Aphte (Stomatitis aphtosa)
– was kann helfen?

aphte
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Unangenehm: Mundhöhlenentzündung

Die Aphthe (frz. Aphte) oder auch Mundfäule ist eine schmerzhafte Entzündung mit weißlichem Belag in Mundhöhle und Rachen, die die Schleimhäute, die Lippen, das Zahlfleisch, die Tonsillen (Mandeln) oder die Zunge betreffen kann. Von Stomatitis aphthosa spricht man, wenn mehrere Stellen betroffen sind. Das Krankheitsbild tritt relativ häufig wiederkehrend auf.
Die Schmerzen sind je nach Größe und Position der Schädigungen unterschiedlich. Sie können neben der Nahrungsaufnahme auch beim Sprechen auftreten und stellen eine deutliche Beeinträchtigung dar.
Sehr häufig ist die bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten auftretende Bednar-Aphthe, die nach den österreichischen Arzt Alois Bednar benannt ist. Es handelt sich um sogenannte unechte Aphthen, die rasch abheilen. Sie können unter anderem durch winzige Traumata beim Saugen ausgelöst werden. Eine Nahrungsverweigerung aufgrund der Schmerzen kann zu Dehydration führen.

Komplikationen

Manchmal wird begleitend ein Ulcus (Geschwür) im Genitalbereich festgestellt mit einem weißlichen Fibrinbelag.

Ursachen

Als Auslöser wurden schon Streptokokken-Bakterien vermutet, Adenoviren oder Herpesviren. Die genauen Ursachen sind nach wie vor medizinisch unklar. Möglicherweise sind mehrere Faktoren beteiligt.
Ein Defizit an Nährstoffen wie Folsäure, Eisen oder Vitamin B12 können die Erkrankung offenbar begünstigen. Mundschleimhautverletzungen, Vorerkrankungen oder Allergien sind eventuell am Krankheitsausbruch beteiligt.

Das kann helfen

Antibiotika, Virostatika und Gammaglobuline haben keine heilende Wirkung.
Es werden daher lediglich die Symptome behandelt bis die Entzündung wieder abklingt. Schmerzstillende und astringierende (zusammenziehende) Wirkstoffe stehen dabei im Vordergrund.
Naturheilkundlich sind Spülungen mit entzündungshemmendem kalten Salbeitee, Arnikaaufgüssen und Kamillentee bekannt. Auch Teebaumöl und Melissenextrakt gehören zu den traditionell angewendeten Mitteln. Zusammenziehend wirken Rhabarberwurzelextrakt, Myrrhentinktur und Silbernitrat.
Die Stärkung der Immunabwehr durch Vitalstoffe aus ausgewogener und vitaminreicher Kost kann die Heilung begünstigen.

Medizinische Versorgung

Ätzende Substanzen sollen die abgestorbenen Gewebeteile schneller entfernen und die Heilung beschleunigen. Dabei wird Zinksulfat oder eine verdünnte Wasserstoffperoxidlösung verwendet. Durch den Arzt kann auch eine dehydrisierende Mischung aus sulfonierten Phenolen und Schwefelsäure aufgebracht werden.
Mittel wie Lidocain, Polidocanol oder Benzydamin werden als Gurgellösung, Sprays oder haftende Gele eingesetzt.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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