Bor

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bor
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Bezugsquelle: Bor Chelat

Das härteste Element nach dem Diamant

Das chemische Element Bor ist ein schwarzgraues Halbmetall, im chemischen Periodensystem gekennzeichnet mit dem Elementsymbol B und der Ordnungszahl 5. Es steht in der 3. Hauptgruppe des Periodensystems. Bor besitzt die höchste Zugfestigkeit unter den Elementen und ist das härteste Element nach dem Diamant. Das seltene Halbmetall existiert in mehreren Modifikationen. Amorphes Bor besteht aus einem braunen Pulver, von kristallinem Bor sind mehrere allotrope Modifikationen bekannt.

Funktionen im menschlichen Organismus weitgehend unerforscht

Es wird vermutet, dass Bor zu den essentiellen Spurenelementen gehört mit einem positiven Effekt auf Gehirnfunktion und den Knochenstoffwechsel im menschlichen Organismus. Offenbar besitzt das Element vielfältige Aufgaben im Körper, die noch nicht erforscht sind. Für das Ultraspurenelement wird ein Bedarf von unter einem Milligramm bis zwei Milligramm pro Tag angenommen. Bei einer Dosis ab 100 Milligramm treten Vergiftungserscheinungen auf. Elementares Bor in geringer Quantität ist nicht giftig, jedoch sind einige Borverbindungen wie Borane hochgiftig.

In der Landwirtschaft wird Bordüngung eingesetzt zur Stabilisierung pflanzlicher Zellwände. Das Element verbessert Zellteilung und Gewebebildung und übernimmt bedeutende Funktionen in Eiweißsynthese und Energiestoffwechsel der Pflanzen.

Natürliche Vorkommen von Bor in Lebensmitteln

Bor gelangt durch den Verwitterungsprozess in den Boden, das Wasser und die Luft. Zahlreiche pflanzliche Lebensmittel können Bor anreichern, so grüne Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Rosinen und Obst. In geringen Mengen ist Bor auch in Fleisch und Fisch von pflanzenfressenden Tieren, Milchprodukten sowie Bier und Rotwein enthalten.

Chelat

Anorganische Mineralien wie Bor sind vom Körper nicht verwertbar. Erst wenn sie „durch eine Pflanze“ gegangen sind, sind Spurenelemente für den Menschen verfügbar. Chelate sind Verbindungen aus Mineralien und pflanzlichen Aminosären und dadurch bioverfügbar. Urs Buergi rät beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln auf den Hinweis „Chelat“ zu achten.

Geschichte

Borverbindungen sind seit Jahrtausenden in menschlicher Verwendung. Im Ägypten des Altertums wurde zur Mumifizierung das Mineral Natron eingesetzt, das unter anderem auch Borate enthält. In der Glasherstellung spielt Bor bereits eine Rolle im Chinesischen Kaiserreich und im antiken Rom. Bor wurde erstmals chemisch hergestellt im Jahre 1808 durch die französischen Forscher Joseph-Louis Gay-Lussac und Luis Jacques Thenard. Zeitgleich gelang die Isolation des Stoffes auch dem Engländer Sir Humphry Davy. Rund 100 Jahre später, um 1909, gelang dem amerikanischen Chemiker W. Weintraub die Darstellung von reinem kristallisiertem Bor. Ausgiebig wurde die Eignung von Bor als Raketentreibstoff vom Militär erforscht. Bor-Nitrat-Gemische werden bei der Zündung von Airbags eingesetzt. Wegen ihrer Festigkeit begehrt ist kristallines Bor und Borfasern bei der Herstellung von Helikopterrotoren, Golfschlägern und Angelruten. Bor ist aus der Industrie nicht wegzudenken und findet Einsatz von feuerfesten Borsilikatgläsern über Keramikglasuren bis hin zu Waschmitteln und Lichtwellenleitern.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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