magenschleimhautentzündung (Gastritis) , Morbus Crohn oder einer Fischbandwurm-Infektion. Vitamin B12 kann in der Leber gespeichert werden, so dass eine eventuelle Mangelerscheinung erst mit jahrelanger Verzögerung auftreten kann. Von Müdigkeit bis Muskelschwäche, Nervenschäden mit Prickeln in den Gliedmaßen oder Taubheitsgefühlen, Blutarmut und Verwirrung reichen die Symptome.

Funktionen im menschlichen Organismus

Kobalt ist an der Produktion von roten Blutkörperchen und dem Aufbau von Proteinen beteiligt. Es ist bedeutend für Zellwachstum und Zellteilung und steuert unter anderem die Anzahl der Spermien. Das Spurenelement spielt eine Rolle im Kohlehydrat- und Fettstoffwechsel und ist beteiligt am Folsäure– und Homocysteinhaushalt. Das Spurenelement unterstützt die Bildung der Substanz um die Nervenfasern (Myelin). Darüber hinaus stärkt Kobalt das Immunsystem und erleichtert das Gefühl psychischer Ausgeglichenheit.

Einsatz in der Medizin

In der Nuklearmedizin wird Kobalt als Marker für Stoffwechselkrankheiten eingesetzt. Radioaktive Kobalt-Isotope(Co 60) dienen auch als Strahlenquelle in der Strahlentherapie gegen bösartige Erkrankungen.

Kobaltvergiftung

Durch die natürliche Nahrungszufuhr kann normalerweise keine Überdosis von Kobalt erreicht werden. Ein Überschuss aus Nahrung wird in der Regel über den urin ausgeschieden. Kleine Überdosen durch konzentriertes Kobalt sind gewöhnlich für den Menschen nicht schädlich. Ab einer Menge von 30 mg pro Tag kann das Schwermetall zu Vergiftungen führen, die sich durch Kontaktekzeme äußern oder Verätzungen und Schädigung von Herz, Leber oder Niere bis hin zu Krebs.

Hinweis

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Vitamin B12 (Cobalamin)

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Bezugsquelle: Bioverfügbares Vitamin B12

In jeder Körperzelle benötigt

Cobalamin oder Vitamin B12 ist ein Vitamin, das ausschließlich durch den Verzehr tierischer Produkte aufgenommen werden kann, da es von Pflanzen nicht hergestellt wird. Genaugenommen ist Vitamin B12 ein Sammelbegriff für verschiedene Verbindungen des Vitamins mit ähnlichem Aufbau, den Cobalaminen. Vier aktive Verbindungen von Cobalamin besitzen eine biologische Wirkung im menschlichen Organismus. Sie heißen Adenosylcobalamin, Aquocobalamin, Hydroxycobalamin und Methylcobalamin. Außerdem ist die synthetische Verbindung Cyanacobalamin von Bedeutung.

Cobalaminstoffwechsel

Cobalamin, oder auch Vitamin B12 genannt, wird aus der Nahrung aufgenommen und im Magen freigesetzt (durch das Enzym Protease und Salzsäure). Es bindet sich an bestimmte Eiweiße, um in den Blutkreislauf zu gelangen. In die Organe und Zellen wird es dann über eine weitere Proteinverbindung mit Beta-Globulin transportiert. Cobalamin wird vom Körper recycled, indem es sich beim Ausscheidevorgang im Dünndarm wieder an ein Transporteiweiß heftet und so zurück in den Blutkreislauf kommt.

Funktionen dieses Vitamins im Körper

Das Vitamin ist beteiligt verschiedenen Stoffwechselprozessen im menschlichen Körper. Es unterstützt den Abbau bestimmter Fettsäuren, unterstützt die Zellteilung und die Funktion des Nervensystems. Es ist bedeutsam für die Blutbildung durch die Aktivierung der im Körper gespeicherten Folsäure. Die Bedeutung des Vitamins am Folsäurestoffwechsel erkennt man daran, dass Cobalaminmangel indirekt zu Folsäuremangel führen kann.

