Arginin

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arginin
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Die essentielle Aminosäure für die Blutgefäße

Arginin zählt zu acht essentiellen Aminosäuren, die unersetzbar ist für den menschlichen Organismus und im Körper nicht in genügender Menge durch Biosynthese hergestellt werden kann. Der Bedarf muss daher zusätzlich über die Nahrung gedeckt werden. Da sie teilweise vom Körper gebildet werden kann, also nicht ausschließlich von der Nahrungsaufnahme abhängig ist, wird Arginin auch als semi-essentielle Aminosäure bezeichnet. Ein erhöhter Bedarf durch Krankheit oder Stress kann durch die Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden. Insbesondere für Durchblutung und Leistungsfähigkeit des Herzens ist Arginin ein unabdingbarer Baustein der menschlichen Gesundheit. Als „Wundermolekül“ stand L-Arginin 1988 in den Schlagzeilen, als die Wissenschaftler Robert F. Furchgott, Louis J. Ignarro und Ferid Murad den Nobelpreis für Medizin erhielten für die Erforschung des Zusammenhangs von Stickstoffmonoxid und einem gesunden Herz-Kreislauf-System. Und natürliche Quelle für Stickstoffmonoxid im Körper ist die Aminosäure L-Arginin. Mehr als 3.000 Studien weist die maßgebliche Internet-Datenbank „PubMed“ zu Arginin-Einnahmen auf. Focus online berichtete 2014 euphorisch von einer neuen Studie zu L-Arginin, die die Blutzirkulation in den Mittelpunkt stellt – und damit Krankheitsbilder berührt wie Diabetes, Bluthochdruck, hohen Cholesterinspiegel, Erektionsstörungen und viele andere.

Funktionen von Arginin

Die proteinogene (eiweißbildende) Amionosäure Arginin enthält den höchsten Stickstoffanteil unter den Aminosäuren und sorgt für die Produktion von Stickstoff in den Blutgefäßen. Stickstoff ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren für Gefäße. Stickstoffmonoxid unterdrückt Zellwucherungen, ist beteiligt bei der Verteilung der Nährstoffe im Muskelgewebe und soll schädliche Mikroorganismen reduzieren. Unterstützend wurde Arginin bereits bei Therapien gegen Tinnitus, Nierenfunktionsstörung, erektile Dysfunktion (Erektionsstörung) und Bluthochdruck eingesetzt. Arginin ist bedeutend für die Leistungsfähigkeit des Herzens. Diese Aminosäure ist Vorstufe eines Botenstoffes, der die Erweiterung der Gefäßmuskulatur kontrolliert und damit für die Blutzirkulation verantwortlich ist. Aus diesem Grund kann Arginin ein Faktor sein, der präventiv vor Herzinfarkt schützt. In einer placebokontrollierten Studie von 1988 wurde bei den Patienten, die Arginin erhielten, eine um dreißig Prozent gesteigerte Insulinempfindlichkeit und eine Blutdrucksenkung beobachtet. Im Eiweißstoffwechsel hilft Arginin, giftiges Ammoniak über den Harnstoff auszuscheiden. Sogar ein krebshemmender Effekt wird für Arginin vermutet.

Bei Leistungssportlern beliebt

Laut einer Studie der Universität Exeter (UE) konnten durch L-Arginin die sportlichen Leistungen der Probanden um 20 Prozent gesteigert werden. Die Anregung zur Ausschüttung von Wachstumshormonen wie Prolaktin und Glukagon durch L-Arginin kann den Muskelaufbau positiv beeinflussen und die Fettverbrennung optimieren. Die Durchblutung wird durch die Gefäßerweiterungsfunktion verbessert und Arginin ist daher als „Pump-Supplement“ im Bodybuilding beliebt. Außerdem ist die Aminosäure an der Bildung der weißen Blutkörperchen beteiligt und daher für die Immunabwehr förderlich.

Arginin in Lebensmitteln

Natürliches Arginin ist in proteinhaltigen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch und Krustentieren, Ölsaat, Nüssen und Hülsenfrüchten enthalten. Einen extrem hohen Arginingehalt weisen Kürbiskerne auf. Milch und Käse enthalten ebenfalls Arginin aber in deutlich geringeren Mengen als Fleisch.

Erhöhter Bedarf an Aminosäure

Bei Operationen und Leistungssport, aber auch bei Reduktionsdiäten steigt der Bedarf an Proteinen. Das gilt auch für katabole Stoffwechselzustände bei Verbrennungen, Verletzungen, Krebs, Chemotherapie, AIDS oder Knochenmarkstransplantation. Die Körperfett- und Proteinspeicher werden dann zur Versorgung mit Energie und Aminosäuren für die Immunantwort und die Wundheilung mobilisiert.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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