Ackerschachtelhalm (Zinnkraut)

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ackerschachtelhalm
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Eine Heilpflanze gerät in Vergessenheit

Ca. 70 n. Chr. lobte der griechische Arzt Dioskurides die wassertreibenden Eigenschaften von Ackerschachtelhalm. Seine Arznei gewann er aus den oberirdischen grünen Trieben dieses vermeintlichen Unkrautes.

Im Mittelalter wurden die getrockneten Sommertriebe zum schonenden Scheuern und Polieren von Holz- und Zinngeschirr verwendet. Daher auch der volkstümliche Name „Zinnkraut“. Weitere Bezeichnungen wie Schaftheu, Zinnkraut, Scheuerkraut und Kannenkraut verweisen auf die Verwendung als Putz- und Poliermittel hin.

Ein Pfarrer entdeckt eine Heilpflanze wieder

Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) steigerte die Harntätigkeit um 1/3, indem er durch eine Kur mit Schachtelhalm-Tee Patienten mit Stoffwechselkrankheiten wie Rheuma und Gicht Linderung verschaffte.

Und heute?

Urs Buergi empfiehlt Ackerschachtelhalm bei Menschen mit Bindegewebsschwäche, brüchigen Fingernägeln und Haaren und Bandscheiben-Schäden. Der mit 68% sehr hohe Gehalt an Kieselsäure, wovon sogar 10% wasserlöslich ist, ist für diese Beschwerden ideal.
Bäder mit Ackerschachtelhalm regen den Stoffwechsel an und fördern die Durchblutung. Bei Unterschenkelgeschwüren und Beinödemen, ja sogar bei Frostbeulen, zeigen diese Bäder eine gute Wirkung.
Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über einen Einsatz von Ackerschachtelhalm.

Ackerschachtelhalm unter der Lupe

(Equisetum arvense)

Klasse: Equisetopsida
Ordnung: Schachtelhalmartige (Equisetales)
Familie: Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae)
Gattung: Schachtelhalme (Equisetum)
Art: Acker-Schachtelhalm
Andere Bezeichnungen: Zinnkraut, AckerZinnkraut, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Schaftheu, Pfannebutzer oder Scheuerkraut.

Als mehrjährige Pflanze ohne Blüten vermehrt sich Ackerschachtelhalm durch Sporen.

Tee

Die unterirdischen, schwarzen Wurzeln bilden je einen Frühlings- und einen Sommertrieb aus. Diese zarten Triebe eignen sich zur Herstellung von Kräutertee.

Auch die ausgetriebenen, grünen Stängel können geerntet und getrocknet werden. Bei der Trocknung auf Schatten und guter Belüftung achten. Der Tee aus den Stängeln kann unabhängig der Jahreszeit genossen werden.

Bindegewebe

Ackerschachtelhalm kann Menschen mit Bindegewebsproblemen helfen. Große Mengen an Kieselsäure wirken elastizitätsverbessernd.
TIPP: Sammelzeit ist im Sommer. Jüngere Pflanzen enthalten mehr Kieselsäure als ältere.

Hautprobleme

Auch die Haut ist vom hohen Anteil an Kieselsäure begeistert. Kieselsäure strafft die Haut und verbessert die Durchblutung. Die adstringierende Wirkung zieht die Poren zusammen und nutzt deshalb besonders bei Erkrankungen wie Akne, entzündeter oder unreiner Haut.
TIPP: Beim Kauf von Naturkosmetik auf den Bestandteil Ackerschachtelhalm achten.

Knochen und Zähne

Gesunde und harte Finger- und Fußnägel, kräftige Zähne und der Aufbau neuer Knochen profitiert ebenfalls vom Kieselsäureanteil.

Nierenkrankheiten

Die Blase und die Prostata bedürfen einer regen Harntätigkeit. Diese wird von Ackerschachtelhalm angeregt. Wasserstauungen und Wassersucht können gemildert werden.

Wirkung und Anwendung

  • Blasenleiden
  • Blutungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Erhöht die Elastizität des Bindegewebes
  • Fördert Knochenaufbau
  • Frostbeulen
  • Hämorrhoiden
  • Hautentzündungen
  • Hautleiden
  • Kieselsäuregehalt ist immunstimulierend
  • Krampfadern
  • Nierenleiden
  • Prostataleiden
  • Rheumatische Beschwerden
  • Schwache Menstruation
  • Wassersucht
  • Wundheilung
  • Rheumatischen Erkrankungen
  • Gicht
  • Husten
  • Asthma
  • Wasserstauungen
  • Hautunreinheiten
  • Brüchige Fingernägel
  • Haarschäden
  • Wirkt positiv auf Haare, Haut und Fingernägel

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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