In der Alternativmedizin wird Vitamin B12 zur Therapie von Schuppenflechte und Neurodermitis eingesetzt.

Entgiftung

Die cobalamine Verbindung Hydroxycobalamin fungiert als Antidot bei Cyanidvergiftung, auch Blausäurevergiftung, die bei Kunststoffbränden durch Einatmen geschehen können, beispielsweise bei der Brandbekämpfung. Hydroxycobalamin ist in der Lage, Cyanid-Ionen zu binden, die dann mit dem Urin ausgeschieden werden können. Ein entsprechendes pharmakologisches Medikament existiert seit 2007.

Empfindliche Störungen bei Mangel

Der Bedarf an Cobalamin wird bei einem gesunden erwachsenen Menschen auf 0,01 Milligramm pro Tag geschätzt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt gar nur 0,003 Milligramm täglich. Da der Körper in Leber, Muskulatur und Herz eine Speicherkapazität für Vitamin B12 bereithält, wird ein Mangel wahrscheinlich erst nach schätzungsweise 20 Jahren auftreten, vorausgesetzt eine Ernährung, die komplett ohne Vitamin B12 auskommt. Bei strikt veganer Ernährung ist gegebenenfalls eine Unterversorgung zu prüfen. Ein Mangel kann sich äußern in Atropie, die in der Zurückbildung von Mund-, Darm- und Zungenschleimhaut besteht, Blutarmut, Taubheitsgefühlen, Reflexstörungen und gegebenenfalls Halluzinationen und Psychosen. Einige der Mangelsymptome stimmen überein mit denen von Folsäure, da Cobalamin am Folsäurestoffwechsel beteiligt ist. Bei Patienten mit Morbus Crohn kann möglicherweise ein Mangel an Vitamin B12 entstehen, wenn im Darm nicht genügend Cobalamin aufgenommen werden kann. Von schädlichen Effekten bei Überversorgung ist nichts bekannt, allerdings kann der Körper nur eine begrenzte Menge an Vitamin B12 aufnehmen und scheidet überschüssige Substanzen aus.

Hinweis

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Coenzym Q10 (Ubichinon)

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Bekannt als Anti-Aging-Mittel

Das Coenzym Q10 (CoQ10, Ubiquinon), ist eine körpereigene Substanz, die in allen Zellen des menschlichen Körpers enthalten ist. Sie kann über die Nahrung aufgenommen werden und wird teilweise auch biosynthetisch vom Organismus hergestellt. Unentbehrlich für die Energieversorgung der Zellen und das Immunsystem stellt das Coenzym Q10 einen wesentlichen Baustein der Gesundheit dar – und damit natürlich auch zur Verzögerung von Alterserscheinungen.

Nobelpreis für Coenzym Q10

Der Nobelpreis für bahnbrechende Erkenntnisse zur Funktion des Coenzyms Q10 im menschlichen Körper erhielt der britische Wissenschaftler Peter D. Mitchell 1978. Die chemische Struktur war bereits 1958 von dem Biochemiker Karl August Folkers entschlüsselt worden, ein Jahr nach seiner Entdeckung durch den Biologen Fred L. Crane 1957.

Natürliche CoQ10-Aufnahme

CoQ10 ist bedeutsam für die Vitalität und Leistungsfähigkeit des Körpers. Wie ein Biokatalysator erzeugt die körpereigene Substanz ständig Energie. 0,2 bis 2 Gramm des Coenzyms werden im Organismus produziert. Mit zunehmendem Alter nimmt die körpereigene Produktion ab. Den restlichen Bedarf holt sich der Körper aus der Nahrung. Gute Coenzym Q10-Lieferanten sind Spinat, Brokkoli und Rosenkohl sowie Fleisch, Nüsse, Hülsenfrüchte, Pflanzenöle und Zwiebeln. Große Hitze beim Kochen kann den Wirkstoff zerstören.

