Blasentang (Fucus vesiculosus)

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blasentang
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Heilpflanze aus dem Meer

Blasentang (Fucus vesiculosus) ist eine Salzwasser-Algenart aus der Familie der Braunalgen mit hohem Jodgehalt, die bereits seit langer Zeit als Heilpflanze bekannt ist. Man findet sie auch unter weiteren volkstümlichen Bezeichnungen wie Höckertang, Meertang, Seetang, Schweinetang, Meereiche und Kelb. An Ost- und Nordsee, am Atlantik und dem pazifischen Ozean werden nach Stürmen oft große Teppiche aus Blasentang an die Strände geschwemmt. Der flache Stamm (Thallus) der bis zu einen Meter langen Alge ist stark verästelt. Charakteristisch sind die luftgefüllten Schwimmblasen, die der Pflanze Auftrieb im Wasser verleihen.

Verwendet wird der olivgrüne Blasentang in der Periode von Juni bis September. Die frische Ernte sollte für eine Anwendung sofort bei 60° getrocknet werden. Nach dem Trocknen wird der Blasentang braunschwarz. Die Heilwirkung basiert vor allem auf dem hohen Jodgehalt der Meerespflanze.

Ökologischer Nutzen für den Lebensraum

Blasentang bietet in seinen angestammten Meeresgewässern einen natürlichen Lebensraum für andere Meerestiere im Flachwasserbereich. Fische wie Hering oder Hecht nutzen die Algenpopulationen über steinigem und felsigem Untergrund als Versteck und Laichwiese. In der Ostsee können sich in einer Blasentangpflanze bis zu 300 Kleinstlebewesen aufhalten wie Muscheln und Schnecken, Flohkrebse, Krabben, Würmer und Seepocken.

Ein Mittel mit langer Tradition

Von Plinius dem Älteren ist die Bezeichnung „Meereiche“ für Blasentang überliefert, vermutlich weil die gewellten Blätter Eichenblättern ähneln. Als Nahrungs- und Heilpflanze war die Pflanze seit dem Altertum in der Volksheilkunde bekannt. Als 1811 das Element Jod entdeckt worden war, wurde Jod zunächst hauptsächlich aus Blasentang gewonnen. Jod kam in der Therapie gegen Schilddrüsenunterfunktion, Kropfbildung und Adipositas (Fettsucht) zum Einsatz. Heute setzen Medizin und Lebensmittelindustrie eher auf Jodsalze, weshalb der Blasentang aus der Mode gekommen ist.

Blasentang wird in manchen Küstenregionen als Viehfutter eingesetzt. In Europa wird es aufgrund seiner quellenden Wirkung (Alginsäure) als ein Gelatineersatz in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Und die japanische Küche schätzt Blasentang als frisches Gemüse.

Stimulierende Wirkung

In Kosmetika findet die Pflanze weiterhin Verwendung sowie bei äußerlich anwendbaren Mitteln wie beispielsweise Bäder zur Linderung von rheumatischer Arthritis. Traditionell galt die Meinung, dass Blasentang den Grundumsatz erhöht und den Stoffwechsel anregt. Im 19. Jahrhundert wurde der Tang auch gegen Adipositas und gegen Sodbrennen angewendet. Aus diesem Grund findet man ihn auch heute noch als Bestandteil zahlreicher Schlankheits- und Diätmittel mit traditionellen Rezepturen und als Abführmittel. Die Einreibung gegen Schuppenflechte liegt nahe, da auch Meereswasseranwendungen bei dieser Hauterkrankung lindern.

Gegenanzeigen für die Anwendung von Blasentang

Der Jodgehalt von Blasentang kann sehr stark schwanken und je nach Örtlichkeit unterschiedlich ausfallen. Deshalb wird er in kontrollierter Form oft als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Bei der Einnahme von Blasentangpräparaten über einen längeren Zeitraum kann es allerdings zu Störungen des Stoffwechsels, Jodallergie und zu verminderter Aufnahme von Eisen kommen und insbesondere bei Schilddrüsenstörungen sollte auf die Einnahme verzichtet werden. Der hohe Natriumgehalt kann sich erschwerend bei Bluthochdruck auswirken oder störend bei der Einnahme von blutdrucksenkenden Mitteln. Für Schwangere und Kinder sowie Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion, Herzerkrankungen und Bluthochdruck ist die Verwendung nicht geeignet.

Inhaltsstoffe

Alginsäure, Ascorbinsäure, Beta-Sitosterol, Diiodtyrosin, Eisen, Fucose, Fucoxanthin, Jod, Laminarin, Mannitol, Polyphenole.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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