Bockshornklee
(Fenugreek)

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bockshornklee
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Gesunde Haare, Potenz und Vitalwirkstoffe

Der Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) aus der Familie der Hülsenfrüchtler gehört zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Der lateinische Name foenum-graecum bedeutet griechisches Heu. Die Heilpflanze ist unter zahlreichen Trivialnamen im Volksmunde bekannt wie feine Grete, Stundenkraut, Rehkörner, Hirschwundkraut oder Kuhhornklee u.a.

In der Pflanzenheilkunde wird der aromatisch duftenden Pflanze von alters her eine große Bedeutung zugeschrieben. Nach und nach bestätigen wissenschaftliche Ergebnisse das jahrtausendealte Wissen. Schon dem Propheten Mohammed wird der Spruch nachgesagt, dass wenn die Leute wüssten, welche Heilkraft der Bockshornklee besitzt, sie ihn „in Gold aufgewogen würden“.

Seit der Eisenzeit im Einsatz

Bockshornkleesamen sind aus eisenzeitlichen Funden in menschlichem Gebrauch archäologisch nachweisbar. In der ägyptischen Heilkunst wurde die Pflanze zur Geburtshilfe eingesetzt und spielte auch eine lithurgische Rolle. Schon 721 v. Chr. wird Bockshornklee im Kräutergarten des babylonischen Königs Marduk-apla-iddina II erwähnt. In den mittelalterlichen Klöstergärten wurde das Heilkraut von den Benediktinermönchen angebaut und Hildegard von Bingen war der Bockshornklee als Heilmittel gegen Hautkrankheiten bekannt.

Nahrungs- und Futterpflanze

Als Futterpflanze wird Bockshornklee im Nahen Osten, Afrika und Spanien angebaut. Er gilt darüber hinaus in Indien als beliebtes Gewürz und seine Samen und getrockneten Blätter sind Hauptbestandteil des Currypulvers.

Gesund und frisch

Die Samen können frisch genossen werden, spielen als Brot- und Käsegewürz eine Rolle oder liefern als Sprossen gezogen eine gesunde Beigabe zu Salaten oder essbare Dekoration. Die Blätter ergeben einen leckeren Salat mit viel Eisen, das die Blutbildung unterstützt. Die Bitterstoffe enthalten Trigofoenoside und unterstützen die Bildung der Verdauungssäfte.

Natürliche Wirkstoffe

Der Inhaltsstoff Histidin soll Leberschädigungen verringern. Der Wirkstoff Diosgenin kann möglicherweise positive Effekte bei Dickdarmkrebs entwickeln. Im Öl aus Bockshornkleesamen stecken wertvolle Inhaltsstoffe wie die Triglyceride Linolensäure, Palmitinsäure, Linolsäure und Ölsäure. Außerdem enthält es Lecithin, Phytosterin, Saponine und Sapogenine, Phosphor und Vitamin A und D. Das enthaltene Cholin soll einen positiven Effekt auf den Stoffwechsel besitzen, Arteriosklerose vorbeugen und Leberverfettung entgegenwirken.

Die Samen der Heilpflanze werden in der Pflanzenheilkunde vielfach zur Behandlung von leichtem Diabetes mellitus eingesetzt oder begleitend in schwereren Fällen. Verantwortlich für die medizinische Wirkung soll die Aminosäure 4-Hydroxy-Isoleucin sein.

Wundermittel für gesunden Haarwuchs

In der muslimischen Medizin gelten Bockshornkleekeimlinge als Mittel gegen Haarausfall. Auch in der arabischen Medizin wird ein Sud aus abgekochten Bockshornsamen als Heilmittel gegen Haarausfall und Schuppen verwendet, aber auch gegen Menstruationsbeschwerden. In der Tat gelten Inhaltsstoffe wie Trigonellin, Nikotinsäure und Vitamin B3 als vermutlich haarwuchsfördernd. Zusammen mit Diosgenin können diese Stoffe Hormone blockieren, die für Haarausfall verantwortlich sind. Innerlich angewendet, als Spülung oder Packung auf Haar und Kopfhaut soll Bockshornklee selbst bei hartnäckigen Schuppen und seborrhoischer Dermatitis helfen.

Heilkräfte aus dem Bockshornklee

In Indien, China und Tibet wird ein Aufguss aus Bockshornklee aufgrund der antibakteriellen ätherischen Öle als befreiendes Mittel für die oberen Atemwege eingesetzt. In Indien gilt es als Aphrodisiakum und Tonikum.

Kneipp war von der Heilkraft des Bockshornklees begeistert, insbesondere gegen Geschwülste und Geschwüre. Für milchbildende Stilltees ist Bockshornklee eine beliebte Zutat.

Potenzmittel und Bodybuilding

Die Liste der gesundheitsfördernden Wirkungen durch Bockshornklee ist lang. Der Heilpflanze wird seit jeher auch eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt. Die Testosteronsteigerung bei der Einnahme von Bockshornklee ist nachgewiesen, vermutlich sind Phytohormone für die Wirkung verantwortlich. Bodybuilder schätzen diese Eigenschaft, denn Testosteron unterstützt die Bildung von Muskelmasse. In der Szene ist Bockshornklee unter dem englischen Trivialnamen Fenugreek bekannt.

Darreichungsformen

Als Tee, in Pulverform und Konzentrat ist Bockshornklee erhältlich. Die Samen werden für das Ziehen von Keimlingen oder für die Direktverwendung angeboten.

Vorkommen

Überall im südlichen Europa ist Bockshornklee wild auf lehmigen Böden zu finden. Die einjährige, krautige Pflanze ist verbreitet bis nach Afrika, Australien, Indien und China. Bockshornklee kommt mit Trockenheit und sogar salzigen Böden gut zurecht.

Früh wurde die Heilpflanze in unseren Regionen gezielt angepflanzt in Kräutergärten. Bockshornklee wird hauptsächlich in Marokko und Indien angebaut, aber auch in Deutschland und Frankreich existieren kleine Plantagen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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