Biokraftwerk in den Zellen

Als Anti-Falten-Mittel in Cremes und Lotionen ist Q10 bestens bekannt. Doch das Enzym kann sehr viel mehr. Es wirkt von innen und stärkt das Herz, die Nerven und das Immunsystem. Außerdem kann es die Fettverbrennung steigern. Es ist an allen essentiellen Stoffwechselprozessen des Körpers beteiligt. Jede Zelle benötigt Energie. Diese wird in den Kraftwerken der Zellen, in den Mitochondrien, aus der Energie der Nahrung in körpereigene Energie, das sogenannte ATP (Adenosintriphosphat) umgewandelt. Das geschieht durch die Umwandlung von Kohlenhydraten, Fett und Eiweißen aus der Nahrung zusammen mit Wasser und Sauerstoff. Dieser Vorgang wird als Atmungskette bezeichnet. Außer Q10 sind noch viele weitere Enzyme und Vitalstoffe beteiligt, aber für den letzten Schritt der Atmungskette ist das Coenzym Q10 unersetzlich.

Ohne die Hilfe von Q10 wäre diese Bereitstellung von Energie nicht möglich. In Zellen, die besonders viel Energie brauchen wie Herz, Leber und Lunge ist die Konzentration dieses Coenzyms daher besonders hoch.

Gegen oxidativen Stress

Bei der Energieerzeugung in den Zellen kann es zu reaktiven Verbindungen kommen. Die freien Radikale greifen Zellkern und Zellmembran an und können die Zelle schädigen. Diesen Zustand nennt man oxidativen Stress. Antioxidantien wie das Coenzym Q10 helfen dabei, freie Radikale wie reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und Ubisemichinon-Radikale unschädlich zu machen. Diese Schutzfunktion macht sie zu einem unerhört wichtigen Faktor für eine Verzögerung des Altersprozesses.

Vorbeugend gegen Krankheiten

Es wird eine Verbindung von positiven Wirkungen des Coenzyms auf den Bluthochdruck und das Herz-Kreislauf-System, sowie Migräne, Morbus Parkinson, Diabetes und Demenz vermutet. Bei Therapien zu diesen Krankheitsbildern kann das Coenzym unterstützend verwendet werden. Bei Sportlern wurde teilweise eine Steigerung von Ausdauer und Leistungsfähigkeit um bis zu 30 Prozent beobachtet.

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Cholin

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Gegen Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche

Cholin (von griech. Cholé, Galle) ist ein vitaminähnlicher Stoff, der im menschlichen Stoffwechsel von der Leber synthetisiert wird, sofern die Aminosäuren Folsäure und Methionin zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollte der Vitalstoff auch über die Nahrung aufgenommen werden, um den Bedarf für wichtige Funktionen zu decken. Da der Bedarf teilweise über den Körper hergestellt werden kann, spricht man von einem semiessentiellen Stoff. Die wasserlösliche Substanz ist an sehr komplexen Abläufen im Körper beteiligt. Cholin kann zu vielen anderen Verbindungen verstoffwechselt werden.

Es ist unter anderem Bestandteil von Nahrungsergänzungsmittel gegen Fettleber. Als 18F-Cholin findet es Verwendung als Tracer bei der Diagnostik des Prostatakarzinoms in der Positronen-Emissions-Tomographie.

Cholin wird in erster Linie für eine gesunde Funktion von Leber und Gehirn benötigt.

Aufnahme von Cholin über die Nahrung

Bei einer ausgewogener Ernährung wird ausreichend Cholin aufgenommen. Es liegt sowohl in freier Form vor, als auch gebunden als Sphingomylin oder Phosphatidycholin. Gute Cholinlieferanten sind Eigelb, Weizenkeime und verschiedene Gemüse, Hühner- und Rinderleber, Fisch, Schweinefleisch und Schinkenspeck und Sojabohnen, Quinoa und Nüsse.

Gesunde Funktion von Leber und Gehirn

Dass Cholin vor allem für eine gesunde Funktion von Leber und Gehirn benötigt wird, wird augenfällig bei einer Unterversorgung durch Cholin. Dann setzt der Körper Cholin aus Lunge, Niere und Verdauungsorganen frei und führt es Leber und Gehirn zu.

