Bioflavonoide

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bioflavonoide
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Die Wissenschaft entdeckt die
sekundären Pflanzenstoffe

Bioflavonoide oder Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativen Eigenschaften. Diese Substanzen aus der Gruppe der Flavon-ähnlichen Stoffe, der sogenannten Flavonoide, haben vielfältige Funktionen, die bis heute noch nicht vollständig entschlüsselt sind. Als Pflanzenpigmente in der äußeren Schale, in Blüten und Blättern schützen sie die Zellen und Proteine vor oxidativem Stress. Sie dienen auch zum Anlocken von Tieren zur Verbreitung der Pflanze durch Verzehr oder Bestäuben. Ebenso können sie auch abschreckende Wirkung als Fraßschutz entfalten. Die Biosynthese von Flavonoiden in der Pflanze erfordert Licht. Ihre Speicherung erfolgt vor allem in der Vakuole.

Der ungarische Nobelpreisträger, Mediziner und Biochemiker Albert von Szent-Györgyi Nagyrápolt (1893-1986) entdeckte 1936 die Flavonoide. Er nannte sie zunächst Vitamin P, wobei das „P“ für Permeabilitätsfaktor stehen sollte.

Zu den Flavonoiden gehören die hochwirksamen Anthocyane aus roten und blaufarbigen Pflanzen. Flavonoide sind in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten enthalten wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Heidelbeeren, Tomaten, Rotkohl, Brokkoli, Auberginen und vielen anderen. Aus einem Kilogramm Brombeeren können nur 20g Schale gewonnen werden. Aber auch wenn kleine Mengen der Flavonoide aufgenommen werden, kann der menschliche Organismus sie gut verwerten. Wichtige Arzneidrogen, die eine bedeutende Menge an Flavonoiden enthalten, sind Arnika, Birke, Ginkgo, Goldrutenblätter, Holunderblüten, Hopfenzapfen, Kamille, Katzenpfötchenblüten, Mädesüß und Rotes Weinlaub. Es existiert eine große strukturelle Vielfalt der Flavonoide.

Radikalfänger für die Immunabwehr

Flavonoide wirken antioxidativ und können damit als hochwirksame Radikalfänger reaktive Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle unschädlich machen, indem sie ein Elektron abgeben, ohne selbst zu oxidieren. Die Schädigung durch freie Radikale von gesundheitserhaltenden Proteinen, Lipiden und Zellkern-DNA in den Zellen soll verringert werden. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden auf diese Weise unterstützt und entzündungshemmende Effekte angekurbelt.

Gut für die Gesundheit

Flavonoide können eine entgiftende Wirkung haben. Das Entgiftungssystem der Leber kann angeregt und Schadstoffe sowie Kanzerogene können ausgeschieden werden. Sie können die Histaminausschüttung im Körper reduzieren und gelten damit als natürliche Antiallergika. Flavonoide wirken auf den Archidonasäure-Stoffwechsel und damit auf die Blutgerinnung. Sie können sich günstig bei Bluthochdruck auswirken und die Elastizität von Blutgefäßen kräftigen, in Venen und Kapillaren ebenso wie im Gehirn und in den Augen.

Die Forschung rund um Flavonoide ist noch relativ jung und viele Hinweise sind noch nicht wissenschaftlich bestätigt. Aber die Forschungsaktivitäten erklären, weshalb schon früher die Volksmedizin gerade bei Nachtblindheit und Lichtempfindlichkeit der Augen die wohltuenden Kräfte von Blaubeere, Johannisbeere & Co. pries.

Diverse flavonoidhaltige Arzneidrogen und Reinstoffe werden bereits therapeutisch genutzt. Wegen der gefäßschützenden Eigenschaften finden sie in Venenmitteln Verwendung. Studien weisen auf einen positiven Einfluß bei Herz-Kreislauferkrankungen hin. Zu den wichtigsten Eigenschaften der Flavonoide gehört ihre antioxidative Wirkung. Hinzu kommt die antiallergische und antiphlogistische Wirkung, sowie antivirale und antimikrobielle Wirkung.

Der unterschätzte Wirkstoff
gegen Krebs?

Menschen mit einer obst- und gemüsereichen Ernährung erkranken weniger häufig an Darmkrebs. Daraus wird die Vermutung abgeleitet, dass sekundäre Pflanzenstoffen möglicherweise vor Darmkrebs schützen können.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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