Cholin kann die Einlagerung von Fett in der Leber verhindern. Ohne Cholin können Fettmoleküle nicht verarbeitet, verflüssigt oder abtransportiert werden, es würde zur anormalen Anhäufung von Fett in der Leber kommen (Fettleber). Cholin beeinflusst den Cholesterinspiegel positiv, denn ohne Cholin kann Cholesterin an den Gefäßwänden nicht aufgenommen werden. Das Cholesterin zirkuliert dann weiter im Blut und erreicht eine immer höhere Konzentration. Ohne Cholin verkrustet Cholesterin mit abgestorbenen Eiweißmolekülen und könnte die Blutkanäle verstopfen.

Choline sind selbst Fettmoleküle, die von Eiweiß umgeben sind, um im Blut transportabel zu sein. Ohne Eiweißmantel würden sich Fette an den Gefäßwänden ablagern.

Cholin unterstützt die Entgiftung in der Leber über das Enzymsystem, das toxische Stoffe findet und zur Ausscheidung bringt. Ein Mangel an Cholin kann möglicherweise zu einem erhöhten Risiko für Leberkrebs oder Fettleber führen.

Wichtige Funktionen im Gehirn

Cholin ist Bestandteil der Zellmembranen und besonders konzentriert ist es im Gehirn vorhanden. In den Gehirnzellen fördert Cholin die Gedächtnisleistungen. Insbesondere emulgiert es Cholesterin, so dass es sich nicht an Gefäßwänden in Arterien oder Gallenblase anlagern kann.

Im Hirnstoffwechsel übernimmt Cholin die wichtige Generierung des Botenstoffs (Neurotransmitter) Azetylcholin. Bei konzentrierter Arbeit wird Cholin umgewandelt in Azetylcholin. Bei Menschen, die sich nur kurze Zeit konzentrieren können, wäre es unter Umständen nützlich, die Cholinzufuhr zu prüfen. Im Gehirn findet sich Cholin vor allem in der Großhirnrinde. Bei einem Cholin-Mangel sterben cholinerge Neuronen ab und es bilden sich Ablagerungen von Cholesterin und Eiweißzellen. Dieser Effekt kann sich durch Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche bemerkbar machen.

Weitere Aufgaben

Cholin ist bedeutsam in der Schwangerschaft für die Entwicklung der Nerven beim Fötus. Nach der Geburt gibt die Mutter über die Muttermilch Cholin an den Säugling weiter.

An den Zellwänden des gesamten Körpers hat Cholin die wichtige Funktion, Myelin herzustellen, die Markscheide der Nervenbahnen. Im Parasympatikus wirkt Cholin wie ein natürliches Beruhigungsmittel, das die Herztätigkeit entspannt, die Schilddrüsentätigkeit verlangsamt und Magen-und Darmfunktionen anregt.

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Citrullin

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Von Muskelkater und Manneskraft

Nach der Wassermelone (Citrullus vulgaris), in der besonders viel von der Aminosäure enthalten ist, ist der Wirkstoff benannt. Es handelt sich um eine nicht-essentielle Aminosäure, die biosynthetisch vom Körper hergestellt werden kann und nicht zwingend über die Nahrung zusätzlich zugeführt werden muss. Normalerweise ist diese Aminosäure nicht an Eiweißbildung beteiligt, sie ist nicht-proteinogen. Gemeint ist stets L-Citrullin, ein Zwischenprodukt aus dem Harnstoffzyklus. Unter nitrosativem Stress beim schädlichen Einwirken hochreaktiver Stickstoffspezies scheidet der Körper mehr Citrullin mit dem Urin aus. Daher kann die Substanz als Marker in der medizinischen Diagnostik verwendet werden.

Natürliche Vorkommen von Citrullin

In der Wassermelone kommt Citrullin besonders konzentriert vor, allerdings in der Schale oder am äußeren Rand unter der Schale. Doch auch in der Zwiebel und im Knoblauch ist die nicht-proteinogenen Aminosäure enthalten.

Funktionsweise

Citrullin wird im menschlichen Stoffwechsel von Enterozyten im Darm aus Glutamin produziert. Citrullin wird in den Nieren zur Argininsynthese verwendet. Der Citrullinspiegel im Blut kann einen Hinweis auf die Leberfunktion geben, die für den Harnstoffwechsel verantwortlich ist. Gleichzeitig ist die Substanz ein Marker für die Funktion der Enterozyten. Eine Zufuhr von Citrullin wird zu Arginin verstoffwechselt.

Sportlern wohlbekannt

Besonders in Sportlerkreisen ist die Substanz bekannt, da Citrullin den Abbau von Ammoniak unterstützt, das sich bei erschöpfenden Anstrengungen vom Körper in den Muskeln anreichert. Das wird als Übersäuerung der Muskeln bezeichnet, oder als Muskelkater. Die Energieerzeugung in den Mitochondrien und die Ceratin-Sythese für Muskelaufbau werden gefördert.

Blutgefäße

Citrollin ist eine Vorstufe von Arginin, eine weitere Aminosäure. Arginin ist die Ausgangsbasis für die Produktion von Stickoxid (NO), ein gasförmiger Botenstoff für die Blutversorgung der Organe, dem unter anderem auch eine antioxidative Eigenschaft zugesprochen wird. Da es die Blutgefäße erweitert gilt Citrullin auch als Potenzmittel oder als Mittel bei erektiler Dysfunktion (Erektionsstörung).

Autoimmunreaktion

Wenn Antikörper gegen den körpereigenen Stoff gebildet werden, spricht man von einer Rheumatoiden Arthritis. Die Antikörper befinden sich auf der Oberfläche von Fibrin, das vor allem bei Entzündungen der Gelenke vorkommt, und lösen schmerzhafte Autoimmunreaktionen aus.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Cellulase

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cellulase
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Das fehlende Enzym

Cellulase ist ein Enzym, das Cellulose (Pflanzenfasern) bei der Verdauung aufspaltet. Cellulase bricht die Verbindungen der Fasern auf und baut ihn zu β-Glucose ab. So erhöht Cellulase den Nährwert von pflanzlichen Nahrungsmitteln. Cellulasen werden hauptsächlich von symbiotischen Bakterien in den Mägen von Wiederkäuern gebildet. Den meisten Lebewesen fehlen Cellulasen. Sie können daher nur einen Teil der pflanzlichen Nahrung nutzen.

Auch im menschlichen Organismus sind keine Verdauungsenzyme für Cellulose vorhanden. Im Dickdarm, dem Blinddarm und dem aufsteigenden Colon wird ein Teil der Cellulose aus dem Nahrungsbrei von der mikrobiellen Flora zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut und kann so im Stoffwechsel verwertet werden. Der Mensch kann daher nur einen Teil der Energie aus pflanzlichen Ballaststoffe nutzen.

Cellulose, der pflanzliche Ballaststoff

Cellulose kommt als Stützsubstanz in allen pflanzlichen Geweben vor. Von menschlichen Enzymen kann sie im Verdauungstrakt nicht aufgeschlossen werden. Ein Teil der Cellulose kann im Dickdarm, Blinddarm und Colon verwertet und dem Stoffwechsel zugeführt werden. Der überwiegende Teil jedoch wird mit den Nahrungsresten ausgeschieden. In vielen lebensmitteltechnischen Prozessen werden Cellulasen eingesetzt, um Cellulose aus pflanzlichen Rohstoffen aufzuschließen.

Das Silberfischchen besitzt etwas, was wir nicht haben: Cellulase

Drei Cellulaseformen werden unterschieden: Endocellulase bricht die Verbindung innerhalb der Cellulose auf. Exocellulase trennt die 2-Glucose-Einheiten von den beiden Enden der Kette ab, die die Endocellulase zuvor aufgespalten hat. Cellobiase löst die β-Verbindung zwischen zwei Glucose-Molekülen. Naturheilkundler Urs Buergi lächelt, wenn er darauf hinweist, dass das kleine Insekt Silberfischchen etwas hat, was uns Menschen fehlt: Das Silberfischchen (Lepisma saccharina) besitzt körpereigene Cellulase zum Verdauen von Cellulose.

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